Ify Ndukwe: "Man gewöhnt sich daran, wie Van Dijk zu spielen"
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Ify Ndukwe: "Man gewöhnt sich daran, wie Van Dijk zu spielen"

Er feierte gegen Barca seine LaLiga-Premiere, spielte davor Seite an Seite mit Virgil van Dijk. Was macht das alles mit einem 18-Jährigen?

Ifeanyi Ndukwe - das wohl größte Innenverteidiger-Talent Österreichs.

Was der 1,98-Hüne im letzten Jahr erlebte, davon träumen viele andere ihre gesamte Karriere lang.

Als eine der tragenden Säulen führte er das ÖFB-Team bis ins Finale der U17-Weltmeisterschaft. Er feierte sein Profi-Debüt, wechselte zum FC Liverpool, kam zu seinem Bundesliga-Debüt für die Austria, ging leihweise zu Levante und debütierte gegen den FC Barcelona in LaLiga.

Schon realisiert?

Ob Ndukwe all das schon realisiert hat?

"Na - bis jetzt nicht. Es ist ein bisschen wie ein Traum, aber es ist lange noch nicht das, was ich erreichen wollte", antwortet der erst 18-Jährige im Interview mit 90minuten. Von seinem Auftreten wirkt er dabei insgesamt deutlich reifer, als es sein Alter vermuten ließe.

Ndukwe (rechts) und sein großes Vorbild Virgil van Dijk (links)
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Ndukwe (rechts) und sein großes Vorbild Virgil van Dijk (links)

Jener "Traum" fing mit der sensationellen U17-Weltmeisterschaft im November 2025 an. Zwei Monate später folgte mit der Verkündung des Liverpool-Wechsels der nächste, gigantische Schritt.

Im Sommer war Ndukwe dann auch bei der Übersee-Reise der "Reds" mit dabei. Gegen Sunderland, Wrexham, Leeds und Monaco kam er zum Einsatz, stand sogar drei Mal in der Startelf.

Und auch dem ÖFB ist Ndukwes steiler Aufstieg aufgefallen. Beim U21-Team ist er nun erstmals bei einem klassischen Lehrgang dabei. Mittel- bis langfristig wird das A-Team wohl Thema werden. Doch aktuell gibt es noch keinen Kontakt mit Teamchef Ralf Rangnick, wie der Spieler zugibt: "Mit mir persönlich noch nicht, nein."

Seite an Seite mit dem besten Verteidiger dieser Generation

Beim LFC durfte er sogar gemeinsam mit Virgil van Dijk trainieren und spielen - dem besten Innenverteidiger dieser Generation, das findet auch der Wiener: "Ich würde sagen, dass er der Beste ist."

Es war ein unglaubliches Gefühl, neben ihm zu spielen.

Ndukwe über van Dijk

Zum Liverpool-Team stieß der Niederländer wegen seines verlängerten Urlaubs erst später dazu. "Aber als er gekommen ist und ich ihn sah, war ich sehr aufgeregt und ein bisschen nervös, Fehler neben ihm zu machen. Ansonsten war es ein unglaubliches Gefühl, neben ihm zu spielen", beschreibt Ndukwe.

Die Nervosität hat der Ex-Austrianer schon "am ersten Tag, als er (Anm. Virgil van Dijk) zum Training gekommen ist" abgestellt. "Ich wollte einen guten Eindruck hinterlassen", meint er schmunzelnd.

Van Dijks Routine und Qualitäten saugte Ndukwe jedenfalls auf. "Er hat mir einiges mitgegeben. Wenn du mit ihm spielst, da gewöhnt man sich auch mehr daran, wie er zu spielen." Außerdem hat er angefangen, den Fußball so zu sehen, wie sein 17 Jahre älterer Mitspieler.

Komplett konträre Vorbilder

Liverpools Kapitän ist schließlich auch Ndukwes Idol. "Auf meiner Position ist er mein Vorbild", betont der U21-Teamspieler.

In seinen Anfangsjahren war es allerdings ein völlig anderer Kicker. "Früher noch, als ich noch keine fixe Position hatte, war es Neymar." Auf die Bemerkung, van Dijk wäre von seiner Persönlichkeit wohl das bessere Vorbild, reagiert Ndukwe mit einem "ja" - gefolgt von einem kurzen Lacher.

Zu der Liga sagt man einfach nicht nein, oder?

Ndukwe über LaLiga

Doch beim FC Liverpool konnte Ndukwe nicht bleiben, die Gründe sind bekannt.

Da das Abwehr-Talent nicht die notwendigen 15 Punkte für ein "Governing Body Endorsement" hatte und auch den Ausnahmeplatz nicht bekam, erhielt er keine Spielerlaubnis für ein Arbeitsvisum in England. Eine Leihe war die einzige Option - aber auch das warf ihn nicht aus der Bahn.

Dass es so kommen könnte, war ihm nämlich "eh von Anfang an" klar. "Da haben sie mir alles erklärt, dass es so sein könnte, wenn das mit dem Ausnahmeplatz nicht funktioniert. Aber ich meine, von Anfang an war es auch keine schlechte Idee, eine Leihe zu machen."

Sein LaLiga-Debüt feierte Ndukwe ausgerechnet gegen den großen FC Barcelona.
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Sein LaLiga-Debüt feierte Ndukwe ausgerechnet gegen den großen FC Barcelona.

Letztendlich fiel die Wahl auf LaLiga-Klub UD Levante.

Das Gesamtpaket des Vereins aus Valencia war schlichtweg das beste. "Die Liga ist gut. Es war auch eines der besten Teams. Man hat sich gut verstanden mit dem Trainer. Die Versprechungen waren auch nicht schlecht. Zu der Liga sagt man einfach nicht nein, oder?", sagt Ndukwe am Ende leicht schmunzelnd.

Drei Spiele musste sich der 2008er-Jahrgang gedulden, ehe er zu seiner Premiere im spanischen Oberhaus kam. Dann wurde er ausgerechnet im Heimspiel gegen den FC Barcelona eingewechselt.

Raphinha statt Hausjell

Genau 1 Jahr, 1 Monat und 11 Tage nach seinem ersten Spiel in LigaZwa (gegen St. Pölten) feierte er sein LaLiga-Debüt. Anstelle von Marco Hausjell - wenn auch nur sieben Minuten, denn Ndukwe flog in der Anfangsphase mit Rot vom Feld - hieß sein Gegenspieler Raphinha.

Nervöser war Ndukwe auf jeden Fall vor dem Barca-Spiel. Wegen der riesigen Bühne "und weil es ein Top-Gegner ist", erklärt er.

Ndukwes LigaZwa-Debüt dauerte nicht lange
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Ndukwes LigaZwa-Debüt dauerte nicht lange

Dass Ndukwe nach diesem Trubel, diesem Aufstieg so sehr am Boden bleibt, hängt mit seinem Umfeld zusammen.

"Das kommt eher vom Haushalt", erzählt er. "Meine Eltern haben es mir so beigebracht, dass ich immer von Anfang an bodenständig bleiben soll. Also fällt es mir jetzt nicht so schwer, nicht bodenständig zu bleiben."

Sein Vater kommt aus Nigeria, seine Mutter ist aus Russland. Dort lernten sich die Eltern des Innenverteidigers auch kennen, bevor sie nach Wien zogen.

In Spanien muss der im 20. Bezirk aufgewachsene Wiener ohne dieses Umfeld auskommen, er lebt nämlich alleine.

Eigentlich ist alles gleich geblieben.

"Es ist cool, aber gleichzeitig ein bisschen challenging. Denn man muss jetzt für sich selbst sorgen, kochen - was auch immer."

Auch diese Aufgabe bewerkstelligt Ndukwe. Am Alleinewohnen nervt ihn aktuell übrigens nichts. "Aber manchmal hat man gerne die Company mit den Eltern oder den Brüdern wieder. Aber ja, man kann ja telefonieren."

Ansonsten hat sich seit seinem Breakout bei der U17-WM "tatsächlich nicht so viel" geändert. "Da eigentlich alles gleich geblieben ist. Mein Freundeskreis - und alles andere auch. Also da hat sich nicht so viel verändert."

Von außen betrachtet würde man das echt nicht denken ...

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