SV Austria Salzburg: "Haben nicht die finanziellen Mittel, um..."
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SV Austria Salzburg: "Haben nicht die finanziellen Mittel, um..."

Mit bemerkenswertem Fansupport und einer sportlichen Stabilisierung machte die Austria in der vergangenen Saison auf sich aufmerksam. Und heuer?

Dass das zweite Jahr nach dem Aufstieg das schwerere werde, heißt es oft. Wenn der erste Hype verflogen ist, und gleichzeitig die Erwartungen steigen, dann ist das oft eine herausfordernde Mischung. Ist der Welpenschutz heuer bei Austria Salzburg vorbei?

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"Wir kriegen jetzt einen Welpen, der hat noch Welpenschutz", sagt Trainer Christian Schaider und lacht. Seit er das Team coache, habe man den nie gehabt. Schaider weiß, wovon er spricht. Er ist schon seit über 8,5 Jahren Trainer bei der Austria – und damit mit Abstand der längstdienendste Trainer aller Klubs in der ADMIRAL 2. Liga.

Nur Schaiders Welpe bekommt Welpenschutz
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Nur Schaiders Welpe bekommt Welpenschutz

Druck sei immer ein Stück weit dagewesen bei der Austria, das habe sich über die Jahre nicht verändert. "Natürlich, wenn du so eine Saison spielst, dann sind die Erwartungen bei den Fans höher. Aber für uns als Verantwortliche ist klar, dass wir einfach nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen." 

Erfolgreiche Comeback-Tour

Die erste Saison zurück im Profifußball, sie war eine besondere für die Salzburger. Mit zwei lachenden Augen schaue er darauf zurück, sagt Schaider. Und lacht. Am Ende stand Platz neun, 37 Punkte hatte man geholt. Dabei schaute es lange überhaupt nicht nach so einer souveränen Spielzeit aus. Gerade in den ersten Runden hatte man als Aufsteiger zu kämpfen.

"Es war von Anfang an bis zur Länderspielpause extrem schwierig für uns, ich glaube, jeder hat das gesehen", sagt Schaider. Dann fing man sich, Transfers in der Winterpause und sieben Spiele in Folge ohne Niederlage zum Saisonende bescherten einen souveränen Abschluss.

"Mit dem Ausstieg von Stripfing ist natürlich ein bisschen Druck von vielen Mannschaften abgefallen. Aber in der Winterpause haben wir einfach gut gearbeitet, das hat mich schon zuversichtlich gestimmt", sagt Schaider.

Neben der sportlichen Stabilisierung sorgte vor allem der violette Anhang für Aufsehen in der Liga. Die Heimspiele waren allesamt ausverkauft, mehr als 1.566 Zuschauer*innen dürfen laut behördlichen Auflagen nicht auf die Anlage. Die Auswärtsspiele glichen einer violett-weißen Völkerwanderung.

Auch die Salzburg-Fans haben vergangene Saison alles gegeben
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Auch die Salzburg-Fans haben vergangene Saison alles gegeben

Man füllte die Auswärtssektoren von Bregenz bis in die Südstadt, spielte in Wels vor rund 1.000 Austrianer*innen, bei Rapid II wochentags vor rund 800 mitgereisten, "Der schlafende Riese ist erwacht", stand da auf ihrer Choreografie.

Schaider befindet: "Der Support der Fans war unglaublich, wir haben wirklich bei den Auswärtsspielen Heimspiele gehabt." Das mache den Fußball aus, sagt er, und das mache die Austria aus. "Und ich glaube nicht für uns ist das etwas Besonderes, sondern auch für jeden Verein, der gegen uns spielt."

Professionalisierungsschritte

Doch die Austria will nicht nur auf den Rängen überzeugen – sondern auch am Feld. Dafür wird die Professionalisierung vorangetrieben. Im Gegensatz zur Vorsaison sind jetzt nur mehr Profispieler in der Mannschaft. "Das ist ein großer Schritt für uns."

Das Trainerteam geht zwar nach wie vor anderen Berufen nach – Schaider etwa ist Offizier bei der Bundeswehr -, hat aber mit den Dienstgebern Möglichkeiten gefunden, damit Nachmittagstrainings möglich sind – und im Winter eventuell auch Trainings am Vormittag.

"Das war letztes Jahr schon ein Riesenproblem, am Abend zu trainieren. Für mich ist es jetzt sicher ein bisschen stressfreier."

Aufstiegsheld Marinko Sorda verabschiedete sich nach sieben Jahren
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Aufstiegsheld Marinko Sorda verabschiedete sich nach sieben Jahren

Die Professionalisierung bedeutet aber auch, dass Stützen der vergangenen Jahre weggebrochen sind: Mit Luka Sandmayr ein Eigengewächs, mit Marinko Sorda der Aufstiegsheld, der schon seit 2019 beim Klub war, und mit Denizcan Cosgun der überragende Mittelfeldspieler der Vorsaison, der von Bundesligist Altach unter Vertrag genommen wurde. Auch Daniel Bares und Paul Lipcinski haben sich für andere Vereine empfohlen.

"Es gibt nur mehr zwei Spieler von der Mannschaft, die zwei Jahre hintereinander den Meistertitel geholt hat", sagt Schaider. "Aber das bringt der Profifußball mit sich."

Die Mannschaft sei jetzt jung, die Spieler hätten Potenzial, würden dazulernen wollen und Gas geben. "Wir haben viel frisches Blut drinnen, das war uns wichtig, um vielleicht noch ein bisschen besseren Fußball spielen zu können, mit mehr Tempo. Das war eine Erkenntnis aus der letztjährigen Saison."

"Wir haben viel frisches Blut drinnen, das war uns wichtig, um besseren, temporeicheren Fußball spielen zu können."

Christian Schaider, über die Neuzugänge

Die Neuen heißen Mohammad Mahmoud und San-Luca Spitali und kommen aus Deutschland, Tamar Crnkic und Marco Rottensteiner und spielten bei Bregenz, Christian Huetz und Lukas Schweighofer und sind von der WSG Tirol ausgeliehen.

Zwei, drei Spieler brauche man aber bestimmt noch, sagt Schaider beim Mediaday der ADMIRAL 2. Liga. "Uns geht es primär darum, noch Qualität dazuzubekommen."

Medial kursierten bekannte Namen, ein Engagement von Angreifer Florian Niederlechner zerschlug sich zwar, weil er beim zwangsabgestiegenen 1860 München blieb, aber auch Thomas Goiginger und Simon Pirkl wurden mit der Austria in Verbindung gebracht.

In Salzburg gelandet: Simon Pirkl verstärkt die Austria
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In Salzburg gelandet: Simon Pirkl verstärkt die Austria

"Das sind mit Sicherheit zwei Spieler, die extrem weiterhelfen könnten. Ich werde mich nicht verwehren, wenn die kommen", sagte Schaider am 21. Juli. Zwei Tage später war die Verpflichtung von Pirkl von Bundesliga-Absteiger Blau-Weiß Linz perfekt.

Bundesliga? Vorerst nur Träumerei

Und auch wenn vieles in eine gute Richtung zu gehen scheint – geträumt wird in Salzburg (noch) nicht. "Sag niemals nie", sagt Schaider, aber von den Rahmenbedingungen dürfe man noch nicht von der Bundesliga träumen.

Einerseits müsste erst die Stadionfrage gelöst werden - in Maxglan ist mit Profifußball Schluss, wenn beim benachbarten Siedlungsprojekt die Schlüsselübergabe erfolgt, der "Krone" zufolge könnte das 2030 soweit sein, bundesligatauglich ist die Anlage ohnehin nicht. Und, so Schaider: "Du brauchst die richtigen Sponsoren, die auch nachhaltig an den Verein glauben, nicht nur schnelles Geld reinbuttern und dann wieder weg sind."

Wunschvorstellung: Die Fans wollen die Austria wieder oben sehen
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Wunschvorstellung: Die Fans wollen die Austria wieder oben sehen

Dass jeder Austrianer sich wünsche, wieder in der Bundesliga zu spielen, sei klar. "Aber ich glaube, da liegt noch ein harter Weg vor dem Verein", so Schaider. Besser, man wachse langsamer und sukzessive, aber dafür gesund.

Im gesicherten Mittelfeld wolle man heuer landen, wie im Vorjahr, das sei das Ziel. "Wir sind gut beraten, wenn wir die Kirche im Dorf lassen. Wir haben mit Sicherheit nicht die finanziellen Mittel, um ganz vorne anzugreifen."

Das zweite Jahr ist vermeintlich das schwierigste, sagt man immer. In Salzburg wäre man zufrieden, wenn es so verläuft wie bereits die Premierensaison.

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