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Schopp-Nachfolge in Hartberg: Offensivtrainer gesucht

Markus Schopp wird zwar wohl nicht Austria Wien-Trainer, wird aber beim LASK und andernorts hoch gehandelt. Der TSV Hartberg muss also im Falle eines Schopp-Abgangs einen Nachfolger suchen. Wer könnte das sein?

+ + 90minuten.at Exklusiv - Von Michael Fiala und Georg Sander + +

 

Es scheint nun nur noch offen zu sein, wohin Markus Schopp geht. Ein Gespräch Ende der Woche mit dem TSV Hartberg soll für die Steirer Klarheit bringen. Sie wollen weiter mit ihm arbeiten, er dürfte aber gehen wollen. Zuletzt war er als Trainer von Austria Wien gehandelt worden, dort wird wohl Manfred Schmid übernehmen. Auch der LASK oder das Ausland sollen locken – nach drei Jahren in Hartberg ist es verständlich, dass er den nächsten Schritt gehen möchte.

Die Oststeirer halten sich bedeckt, was die Nachfolge betrifft. Man möchte auf jeden Fall einen Trainer, der offensiv denkt und spielen lässt, im Idealfall einen Steirer. Dass Kurt Russ gerne Nachfolger werden würde, ist ein offenens Geheimnis. Bereits bei seiner Bestellung zum Co-Trainer im Sommer 2020 war er als möglicher Nachfolger bei einem Schopp-Abschied gehandelt worden. „Kurt ist ein sehr kompetenter Trainer, der sich wie Markus auch wirklich gut entwickelt hat. Konkret werden wir aber erst, wenn es die Entscheidung von Schopp gibt, zu gehen“, sagte Präsidentin Brigitte Annerl über den gebürtigen Steirer. Doch es könnte auch anders kommen.

 

Lederer, Grumser, Brunmayr, Semlic?

Wie 90minuten.at aus gut informierten Quellen erfahren hat, sucht Hartberg im Falle eines Schopp-Abgangs einen Trainer, der offensiv agieren möchte und kann, am besten einen Steirer, auf jeden Fall einen Österreicher - da kommen aber nicht viele in Frage. Folgende Trainer würden dieses Profil erfüllen:

Etwa Oliver Lederer, der sich als Verfechter des Positionsspiels und offensiv denkender Trainer einen Namen machte. Der winkt allerdings ab. Lederer verweist auf Anfrage von 90minuten.at auf den aktuellen Arbeitgeber ÖFB: „Ich bin sehr glücklich, wo ich bin.“

Ein weiterer Kandidat könnte Thomas Grumser sein. Der Tiroler gilt wie Lederer als ein Übungsleiter, der sich auf die Offensive versteht, verbrachte seine Trainerlaufbahn bei Wacker Innsbruck, ist gegenwärtig vereinslos. Grumser kann zudem gut mit jungen Spielern und wird immer wieder als möglicher Nachfolger auf einen Bundesliga-Trainerposten gehandelt. Eine entsprechende Anfrage wurde von dem Trainer Stand Donnerstag-Mittag nicht beantwortet.

Eine weitere Möglichkeit von der Leistbarkeit und der Spielphilosophie her wäre Philipp Semlic. Der Lafnitz-Trainer zeigte vor allem im Herbst auf, versteht sich ebenfalls auf Offensive und wäre als 2. Liga-Coach finanziell sicherlich stemmbar. Zudem wurde vor Monaten über eine Kooperation zwischen den beiden Vereinen nachgedacht, die Wege zwischen den beiden Klubs scheinen kurz zu sein. Er selbst sagt gegenüber 90minuten.at: "Durch meine Vergangenheit in Hartberg ist dies immer ein Verein den ich verfolge und mit dem ich verbunden bin. Aber ich fühle mich sehr wohl in Lafnitz und habe Vertrag. Ich bin mitten in den Planungen der neuen Saison mit dem SVL."

Ein weiterer Name, der durch die Gerüchteküche geht, ist Ronald Brunmayr. Der Ex-Stürmer wurde jüngst mit Blau-Weiß Linz 2. Liga-Meister und machte bereits klar, dass er eines Tages gerne Bundesliga-Trainer wäre, ohne es erzwingen zu wollen.

 

Kleiner Verein, großer Weitblick

Das Führungsteam der Hartberger rund um Obmann Erich Korherr und Präsidentin Brigitte Annerl bewies in den letzten Jahren seit dem Bundesligaaufstieg Weitblick. Dass man nun einen Trainer sucht, der den von Schopp eingeschlagenen Weg - durchaus attraktiver Offensivfußball - weiter führen soll, scheint die Annahme zu bestätigen, dass die Steirer den Weitblick bewahren wollen. Vielleicht auch mit einem ganz anderen Trainer als den genannten, immerhin war auch die Schopp-Verpflichtung damals eher überraschend.

Fakt ist: Es gibt nur zwölf Trainerposten in der Bundesliga, entsprechend begehrt sind diese. Da die Hartberger recht klare Vorstellungen haben, scheint der Kandidatenkreis eher klein zu sein. Bevor das Trainerkarussell in Gang kommt, muss sich Markus Schopp deklarieren.

 

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