Hervorragende Leistungen bei er U17-WM in Katar, großes Lob von Trainer-Legende Arsene Wenger – die Karriere von Vasilije Markovic hat in den vergangenen Wochen und Monaten Fahrt aufgenommen.
Doch wie geht es jetzt für den 17-Jährigen weiter?
Der zentrale Mittelfeldspieler, der für die ÖFB-U17 mit der Nummer 10 auflief, befindet sich in einer heiklen Phase seiner Karriere. Der Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenfußball ist kompliziert, die nächsten Schritte müssen wohl durchdacht sein.
Angebote aus Italien und der Schweiz
Dass die Aufmerksamkeit groß ist, steht außer Frage. Erste Angebote trudeln ein. Unter anderem haben Como, der FC Basel und der FC Lugano Interesse signalisiert.
Andererseits will auch die Wiener Austria ihr Talent mit einem längerfristigen Vertrag ausstatten.
Was tun?
Wenig verlockende Aussichten
Como klingt auf den ersten Blick freilich verlockend, ein Klub aus der italienischen Serie A, Superstar Cesc Fabregas als Trainer.
Dass Italien aber vor allem für junge Spieler aus dem Ausland immer noch kein leichtes Pflaster ist, ist evident.
Como hat alleine in diesem Sommer zehn Neuzugänge aus anderen Vereinen für seine U19-Mannschaft verpflichtet. Nachdem es keine Amateure-Teams gibt, sind die Aussichten auf a) Nachwuchsspiele in der Primavera oder b) die Tretmühle Leihgeschäfte bei unterklassigen Klubs wenig rosig.
Freilich gibt es im ersten Schritt bei diesen Stationen mehr zu verdienen, der Übergang in den Erwachsenenfußball würde aber verzögert.
In der Schweiz gibt es zwar Zweitvertretungen, diese spielen aber nur drittklassig. Beim FC Basel II etwa sind praktisch alle Stammkräfte 19 Jahre oder älter.
Freilich gibt es im ersten Schritt bei diesen Stationen mehr zu verdienen, der Übergang in den Erwachsenenfußball würde aber verzögert.
Austrias Angebot
Das Angebot der Austria an Markovic ist finanziell das beste, das sie je einem Jugendspieler in diesem Alter vorgelegt hat. Ein Zeichen der Wertschätzung.
Die Verantwortlichen der Veilchen haben nicht nur eine hohe Meinung vom 17-Jährigen, sondern ihm auch einen klaren, realistischen Plan aufgezeigt.
Dass unter der neuen Sportdirektion der eigene Nachwuchs forciert werden soll, dass der Klub Talente so entwickeln will, dass sie die nächsten Schritte gehen und dann verkauft werden können, wird fast schon gebetsmühlenartig wiederholt.
Spielpraxis in der 2. Liga
In Markovics konkretem Fall bedeutet das, dass er in den kommenden Wochen vermutlich sogar mit den Profis ins Trainingslager mitfliegen darf, um sich Trainer Stephan Helm zu zeigen.
In der ADMIRAL 2. Liga sind die Young Violets in einer komfortablen Tabellensituation, können sich ob des beruhigenden Punktepolsters im Frühjahr darauf konzentrieren, ihren Talenten Spielzeit zu geben. Dass Markovic da sehr weit oben auf der Liste steht, ist klar. Er hat am Ende der Herbstsaison debütiert.
Die Konkurrenz
Auch positionsbedingt sind die Aussichten nicht schlecht. Aboubakr Barry gilt spätestens im Sommer als ganz heiße Transfer-Aktie, auch bei Kang Hee Lee könnte sich der eine oder andere Interessent melden.
Andere Youngster wie Philipp Maybach und Florian Wustinger scheinen für Markovic in Reichweite.
Der Schritt ins Ausland zu einem namhaften Klub wäre auch in zwei Jahren noch früh, dort käme Markovic im Idealfall dann mit einigen Bundesliga-Minuten in den Beinen an und hätte ad hoc auch einen ganz anderen Stellenwert.
Harald Prantl