Die 7 … Erkenntnisse aus dem Saisonstart
Die Fußballsaison ist eine Cuprunde, zwei Bundesligarunden und eineinhalb Europacup-Qualirunden alt. Es gibt schon erste Trends zu beobachten.
Von Georg Sander
Red Bull Salzburg vor dem LASK, die Admira ist Letzter. Rapid und Austria haben zusammen einen Punkt, Wolfsberg hat sich die spielerische Stärke erhalten, liegt nur deshalb nicht statt Sturm an dritter Stelle, weil man das Runde nicht ins Eckige brachte (>> siehe Tabelle). Im Cup hat es mit Hartberg einen Bundesligaklub in der 1. Runde erwischt, die Blackies sind mal wieder sang- und klanglos aus der Europacup-Quali geflogen und die Austria hängt Europa League-technisch zur Halbzeit von Q3 auch mal in den Seilen. Der Saisonstart bringt wenig Neues, es scheint viel beim Alten zu bleiben. 90minuten.at hat dabei sieben Erkenntnisse gewonnen, die schon eine Marschroute für die Saison sind.
Erkenntnis 1: Die Bullen machen wirklich alles richtig
Es klingt wie eine "Nonaned"-Erkenntnis, ein genauerer Blick ist aber wichtig. Denn dass Salzburg die Abgänge offenbar so gut verkraftet, kommt dann doch etwas unerwartet. Wie gut man aber mit neuem Trainer, zum Teil neuen Trainerteam und ohne Stammspieler wie Schlager, Lainer, Wolf, Gulbrandsen und Dabbur performt, ist bemerkenswert. Klar, die Bullen leisten sich einen Kader, bei dem selbst die Kadernummer 23 wohl bei jedem anderen Klub ein Stammleiberl hätte, aber die bisherige Performance, auch in den internationalen Tests gegen Chelsea und Real, lassen darauf schließen, dass der eingeschlagene Weg mehr als stimmt.
Da man in der endlich erreichten Champions League kaum mehr als ein Ziel als Platz drei haben kann, sinkt der Druck, der auf den jungen Schultern eines Haaland oder Daka lastet. Zwar war viel geunkt worden, dass die Salzburger keine erfahrenen Neuzugänge präsentieren, aber der Erfolg gibt recht. Das Konzept ist stimmig und wird auch dieses Jahr nach zum Meistertitel reichen. Das zeigen nicht zuletzt die Spiele gegen Rapid und Mattersburg, für die Bullen generell recht unangenehme Gegner. Die hatten kaum den Funken einer Chance. Die Hoffnung der Konkurrenz, die Salzburger könnten Qualität verloren haben, erweisen sich als Luftschloss.
Erkenntnis 2: Die Kleinen machen es (vermeintlich) Großen weiterhin schwer
Auch wenn man kleinen Klubs oftmals gerne kurzfristige Planung und eher reaktiven Fußball zuschreibt, so werden sie die Großen weiterhin kräftig ärgern. Das zeigten die Tiroler gegen die Veilchen, der SKN gegen Rapid. Schließlich hat sich herumgesprochen, dass eine zumindest mittelfristige Planung hilft. Es kommt nicht von ungefähr, dass mit Markus Schopp nur ein Trainer die Premierensaison bei einem Kleinklub überlebt hat. In Hartberg macht man sich Gedanken. Und auch in Altach. Und sogar in Mattersburg! Vielleicht schaffen es all diese Vereine nicht in die Meistergruppe, sie werden aber weiterhin das Zünglein an der Waage sein, das letzte Saison Rapid in die Qualifikationsgruppe brachte und - auch hier muss man kein Prophet sein - vermutlich auch heuer wieder einen der größeren Vereine in die ungeliebte Qualifikationsgruppe verfrachten wird.
Dabei stellt sich abseits der Bullen ohnehin die Frage, wer hier nun groß oder klein ist. Macht es das Budget aus? Das Stadion? Eigentlich zählt aber nur ein Konto: Das Punktekonto. Und da schicken sich früher kleinere Klubs wie der LASK oder der WAC an, dieses besser befüllen zu können als Klubs mit weitaus mehr Möglichkeiten.