Die FIFA läutet mit der WM 2026 eine neue Ära ein. Es wird ein Turnier im Supersize-Format: Drei Gastgeber, 16 Städte, 104 Spiele, Millionen von Fans, Milliarden-Einnahmen für den Weltverband.
Damit noch nicht genug der Zahlen. 48 Nationalteams sind in den USA, Mexiko und Kanada vertreten. 1.248 Spieler wurden nominiert, ein Plus von 50 Prozent gegenüber der WM in Katar.
Nur sieben von ihnen haben ihr Geld während der Saison 2025/26 in Österreich verdient.
Zum Vergleich: Zwölf Spieler aus der Schweiz wurden von Ghana, Algerien, Tunesien, Curacao, Haiti, Bosnien-Herzegowina und der eigenen 'Nati' einberufen. Die Premier League alleine entsendet weit über 150 Kicker nach Übersee.
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Tagessatz für WM-Akteure
Dank dem "FIFA Club Benefits Programme" reich werden, kann daher leider kein heimischer Verein.
Die Initiative wurde 2010 ins Leben gerufen und anfänglich mit einer bescheidenen Summe von 40 Millionen US-Dollar ausgestattet, um Klubs auf der ganzen Welt für die Freigabe ihrer Spieler für Weltmeisterschaften zu entschädigen. Damals ergab das pro Spieler und Tag einen Betrag von 8.530 Euro.
In den seither vergangenen 16 Jahren wurde das Programm weiter und weiter mit Geld angefüttert und ist inzwischen 355 Millionen Dollar schwer.
Der Tagessatz eines abgestellten Spielers liegt inzwischen bei 10.535 Dollar. Damit wäre allerdings auch ein Schauplatz gefunden, an dem die FIFA keinen neuen Rekord ausrufen kann. 2022 wurden einige hundert Dollar mehr ausgezahlt.
Wie viel Geld für welche Spieler?
Ausgeschüttet wird der Betrag für jeden Spieler, der Teil eines WM-Kaders ist - unabhängig von Einsätzen oder Spielminuten. Mit dem Zählen wird zehn Tage vor dem Eröffnungsspiel begonnen und am Tag nach dem Ausscheiden aufgehört. Eine fixe Summe von rund 250.000 Dollar steht damit schon vor Turnierbeginn fest.
Ist ein Spieler mit seinem Nationalteam Anfang Juni bis zum Finale in Nordamerika mit von der Partie, beschert er seinem Klub eine halbe Million, wiederum Dollar.
Nur seinem Klub? Nicht unbedingt: Der Betrag jedes Kickers wird gedrittelt. Ein Drittel erhält der Verein, bei dem er während des Turniers registriert ist. Ein zweites Drittel geht an den Verein, bei dem er in der Saison vor Turnierbeginn registriert war. Das letzte Drittel steht jenem Verein zu, bei dem er in der vorletzten Saison registriert war.
Damit soll auch der WM-Qualifikationszeitraum abgegolten werden. Haben mehrere Vereine Anspruch auf ein Drittel, wird der Betrag weiter geteilt.
So könnten die Prämien für die Gruppenphase aussehen:
Verein | Mögliche Summe |
|---|---|
Red Bull Salzburg | 525.000 USD |
LASK | 355.000 USD |
GAK | 275.000 USD |
WAC | 235.000 USD |
Austria Wien | 168.000 USD |
SV Lafnitz | 84.000 USD |
Sturm Graz | 11.500 USD |
TSV Hartberg | 10.500 USD |
Österreich Gesamt: | 1.664.000 USD |
Welche Spieler sind für die Berechnung relevant?
Für folgende Spieler fließen jedenfalls FIFA-Gelder nach Österreich:
Alexander Schlager (Österreich): Spielt seit 2023 bei Red Bull Salzburg, der Verein hat Anspruch auf den vollen Betrag.
Alessandro Schöpf (Österreich): Nur eine halbe Saison hat er im relevanten Zeitfenster nicht in Wolfsberg gekickt. Dementsprechend fließt der Großteil der Prämie an den WAC.
Sasa Kalajdzic (Österreich): War seit September von den Wolverhampton Wanderers an den LASK verliehen. Der Doublesieger erhält jedenfalls einen Anteil für die Saison 2025/26. Abhängig vom Enddatum des Leihvertrages kann die Summe auch größer ausfallen.
Jacob Italiano (Australien): Steht seit Juli 2024 beim GAK unter Vertrag. Die Grazer müssen sich die Abstellprämie nicht teilen.
Kerim Alajbegovic (Bosnien & Herzegowina): Red Bull Salzburg stehen bis zu zwei Drittel der Prämie zu. Der Rest fließt an Bayer Leverkusen.
Andreas Andrade (Panama): Hat den vollen Berechnungszeitraum beim LASK verbracht. Die Linzer erhalten die volle Summe.
Tae-Seok Lee (Südkorea): Das erste Drittel für die Saison 2024/25 landet in Südkorea. Die Austria erhält die Mehrheit des Drittels für die Saison 2025/26 und zusätzlich das Drittel für die Freigabe während der WM.
Ebenfalls relevant sind oder können sein:
Ermin Mahmic (SV Lafnitz), Florian Wiegele (GAK), Amar Dedic (Red Bull Salzburg), Augustine Boakye (WAC), Luka Sucic (Red Bull Salzburg), Alexander Prass (Sturm Graz), Ruben Providence (TSV Hartberg)
Details bleiben offen
Viele Details zur Prämienberechnung gibt die FIFA erst nach dem Ende des jeweiligen Turniers bekannt. Bis das Geld wirklich fließt, wird es noch einige Monate dauern.
Daniel Sauer