Foto: © GEPA Reportage

Das sagen Rapid & Austria zu den homophoben Fangesängen

Im Zuge des Wiener Derby am Sonntag thematisierte die Interessensgemeinschaft "Fußballfans gegen Homophobie" auch die anhaltende und weit verbreitete Homophobie auf den Rängen. 90minuten.at hat bei Rapid und Austria nachgefragt, wie man dazu steht.

Nachgehakt hat Georg Sander

 

Gegenstände, die Holzhauser-Verletzung, der Platzsturm zweier Fans - das 325. Wiener Derby am vergangenen Sonntag hat viel Gesprächsstoff geboten. Bereits am Dienstag hat 90minuten.at auch die Homophobie thematisiert. Diese war den Vereinsverantwortlichen und dem ORF keine Meldung wert. Obwohl es ein Transparent mit entsprechendem Inhalt und Sprechchöre von beiden Seiten gab, die nicht erst 2018 auf einem Fußballplatz nichts mehr zu suchen haben. Das Statement der Fußballfans gegen Homophobie wurde von 90minuten.at gestern aufgegriffen und verbreitet und sorgte auch unter unseren Leserinnen und Lesern für Diskussionen. Doch wie halten es die Vereine mit den (leider nur allzu gut) bekannten Sprechchören ihrer Fans. Stellvertretend und aufgrund des Anlassfalls am Sonntag beim Spiel zwischen Rapid und Austria hat 90minuten.at die Klubs um Statements gebeten.

 

Homophobes Transparent

Gut sichtbar präsentierten die Fans des SK Rapid Wien ein Transparent mit entsprechendem Inhalt. Dazu lässt Rapid wissen: "Selbstverständlich wurde das angesprochene Transparent nicht mit Genehmigung des Klubs präsentiert, sondern fand seinen Weg offensichtlich am Ordnerdienst vorbei in den Zuschauerbereich." Die Wiener Austria lässt generell wissen: "Leider ist es eine Tatsache, dass jeder, der auf einem Fußballplatz steht, derartige diskriminierende Äußerungen schon einmal gehört hat."

 

Leitbild

Beide Klubs verweisen darauf, dass weder Transparente, noch Sprechchöre, mit dem jeweiligen Leitbild der Klubs vereinbar wären. "Generell sind jegliche diskriminierenden und damit auch homophoben Äußerungen nicht mit dem Leitbild des SK Rapid vereinbar", so die Grün-Weißen. Und aus Favoriten heißt es etwas allgemeiner: "Wir unterstützen seit Jahren alle Aktivitäten der FARE und bekennen uns nicht nur zu den Grundsätzen des Zehn-Punkte-Plans der UEFA, sondern auch zur Bekämpfung jeglicher Form von Rassismus, Faschismus und Antisemitismus im Fußball und zum FIFA-Verhaltenskodex, der ebenfalls in den Satzungen des FK Austria Wien statutarisch verankert ist."

 

Was tun?

Die Veilchen setzen auf Kooperation mit der Kurve. "In mehreren Workshops wurden in den vergangenen Jahren Fanclub- und Interessensvertreter immer wieder zu Gesprächen eingeladen. Gemeinsam definierte man eine Devise für das Zusammenspiel zwischen Fans und Klub bzw. Spielern, welches lautet: „Vertrauen, Verantwortung und Respekt." Der SK Rapid ergänzt: "Im speziellen Fall bedarf es sicherlich einer noch breiteren Bewusstseins-Schaffung, die in unserer gesamten Gesellschaft noch Nachholbedarf hat und die im Falle des Fußballs durch gemeinsame Aktionen oder Projekte der Verbände und Klubs intensiviert werden."

 

Taten folgen lassen

Am Wochenende haben die Klubs Altach, Austria, Sturm, St. Pölten und die Admira Heimspiele - es wäre schön, wenn sich alle Fans und auch die Vereine an der eigenen Nase nehmen würden und auch während der mit Emotionen aufgeladenen Spiele entschieden gegen Homophobie auftreten. Dabei ist jeder Einzelne gefordert. Wenn der Nebenmann oder die Nebenfrau etwas sagt, darf man ruhig darauf hinweisen, dass sich derartige Äußerungen einfach nicht gehören.

 

>>> Weiterlesen: "Tausende Fans stimmten homophobe Sprechchöre an"

 

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