Party in the USA? "Finale ist nicht unmöglich"
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Party in the USA? "Finale ist nicht unmöglich"

Die US-Amerikaner in Österreichs Bundesliga müssen ihre Heim-WM als Zuschauer verfolgen. Das tun sie mit großer Begeisterung - 90minuten hat mit Samuel Adeniran und Donovan Pines über Erwartungen, Druck und hohe Kosten gesprochen.

"Sag' nichts, bis wir einen Spieler nennen, der besser als Clint Dempsey ist", sprachen vor kurzem zwei bekannte US-Fußballer in ihr Podcast-Mikrofon und ratterten schweigend durch eine Liste von Größen des Weltfußballs.

Man hätte Dempsey wohl auch mit Christian Pulisic ersetzen können und wäre zum selben Ergebnis gekommen. Wer viel Zeit in Sozialen Medien verbringt, weiß, wie groß Hype und Erwartungshaltung in den USA inzwischen sind. Vom Frauen-Nationalteam ist man elitäre Leistungen durchaus gewohnt, nun sollen die Männer unter Mauricio Pochettino nachziehen.

Vier US-Amerikaner verdienen derzeit ihr Geld in der österreichischen Bundesliga: Samuel Adeniran und George Bello beim LASK, Quincy Butler bei der WSG Tirol und Donovan Pines beim GAK. Leider wurde keiner von ihnen für das Nationalteam berücksichtigt.

Pines und Adeniran freuen sich trotzdem auf das Turnier. Auf einer Begeisterungs-Skala bis zehn gibt sich der LASK-Goalgetter acht Punkte, Pines landet immerhin bei sieben.

90minuten hat mit den beiden über den Erwartungsdruck, hohe Kosten und ihren Zugang zum Fußball gesprochen.

"Finale ist nicht unmöglich"

Samuel Adeniran (LASK)

Adeniran hatte mit dem LASK heuer viel zu feiern
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Adeniran hatte mit dem LASK heuer viel zu feiern

Er hätte die Weltmeisterschaft lieber spielend, als im Stadion oder vor dem TV verbracht, sagt Samuel Adeniran im 90minuten-Gespräch. Der Stürmer hat beim Doublesieger die vielleicht beste Saison seiner bisherigen Karriere erlebt, eine Einberufung ins US-Nationalteam war ihm aber nicht vergönnt. Während der WM drückt er neben seinem Heimatland vor allem den afrikanischen Teams die Daumen.

90minuten: Dass die WM 2026 in den USA stattfinden soll, wurde schon 2018 bekanntgegeben. Du warst gerade als junger Spieler in Spanien aktiv. Kannst du dich erinnern?

Samuel Adeniran: Kann ich, es war aufregend. Ich habe nicht auf dem höchsten Level in Spanien gespielt, trotzdem war die Hoffnung da, selbst dabei sein zu können.

90minuten: Die Erwartungen vor dem Turnier könnten kaum größer sein, wenn man den Medien glaubt. Du kannst es vielleicht besser einschätzen. Was muss passieren, damit man in den USA nach dem Turnier mit dem eigenen Nationalteam zufrieden ist?

Adeniran: Ich weiß nicht, was als Erfolg durchgehen würde. Vielleicht ist es das Finale, vielleicht reicht es aber auch, die Gruppenphase zu überstehen. Das Team hat es jedenfalls in sich, ein gutes Turnier zu spielen.

90minuten: Mit dem Finale müsste man auf jeden Fall zufrieden sein, das wäre eine gewaltige Überraschung.

Adeniran: Es wäre natürlich eine große Überraschung. Ich würde aber nie sagen, dass es nicht möglich ist. Dafür müsste das Team aber sein volles Potenzial ausschöpfen.

Große Turniere bringen diesen Druck einfach mit sich. Ich glaube, dass man in den USA erwartet, dass das Team alles gibt - wie die Fans aller anderen Mannschaften.

Samuel Adeniran

90minuten: Als zusätzliche Herausforderung lastet bei einer Heim-WM viel Druck den Spielern. Realistisch betrachtet zählt die USA nicht zu den Favoriten. Geht das nicht alles eine Spur zu weit?

Adeniran: Große Turniere bringen diesen Druck einfach mit sich. Ich glaube, dass man in den USA erwartet, dass das Team alles gibt - wie die Fans aller anderen Mannschaften. Dabei bauen sich hin und wieder Vorstellungen auf, die zu weit gehen. Oft ist das aber auch einfach nur ein Ausdruck von Hoffnung. Als Spieler muss man das alles sowieso ausblenden. Ich selbst habe aufgehört, es allen beweisen zu wollen und denke nicht mehr in Richtung 'Ich gegen die ganze Welt', sondern 'Ich gegen mich selbst'. Wenn die Spieler zu einem ähnlichen Mindset finden, traue ich ihnen viel zu.

90minuten: Auch in Österreich machen sich viele Fans große Hoffnungen. Du lebst seit mehr als einem Jahr hier - schaffen wir den Sprung ins Sechzehntelfinale?

Adeniran: Ich muss gestehen, dass ich nicht viele von den Spielen gesehen habe. Gegen Ghana haben sie ihre Sache sehr gut gemacht, im Kader steckt viel Qualität. Algerien, Argentinien, Jordanien - ich glaube, dass auch unbekannte Teams eine große Hürde sein können, wenn sie gut harmonieren. Die Gruppenphase sollte Österreich aber schon überstehen, hinter Argentinien. Ich werde euch auf jeden Fall die Daumen drücken.

90minuten: Vor deinem Wechsel zurück nach Europa hast du in den letzten Jahren 46 Spiele in der MLS absolviert. Wie beurteilst du die Entwicklung des Sports in den USA?

Adeniran: Das Wachstum ist enorm. Es gibt inzwischen einige MLS-Teams, die mit europäischen Mannschaften mithalten können. Eine Sache, die man in den USA jedenfalls gut kann, ist, Wachstum zu fördern. Man sieht das in Sportarten wie Basketball, Eishockey, Baseball oder American Football. In jeder von ihr schlagen wir uns sehr gut. Das ist auch im Fußball möglich. Die USA müssen von anderen Ländern lernen und gute Ideen übernehmen.

90minuten: Fällt dir eine Änderung ein, die du gerne sehen würdest?

Adeniran: In vielen Bereichen gibt es keine großen Unterschiede zu Europa mehr. Eigenheiten wie den 'Salary Cap' (Anm.: Gehaltsobergrenze) könnte man vielleicht neu denken. Vielleicht gelingt es, das System ein bisschen europäischer zu strukturieren. Ich bin mir sicher, dass die MLS weitere Schritte machen wird, wenn sie offen für Reformen bleibt.

90minuten: Du hast in den letzten Jahren auf unterschiedlichen Niveaus in mehreren Ländern gespielt. Ist Fußball letztendlich überall gleich, oder gibt es deiner Erfahrung nach größere Unterschiede?

Adeniran: Es ist am Ende des Tages eine Mischung aus beidem. Man kann die Regionalliga in Deutschland auch nicht mit der MLS vergleichen. Der Fußball, den ich mit drei Jahren mit meinem Vater im Garten gespielt habe, ist derselbe, den man hier in Europa spielt. Unterschiedliche Gewohnheiten findet man überall, aber auf dem Platz stehen trotzdem 22 Spieler in zwei Teams mit zwei Toren. Es gibt auch in wirklich jedem Land talentierte Spieler.

90minuten: Gibt es ein Land, in dem du dich besonders gut zurechtgefunden hast?

Adeniran: In Österreich bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Mir hat der Wechsel sehr gut getan, mein Stil passt gut hierher. Gelernt habe ich auch schon einiges.

Ich glaube schon, dass ich mit meinen Leistungen inzwischen bessere Karten für eine Einberufung habe.

Samuel Adeniran

90minuten: Deine Saison war so erfolgreich, dass eine Nationalteam-Einberufung keine Überraschung gewesen wäre. Hast du dir darüber Gedanken gemacht?

Adeniran: Das spielt im Hinterkopf natürlich immer mit, wie bei jedem Spieler. Ich glaube schon, dass ich mit meinen Leistungen inzwischen bessere Karten für eine Einberufung habe. Entscheiden muss das aber jemand anderer. Für mich kann ich nur sagen, dass es eine Ehre wäre und damit ein Traum in Erfüllung gehen würde.

90minuten: Hast du das Gefühl, dass man in Österreich - einer kleineren Liga in einem nicht-englischsprachigen Land - vielleicht unter dem Radar fliegt?

Adeniran: Das Niveau hier ist wirklich gut, auch wenn ich nicht sagen würde, dass die Bundesliga zu den besten Ligen Europas zählt. Es gibt mehrere Teams, die in den letzten Jahren regelmäßig in europäischen Bewerben vertreten waren. Wenn man hier Titel gewinnt, sagt das schon etwas aus. Ich will darüber aber gar nicht zu sehr nachdenken.

90minuten: Neben den USA wärst du auch für Nigeria spielberechtigt. In welchem Nationalteam siehst du dich selbst?

Adeniran: Ich sehe mich selbst als Amerikaner, gleichzeitig aber auch als Nigerianer. Mein Vater hat früher selbst für Nigeria gespielt. Wenn ich jemals eine Einberufung erhalten sollte, würde ich mir Gedanken machen müssen. Bis jetzt hat es sich noch nicht ergeben.

90minuten: Ein letzter Punkt, der im Rahmen der WM vor allem in Europa kritisch gesehen wird, sind die Preise - von Hotels über Ticketpreise bis zum Nahverkehr rund um die Stadien. Kannst du nachvollziehen, dass einige Fans mit der Organisation unzufrieden sind?

Adeniran: Man sollte das nicht den ganzen USA negativ auslegen, finde ich. Am Ende treffen viele Personen und Unternehmen ihre Entscheidungen unabhängig voneinander. Es wäre natürlich ideal, wenn Weltmeisterschaften leistbar für alle Fans bleiben. Man sieht aber überall auf der Welt, dass Preise steigen. Es ist wichtig, einen Weg zu finden, sich damit zu arrangieren. 2014 war ich als Fan bei der WM in Brasilien und werde mich für den Rest meines Lebens daran erinnern. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man trotz allem die Chance nützen und vor Ort dabei sein.


"WM kann in den USA einen riesigen Unterschied machen"

Donovan Pines (GAK)

Pines hat bereits zwei US-Länderspiele in den Beinen
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Pines hat bereits zwei US-Länderspiele in den Beinen

Donovan Pines hat mit dem US-Nationalteam schon einen Titel gewonnen. Der 28-Jährige war 2021 Teil der erfolgreichen Gold-Cup-Auswahl - ein Turnier, das zwischen Ländern aus Nordamerika und der Karibik ausgespielt wird. Er habe einige Freunde, die sich jetzt auf der ganz großen Bühne präsentieren können, sagt er gegenüber 90minuten. Derzeit macht Pines Heimaturlaub in Washington DC. Auch er würde lieber selbst mitspielen.

90minuten: Bevor der US-Teamkader bekanntgegeben wurde, haben Medien über sehr viele Namen spekuliert. Es wirkt so, als wäre die Konkurrenz sehr groß gewesen. Stimmt das?

Donovan Pines: Das stimmt, ich habe ja gar keine Chance mehr (lacht). Mir war es wichtig, in Europa zu spielen, jetzt lebe ich hier meinen Traum. Ich werde weiter mein bestes geben, vielleicht reicht es ja irgendwann wieder.

90minuten: Zumindest der Kaderplatz von Kapitän Tim Ream (38) dürfte nach der WM frei werden. Auch ein neuer Trainer könnte übernehmen. Vielleicht kommt dir ja ein kleiner Umbruch zugute.

Pines: Du hast recht. Es gibt den einen oder anderen Verteidiger, der nach der WM aus dem Nationalteam zurücktreten könnte. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.

90minuten: Die amerikanischen Spieler in Österreich haben sich in dieser Saison sehr gut präsentiert. Hast du das Gefühl, dass ihr hier gut aufgenommen wurdet?

Pines: Ich bin sehr zufrieden. Man sieht, dass sich der Fußball in den USA verbessert hat. Auch wenn man seine Karriere im dortigen System beginnt, kann man es in eine gute Liga im Ausland schaffen. Dass George Bello und Samuel Adeniran die Liga gewonnen haben, ist irre. Auch in den USA und beim Nationalteam sollte uns das mehr Aufmerksamkeit und Respekt bringen.

Mit ihren Leistungen hätten es beide auf jeden Fall verdient gehabt, dabei zu sein. Aber auf ihren Positionen gibt es große Konkurrenz.

Pines über Adeniran und Bello

90minuten: Wenn du die beiden LASK-Spieler selbst ansprichst - sie haben eine sehr erfolgreiche Saison hinter sich. Hättest du es ihnen zugetraut, auf den WM-Zug aufzuspringen?

Pines: Ich hätte es ihnen auf jeden Fall gewünscht. George kenne ich sogar persönlich recht gut. Es war in dieser Saison sehr spannend, gegen sie zu spielen und mit ihnen zu plaudern. Mit ihren Leistungen hätten es beide auf jeden Fall verdient gehabt, dabei zu sein. Aber auch auf ihren Positionen gibt es große Konkurrenz. Im Sturm zum Beispiel Folarin Balogun und Ricardo Pepi. Mit Antonee Robinson und Sergino Dest haben wir auch sehr gute Außenverteidiger aus Top-Ligen.

90minuten: Wer in einer größeren Liga, in einem größeren Land spielt, hat vermutlich einen kürzeren Weg ins Nationalteam - auch wenn es Spieler mit ähnlicher Qualität in kleineren Ligen gibt. Würdest du das so in etwa unterschreiben?

Pines: Gegen die großen Namen wird man es natürlich immer schwer haben. Es gibt abgesehen von der Weltmeisterschaft aber auch noch kleinere Turniere. Wenn dort neue, andere Spieler Chancen bekommen, finde ich das nicht schlecht.

90minuten: Du selbst hast vor einigen Jahren im Gold Cup für das Nationalteam gespielt. Auch bei kleineren Turnieren sind die Erwartungen in den USA hoch gesteckt. Findest du das fair?

Pines: Wenn Spieler Leistungsträger in den besten Ligen sind, erwartet man sich zurecht auch, dass sie auch im Nationalteam ans Maximum gehen. Die USA erwartet sich von ihren besten Sportlern Exzellenz. Druck gibt es also mit Sicherheit. Ich selbst schaue gar nicht viel Fußball, habe aber ein Beispiel: Belgien. Einige der besten Spieler Europas haben es nicht geschafft, als Team zusammenzufinden. Wenn es dem US-Nationalteam gelingt, eine echte Einheit zu bilden und gute Leistungen zu bringen, wird es nicht mehr viele Kritiker geben.

90minuten: Ist es realistisch, dass das Nationalteam die Erwartungen erfüllen kann? Was würdest du als Erfolg werten?

Pines: Mit der ganzen Aufregung im Vorfeld und allen politischen Themen, die in den letzten Monaten diskutiert wurden, hoffen die meisten einfach auf ein sicheres, unterhaltsames Turnier, an das man sich auch in einigen Jahren noch gerne erinnert. Wenn zusätzlich der Sport wachsen kann und die Menschen Fußball besser als globale Sportart verstehen, wäre das ideal. Für Marketing und Investment in den Fußball - auch bei den Frauen - können die nächsten Wochen einen riesigen Unterschied machen.

90minuten: Es ist ja auch eine Gelegenheit, die sich nicht oft bietet...

Pines: Genau. Ich sage nicht, dass man jetzt alles andere stehen und liegen lassen soll. Es ist aber ein Fest, das es so bald nicht mehr geben wird. Bei einer WM kann man sich gegenseitig zeigen, wie viel man eigentlich gemeinsam hat. Es ist eine tolle Gelegenheit, um mit anderen Menschen zusammenzukommen und gemeinsam unseren Sport zu feiern.

Ich hoffe nur, dass rund um die Spiele alles gut laufen wird und alle den Weg ins Stadion finden. Im Winter habe ich selbst gemerkt, dass vieles in den USA deutlich teurer geworden ist.

Donovan Pines

90minuten: Einer der Kritikpunkte, der die Vorfreude im Vorfeld getrübt hat, sind die hohen Kosten, die Fans in den USA treffen werden.

Pines: Es wird sicher nicht einfach, während der WM herumzureisen. Auch meine Eltern haben sich Tickets für viel Geld gekauft, mussten aber lange warten, bis sie sie wirklich bekommen haben. Ich hoffe nur, dass rund um die Spiele alles gut laufen wird und alle den Weg ins Stadion finden. Im Winter habe ich selbst gemerkt, dass vieles in den USA deutlich teurer geworden ist. Auch im normalen Alltag sind viele Dinge derzeit nur schwer leistbar. Ich kann mir vorstellen, dass einige Fans nur für das Spiel anreisen und sonst versuchen, möglichst wenig Geld auszugeben.

90minuten: Du selbst hast in deiner Karriere viele Jahre in deiner Heimat verbracht und erst spät den Schritt nach Europa gesucht. Wie würdest du diesen Weg zusammenfassen?

Pines: Begonnen habe ich vor dem College in der Akademie von DC United. Später habe ich in den Sommerferien mit einem U23-Team von United trainiert und gegen internationale Teams gespielt. Viele englische Teams aus der Premier League oder Championship kommen in ihrer Vorbereitung für Freundschaftsspiele in die USA. Nach meiner letzten College-Saison auf der University of Maryland wollte ich Profi werden und hatte die Chance gehabt, bei den Queens Park Rangers in London vorzuspielen. Um ehrlich zu sein: Ich hätte es vielleicht machen sollen. Damals habe ich mich aber nicht bereit gefühlt und wollte meinem Verein treu bleiben. Deswegen habe ich für fünf Jahre bei DC United unterschrieben. Dann wollte ich doch noch einmal etwas neues probieren und bin über Barnsley in Graz gelandet.

90minuten: Wenn du früher nach England gewechselt wärst, würdest du heute vielleicht nicht in Österreich spielen. Bist du trotzdem zufrieden damit, wie es bisher für dich gelaufen ist?

Pines: Ich wüsste wirklich gerne, wie sich meine Karriere dann entwickelt hätte. Mental war ich aber einfach noch nicht bereit für diesen Schritt. Es war richtig, dass ich damals auf mich geachtet und gehört habe. Als Person und Sportler habe ich auch so viel dazugelernt und mich weiterentwickelt.

90minuten: Deine College-Erfahrung ist etwas, das sich kaum auf Österreich umlegen lässt. Hier spielt man entweder in der Akademie oder bahnt sich seinen Weg neben einem Job. Welchen Stellenwert hatte diese Zeit für deine Entwicklung?

Pines: Es ist eine tolle Erfahrung. Ich habe im College viel Disziplin entwickelt: Ausbildung, Training, Ernährung. Im ersten Jahr habe ich wenig gespielt und hatte deshalb viel Zeit, um an mir selbst zu arbeiten. Viele US-Spieler in Europa haben diesen Weg hinter sich, auch aus meinem damaligen Team haben viele später professionell gespielt. Ich würde es auch wirklich jedem jungen Spieler raten, das auszuprobieren. Nach einem Jahr kann man dann immer noch aussteigen und in den Erwachsenenfußball wechseln.

90minuten: In den letzten Jahren hat sich das College-System in allen Sportarten stark verändert. Inzwischen dürfen Studierende Verträge mit Sponsoren abschließen, was vorher streng verboten war. Siehst du darin etwas Positives?

Pines: Ich war leider eine Spur zu früh dran, das hat mich schon ein bisschen geärgert (lacht). Für die jungen Spieler und ihre Familien ist es fantastisch, weil sie sich das Geld ja mit ihren Leistungen verdienen. Wichtig ist jetzt nur, dass sie Hilfe bekommen, um richtig zu investieren und sich gut für ihre Zukunft aufzustellen.

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