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Meistergruppe: Aus vier mach drei [Momentum am Montag]

Kampf um den Europacup oder Kick vor mauen Kulissen? Vier Teams haben noch die Chance auf drei Meistergruppenplätze. Ein Klub hat es unerwartet einfach.

+ + 90minuten.at PLUS - Von Georg Sander + +

 

Die Schlussphase bei Rapid gegen Salzburg bringt die Hütteldorfer wieder einmal in die Meistergruppen-Bredoullie und ist unser Momentum am Montag.

 

Zweimal war Philipp Köhn goldrichtig zu Stelle, dreimal sein Kollege Benjamin Šeško und somit war es am Ende nichts mit dem so heiß ersehnten Dreier gegen die Bullen. Der hätte an der nationalen Dominanz eher wenig geändert, die Ausgangslage hinsichtlich Meistergruppe aber deutlich verbessert und emotional einen massiven Push gegeben. Somit bleiben die Rapidler aber als eines von vier Teams innerhalb von drei Punkten, zwei Runden vor Schluss des Grunddurchgangs. Rapid hat derer 30, einen mehr als Austria Wien (29), die in Ried gewinnen konnte. Dahinter lauern die WSG Tirol (28) und Austria Klagenfurt hat mit dem 3:0 gegen Altach nun 27 Punkte und darf sich berechtigte Hoffnungen machen. Wolfsberg wird nach der Niederlage in Hartberg das erste Mal seit der Ligareform nicht in der Meistergruppe antreten. Welcher der drei Vereine könnte sich dazu gesellen?

 

Restprogramme

Die Kärntner haben mit Austria Lustenau und dem TSV Hartberg zwei Klubs vor der Brust, die schon fix in der Qualifikationsgruppe sind. Nach einem Zwischentief mit fünf sieglosen Spielen konnten zuletzt zwei Partien gewonnen werden, Topgoalgetter Markus Pink traf zudem in den letzten zwei Spielen und ist weiterhin gut in Schuss. Schwieriger ist die Sachlage für die von Verletzungen geplagte WSG Tirol. Die Wattener treffen auf Rapid und dann Sturm. Selbiges gilt auch für die Wiener Austria, nur umgekehrt: zuerst Sturm, dann Rapid. Als einziges Team treffen sie Hütteldorfer also auf zwei direkte Konkurrenten. Vom Papier her scheint die Aufgabe für die Klagenfurt am einfachsten, die Wattener haben die schwerste Aufgabe.

 

Bedeutsame Teilung

Wer es in die Meistergruppe schafft, hat bekanntlich zunächst einmal nichts mit dem Abstieg zu tun. Das ist vor allem für die WSG, aber auch für die Kärntner Austria ein gewichtiges Argument. Hinzu kommt, dass die Chance auf den Europacup „oben“ ungleich höher ist. „Unten“ ist diese um ein Vielfaches geringer. Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht zu unterschätzen. Es sind einfach weniger Fans da und man fällt alle Fälle um drei Heimspiele gegen Salzburg, Sturm und den LASK um. Darüber hinaus geht es letztlich auch um die Chance auf die Startgelder in den Europacup-Gruppenphasen sowie die damit verbundene bessere Plattform, um Spieler zu verkaufen. Das ist wohl vermutlich für die finanziell nach wie vor schwer angeschlagene Wiener Austria wichtig. Aber auch Rapid möchte nach dem peinlichen Out gegen Vaduz so schnell wie mögich wieder Europacup-Sternstunden erleben. Hinzu kommt freilich noch der Punkt, dass beide Wiener Klubs von den Möglichkeiten her eigentlich Meistergruppe spielen müssen.

 

Entscheidung

Die WSG und Klagenfurt würden die Teilnahme an der Meistergrupe natürlich mit Handkuss mitnehmen, damit planen oder rechnen sollte man aber weder in Tirol, noch in Kärnten. Rapid hat es in doppelter Hinsicht selbst in der Hand. Egal, welche drei Klubs es nach oben schaffen, bei allen dreien wird zunächst einmal einige Monate Ruhe herrschen und die Planungen für die Saison 2023/24 können ohne der Möglichkeit auf einen Abstieg angegangen werden.

Der Klub, der durch die Finger schaut, wird diese Möglichkeit in Betracht ziehen müssen.

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