Frecher Edelzangler & Senkrechtstarter: Austrias Bruno Jerabek
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Frecher Edelzangler & Senkrechtstarter: Austrias Bruno Jerabek

Mit 16 Jahren in der 2. Liga debütiert und in dieser Saison in fast jedem Spiel in der Startelf gestanden. Ein beidbeiniger Zehner, der die Austria-DNA wie kein Zweiter verkörpert.

Zehn Spiele sind in der laufenden Saison der ADMIRAL 2. Liga gespielt. In neun davon stand Bruno Jerabek als frischgebackener 17-Jähriger in der Startelf.

In denen steuerte er drei Tore und einen Assist bei und hat maßgeblichen Anteil daran, dass die Young Violets auf dem hervorragenden 3. Platz stehen.

Bruno Jerabek mit dem 1:0 gegen den SKN St. Pölten
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Bruno Jerabek mit dem 1:0 gegen den SKN St. Pölten

Die Art und Weise, wie Jerabek Fußball spielt, hat den Austria-Fans schon den einen oder anderen glücklichen Moment geschenkt. Gegen den SKN St. Pölten erzielte das junge Talent den 1:0-Siegtreffer.

Im kleinen Derby gegen Rapid II traf er traumhaft und gegen Kapfenberg gelang ihm ebenfalls das Goldtor zum 1:0-Auswärtserfolg.

Die Verantwortlichen der Austria sehen in Jerabek einen Spieler, der in der Zukunft auf jeden Fall das Potenzial für die Kampfmannschaft hat.

"Was ihn auszeichnet, sind die Dribblings. Er ist beidbeinig und hat einen richtig guten Abschluss. Das macht ihn sehr spannend für die Zukunft", beschreibt ihn Manuel Takacs, ehemaliger Akademieleiter der Wiener Austria und nunmehriger Interimstrainer der Young Violets, gegenüber 90minuten.

Bruno Jerabek hat alle Jugendabteilungen der Austria durchlaufen.
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Bruno Jerabek hat alle Jugendabteilungen der Austria durchlaufen.

Maximilian Uhlig war bis vor Kurzem Young-Violets-Trainer. Jetzt ist er Trainer der Kampfmannschaft, aber auch er war von der ersten Sekunde weg vom Offensivtalent begeistert: "Ich habe von Anfang an gesehen, dass er einfach ein riesiges Potenzial hat. Und dass er diese Frechheit und diesen Spielwitz versprüht, sich nichts geschissen hat und einfach gezeigt hat, was er kann."

Seit der U8 Austrianer und mit rasendem Tempo zu den Young Violets aufgestiegen

Jerabek ist mit sechs Jahren zur Austria gekommen. Seitdem durchlief er den gesamten Jugendbereich und alle Akademie-Jahrgänge. Vor zwei Jahren mischte der kreative Zehner noch die U16 auf. In 22 Spielen gelangen ihm dort neun Tore. Die vergangene Saison verbrachte der damals 16-Jährige in der U18.

Im Dezember 2025 gab er dann sein Debüt in der ADMIRAL 2. Liga. Nach seiner Einwechslung brauchte Jerabek gegen Austria Klagenfurt nur 17 Minuten, bis er das entscheidende Tor zum 2:1 vorbereitete. Das Frühjahr spielte der gebürtige Wiener dann noch in der U18, aber in diesem Sommer war klar, dass der Schritt in die 2. Liga zu den Young Violets folgen musste.

Dort überzeugt der Kreativgeist neben seinen einzigartigen Dribblings und sehenswerten Abschlüssen vor allem mit seiner Robustheit in so jungem Alter.

Er geht auch einmal voll in die Zweikämpfe rein. Gerade wie er frisch zu uns rauf ist, hat es das eine oder andere Mal auch gekracht im Training.

Maximilian Uhlig, Cheftrainer Austria Wien

"Mich überrascht einfach, wie er als Zehner trotzdem Situationen hat, wo er einen Gegner im Rücken hat, wie er da die Bälle absichert, wie er gegen den Ball arbeitet, wie er sich im Körperduell Mann auf Mann stellt und nicht umfällt. Das macht er aktuell sehr, sehr gut", sagt Takacs.

Auch im Training weiß Jerabek zu überzeugen und hat sich schnell an den Erwachsenenfußball gewöhnt.

Trotz seiner erst 17 Jahre, weiß Jerabek seinen Körper in Duellen einzusetzen
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Trotz seiner erst 17 Jahre, weiß Jerabek seinen Körper in Duellen einzusetzen

"Er geht auch einmal voll in die Zweikämpfe rein. Gerade wie er frisch zu uns rauf ist, hat es das eine oder andere Mal auch gekracht im Training, weil er voll reingegangen ist, wo die älteren Spieler schon überrascht waren", schildert Uhlig.

Der rasante Aufstieg und Erfolg kommen nicht von ungefähr

Trotz seiner erst 17 Jahre denkt Jerabek schon wie ein richtiger Profi. "Er ist einer der Spieler, der, wenn freie Zeiten sind oder in der Akademie kein Betrieb ist, in die Akademie kommt, Freistöße schießt und Abschlüsse trainiert. Da ist er schon sehr, sehr fleißig", lobt Takacs.

Auch Uhlig sieht die Arbeitsmoral. Aber man müsse aufpassen, dass das vor allem in dem jungen Alter nicht zu viel wird. "Rundherum ist schon sehr viel optimiert. Er investiert extrem viel, macht Extra-Trainings. Da muss man eher darauf aufpassen, dass die Spieler ihre Leichtigkeit behalten und es ihnen nach wie vor Spaß macht", erklärt der Trainer.

Bruno Jerabek im Zweikampf gegen Torelli von SW Bregenz
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Bruno Jerabek im Zweikampf gegen Torelli von SW Bregenz

Gerade bei Kreativspielern, wie es Jerabek ist, kommt oft das Arbeiten und Pressing gegen den Ball zu kurz.

Takacs erzählt, man habe bei Jerabek vor drei bis vier Jahren noch das Gefühl gehabt, "okay, interessiert mich jetzt nicht so", aber auch in diesem Bereich habe der 17-Jährige einen großen Schritt gemacht.

Auf das Spiel gegen den Ball wird beim Training auch der Fokus gelegt. Die "Frechheit und der Spielwitz" sollen laut Uhlig nicht verloren gehen.

"Bei solchen kreativen Spielern ist es so, dass wir gar nicht so viel mit dem Ball coachen. Da kann er sich wirklich ausleben. Er ist weniger dieser Stratege am Feld, sondern ein Spieler, der extrem über seine Dribbling-Qualität kommt und aus der Unbekümmertheit heraus entscheidende Momente kreiert", sagt Uhlig.

Die Familie Jerabek ist eine Fußballer-Familie

Brunos Bruder, Moritz Jerabek, steht beim First Vienna FC unter Vertrag
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Brunos Bruder, Moritz Jerabek, steht beim First Vienna FC unter Vertrag

Das Fußballspielen hat er von seinem Vater, Günther Jerabek, in die Wiege gelegt bekommen. Dieser war selbst unter anderem bei Rapid, Altach und dem FavAC als Profi tätig. Moritz Jerabek, Brunos älterer Bruder, hat sich mit sechs Jahren für die Rapid-Jugend entschieden. Dieser steht jetzt beim First Vienna FC unter Vertrag.

Uhlig erinnert sich: "Ich weiß noch, er (Anm. Moritz Jerabek) war einmal bei uns im Probetraining. Aber wir haben ihn dann nicht geholt."

"Bruno hat ein sehr, sehr gutes Umfeld. Die Familie ist bodenständig, er ist bodenständig, mit dem Berater haben wir einen ganz klaren Plan", meint Takacs.

Das, was nicht entstehen darf, ist dieser Eindruck: Ich habe jetzt drei Tore gemacht in der 2. Liga und bin Starter. Sie dürfen keinen Freifahrtschein haben.

Manuel Takacs, Trainer Young Violets

Durch diese Verbundenheit mit dem Fußball von klein auf, hat der 17-Jährige auch das richtige Mindset, um sich weiterzuentwickeln. Die Feedback-Kultur funktioniert laut Uhlig einwandfrei:

"Er ist oft selbstkritischer, als wir es wären. Es gibt eigentlich nie etwas, wo er angefressen oder beleidigt ist, wenn man ihm was sagt, sondern er sagt: 'Ja cool, kann ich daran arbeiten, nehme ich mit.'"

Bald schon in der Kampfmannschaft?

Auf dem Platz fällt Jerabek mit Tempodribblings, guten Abschlüssen und seiner Robustheit in den Zweikämpfen auf. Klar ist auch, dass das der Kampfmannschaft der Austria nicht verborgen bleibt. Bei den "Veilchen" hat er aktuell noch Vertrag bis 2029.

Uhlig mahnt aber, nichts zu überstürzen: "Wenn junge Spieler sehr früh gut sind, kriegen sie oft das Problem, dass sie schnell raufgeschoben werden und dann wenig spielen. Es macht Sinn, im Winter oben reinzuschnuppern, aber das Frühjahr in der 2. Liga fertig zu spielen."

Klar ist aber auch: Die Saison ist noch jung und bei den Young Violets haben 20 Spieler den Anspruch, in der Startelf zu stehen. "Das, was nicht entstehen darf, ist dieser Eindruck: Ich habe jetzt drei Tore gemacht in der 2. Liga und bin Starter. Sie dürfen keinen Freifahrtschein haben", will Takacs trotzdem weiterhin gute Leistungen sehen.

Der einzige Kritikpunkt in dieser Saison: Die Häufigkeit des letzten entscheidenden Passes
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Der einzige Kritikpunkt in dieser Saison: Die Häufigkeit des letzten entscheidenden Passes

Angesprochen darauf, ob Takacs noch irgendwo Verbesserungspotenzial beim 17-Jährigen sieht, sagt er:

"Wenn ich mir aktuell was wünschen würde, wäre es vielleicht dieser letzte entscheidende Pass. Er kann den ja spielen und hat es auch schon oft bewiesen. Das wäre das Einzige für eine perfekte Saison. Aber für sein Alter aktuell ist er schon sehr, sehr weit."

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