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Behouneks Schiri-Schelte: Richtiger Klartext [Momentum am Montag]

WSG Tirol-Verteidiger Raffael Behounek kritisiert die Schiedsrichter. Gut, dass er es anspricht, wichtig, die richtigen mit der Kritik zu treffen.

+ + 90minuten.at PLUS - Von Georg Sander + +

 

Nach dem Spiel gegen den SCR Altach bezeichnte WSG Tirol-Abwehrspieler Raffael Behounek die Schiedsrichterleistung als „inferior“. Unser Momentum am Montag.

„Wir können mit dem Punkt gut leben, weil wir heute vielleicht auch mehr als 11 Gegenspieler gehabt haben. Die Schiedsrichterleistung war inferior. Ich weiß nicht, was bei uns im Schiedsrichterwesen falsch läuft. Sie sind im Großen und Ganzen einfach schlecht“, sprach Raffael Behounek ins 'Sky'-Mikro. Dem WSG Tirol-Abwehrspieler kann man schon ein Ohr schenken, absolvierte er bislang doch knapp 200 Ligaspiele in den ersten drei Leistungsstufen. Tatsächlich gestand Schiedsrichter Stefan Ebner auch ein, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben. Worum es dabei geht, ist letztlich unerheblich.

 

Fehler um Fehler

„Für mich waren die beiden Tore vor dem 2:0 auch schon Tore“, ärgerte sich etwa auch Andreas Ulmer nach dem Sieg gegen die SV Ried, dabei müsste er auch nichts sagen, hatte man doch gewinnen. Die Schiedsrichterleistung stört also offenbar auch, wenn man gewinnt. Alleine in der 18. Runde räumte VAR-Österreich in der Nachbetrachtung drei schwere Fehler ein. Bei Ried gegen den LASK hätte es einen Elfer geben müssen, bei RapidAltach bzw. LustenauAustria Wien hätte es rote Karten geben müssen. Derzeit passieren Fehler am laufenden Band.

 

Viel entscheidet Spiele

Dabei muss hier noch eingeworfen werden: Selbst jede spielentscheidende Szene hat ein Vor- und ein Nachspiel, ein Spiel dauert 90 Minuten, da kann man etwas machen. Ein Beispiel: Hätte Maurits Kjærgaard im Auswärtsspiel gegen die Roma nach 13 Minuten den Ball besser getroffen und auf 2:0 gestellt, dann wäre Salzburg nicht nur „ein blasses Abbild“ oder „zermalmt“, sondern mit höherer Wahrscheinlichkeit umjubelter Achtelfinalist. Randnotiz: Schon kurz nach Anpfiff wurde Okafor vom letzten Mann umgerissen. Wäre auch hierbei spannend gewesen, wie Mourinho, Dyballa und Co. auf die Aussicht auf ein Spiel mit 0:1-Rückstand bei einem Mann weniger reagiert hätten.

 

Lieblingsausrede 

In einem Fehlerspiel wie Fußball, in dem die meisten Spiele mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Tor Unterschied oder Remis wie 1:1 oder 0:0 enden, kann alles letztlich spielentscheidend sein. Und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass es eine Schiedsrichter-Generation gibt, die die Schuld am eigenen Misserfolg oftmals eben dort suchen, wo sie es nicht beeinflussen können – anstatt an der taktischen Einstellung ihrer eigenen Mannschaft. Es ist für Journalist:innen und Fans klar zu unterscheiden, ob hier jemand vom eigenen Fehlverhalten ablenken will oder nicht.

 

Klartext hilft

Zurück zu Behounek. Er hat absolut recht und es ist einfach Fakt, dass dem VAR zum Trotz gefühlt mehr Schiedsrichter-Fehler passieren. Obwohl sie eigentlich dadurch und auch durch kommunikationsfreudigere Schiris öfters gesehen bzw. angesprochen werden. Ignorieren sollte (und wird) man diese Kritik im Schiedsrichterwesen nicht. Dort brodelt es, eine Neuaufstellung ist nicht nur vonnöten, sondern auch am Laufen. Eine Sache sollen die Herren Spieler aber nicht vergessen:

Genauso wie sie nicht per se schlecht sind, nur weil die Mannschaft dreimal in Folge verliert, genauso wenig trifft das auf die Schiris zu. Diese sind, siehe den Absatz weiter oben, offenbar jahrelang schlecht gemanagt worden. Vielleicht hilft der Woche für Woche größer werdende Ärger ja, Schäden auf dieser Ebene zu reparieren.

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