Die große Transferbilanz der österreichischen Bundesligisten
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Die große Transferbilanz der österreichischen Bundesligisten

Das Sommer-Transferfenster ist geschlossen. Die Klubs aus der ADMIRAL Bundesliga waren erneut fleißig, an der Spitze liegen dennoch einsam die "Bullen".

Seit dem 3. September um 17 Uhr ist das Sommer-Transferfenster in der ADMIRAL Bundesliga offiziell geschlossen!

176 Abgängen stehen 173 Zugänge gegenüber. Insgesamt haben die zwölf Klubs dabei 146 Millionen Euro eingenommen und damit exakt so viel, wie der FC Chelsea in diesem Sommer für Enzo Fernandez von Manchester City kassiert hat.

In Sachen Ausgaben waren die Klubs dann deutlich sparsamer unterwegs, nur 45,8 Millionen Euro und damit rund ein Drittel flossen wieder in Neuzugänge.

Salzburg bleibt die Benchmark

Und wie steht die Bundesliga damit im internationalen Vergleich da? Bei den Einnahmen liegt man noch hinter der zweiten deutschen und der zweiten spanischen Liga auf Platz zwölf. Bei den Ausgaben ist man sogar nur auf Platz 26 zu finden.

Den größten Anteil an all diesen Zahlen hat weiterhin der FC Red Bull Salzburg. Auch wenn die "Bullen" in den letzten drei Jahren nicht mehr Meister wurden, liegt man in Sachen Transfer-Einnahmen und -Ausgaben weiterhin meilenweit vor der Konkurrenz. Rund 67 Prozent der Einnahmen und 79 Prozent der Ausgaben kommen von den Mozartstädtern.

Zum Abschluss des Transferfensters hat 90minuten eine Bilanz gezogen und die wichtigsten Zahlen aller Klubs in Tabellen veranschaulicht. Die Zahlen kommen alle von "Transfermarkt.at" (Stand 3.9.2026, 17 Uhr).

Klubs mit der besten Transfer-Bilanz:

Klub

Einnahmen

Ausgaben

Bilanz

1. Red Bull Salzburg

97,5 Mio.

36,2 Mio.

+ 61,3 Mio.

2. Austria Wien

7,2 Mio.

0 Mio.

+ 7,2 Mio.

3. WAC

6,8 Mio.

200 Tsd.

+ 6,6 Mio.

4. Sturm Graz

11,6 Mio.

5,1 Mio.

+ 6,5 Mio.

5. SK Rapid

6,5 Mio.

100 Tsd.

+ 6,4 Mio.

6. TSV Hartberg

4,5 Mio.

300 Tsd.

+ 4,2 Mio.

7. LASK

6,0 Mio.

3,3 Mio.

+ 2,7 Mio.

8. SCR Altach

2,2 Mio.

0 Mio.

+ 2,2 Mio.

9. SV Ried

1,75 Mio.

300 Tsd.

+ 1,45 Mio.

10. GAK

1,5 Mio.

350 Tsd.

+ 1,15 Mio.

11. Austria Lustenau

500 Tsd.

0 Mio.

+ 500 Tsd.

12. WSG Tirol

0 Mio.

0 Mio.

0 Mio.

Was bereits oben angerissen wurde, schlägt sich in dieser Tabelle am besten wieder. Salzburg hat die mit Abstand höchsten Transfereinnahmen und auch die höchsten Transferausgaben aller Bundesligisten.

Mit einer Bilanz von 61,3 Millionen Euro hat der Klub auch heuer wieder viel Geld durch Verkäufe lukriert.

Auf Platz zwei mit großem Respektabstand liegt die Wiener Austria, die im Sommer durch die Verkäufe von Ify Ndukwe, Abu Barry und Konstantin Aleksa viel Geld eingenommen hat. Gleichzeitig wurde für keinen Neuzugang Ablöse bezahlt.

Auch der WAC, Sturm und Rapid haben sich ein solides Polster erwirtschaftet. Auffallend ist erneut, dass die Teams wenig Ablösen bezahlen. Neben Salzburg haben nur der LASK und Rapid Transfers in Millionenhöhe getätigt.

Die 10 teuersten Bundesliga-Neuzugänge

Rang

Spieler

Transfer

Ablöse

1

Kevin Boma

Von Estoril (POR) zu Salzburg

7 Mio.

2

Bartosz Mazurek

Von Jagiellonia (POL) zu Salzburg

6 Mio.

3

Haris Tabakovic

Von Hoffenheim (GER) zu Salzburg

5 Mio.

4

Filip Matijasevic

Von Cukaricki (SRB) zu Salzburg

4 Mio.

5

Nikolas Veratschnig

Von Mainz (GER) zu Salzburg

3,5 Mio.

6

Dominik Schmid

Von Basel (SUI) zu Salzburg

3 Mio.

7

Abubakr Barry

Von FAK zu Salzburg

3 Mio.

8

Yerwin Sulbaran

Von Monagas (VEN) zu Salzburg

2 Mio.

9

Jeyland Mitchell

Von Feyenoord (NED) zu Sturm

1,8 Mio.

10

Krystof Danek

Von Sparta (CZE) zum LASK

1,8 Mio.

Insgesamt 15 Spieler wechselten in diesem Transferfenster für eine Millionen-Ablöse in die ADMIRAL Bundesliga. Zehn davon gingen in die Mozartstadt, drei nach Graz und zwei nach Linz.

Die Top 8 sind alle Neuzugänge der "Bullen" und dass just der teuerste Nicht-Salzburger, Jeyland Mitchell, im selben Transferfenster für acht Millionen Euro in die Ligue 1 weiterverkauft wurde, sagt vieles aus.

Allein Kevin Boma und Haris Tabakovic kosteten zusammen mehr, als alle anderen elf Bundesligisten für Neuzugänge bezahlt haben (12 Millionen vs. 9,65 Millionen).

Die 10 teuersten Bundesliga-Abgänge

Rang

Spieler

Transfer

Ablöse

1

Joane Gadou

Von Salzburg zu Dortmund

19,5 Mio.

2

Jannik Schuster

Von Salzburg zu Brentford

18 Mio.

3

Adam Daghim

Von Salzburg zu Hoffenheim

13 Mio.

4

Mads Bidstrup

Von Salzburg zu Lyon

10,5 Mio.

5

Kerim Alajbegovic

Von Salzburg zu Leverkusen

8 Mio.

6

Bobby Clark

Von Salzburg zu Derby

8 Mio.

7

Jeyland Mitchell

von Sturm zu Straßburg

8 Mio.

8

Maurits Kjaergaard

Von Salzburg zu Lille

8 Mio.

9

Romeo Amane

Von Rapid zu Anderlecht

6,5 Mio.

10

Moussa Yeo

Von Salzburg zu Swansea

6 Mio.

Die im Ligavergleich verhältnismäßig sehr hohen Ausgaben des FC Red Bull Salzburg kommen aber nicht von irgendwo, sondern sind der Verdienst der Transferpolitik der letzten Jahre. Auch wenn es sportlich zuletzt durchwachsener war, spiegelte sich das auf dem Transfermarkt nicht wider.

Die "Bullen" nahmen 2026/27 durch Verkäufe (97,5 Mio. Euro) so viel Geld ein, wie seit der Saison 2022/23 nicht mehr (105,6 Mio. Euro). Generell kassierte man in der Red-Bull-Ära nur 2019/20 noch mehr (111,75 Mio.).

Neben den Salzburgern nahmen aber auch Sturm, Rapid, LASK und die Austria hohe Millionensummen für Spieler ein. Aber auch der WAC (Zukic, Ballo, Polster), Hartberg (Hülsmann, Havel), Altach (Ouedraogo), GAK (Harakate) und Ried (Van Wijk) konnten mit teuren Verkäufen aufzeigen.

Insgesamt brachten 25 Spieler eine siebenstellige Summe für ihre Klubs.

Wie viele ligainterne Transfers machen die Klubs?

Rang

Klub

Ligainterne Neuzugänge

1

TSV Hartberg

4 (Radulovic, Havel, Gattermayer, Lukic)

WSG Tirol

4 (Wels, Satin, Hamzic, Oswald)

3

Sturm Graz

2 (Heil, Helac)

LASK

2 (Harakate, Schöpf)

SCR Altach

2 (Raguz, Böckle)

GAK

2 (Trummer, Sollbauer)

7

Red Bull Salzburg

1 (Barry)

SK Rapid

1 (Bajlicz)

SV Ried

1 (Radonjic)

WAC

1 (Schriebl)

Austria Lustenau

1 (Weixelbraun)

12

Austria Wien

-

Die einzelnen Klubs waren in diesem Transferfenster wieder sehr aktiv. Mit Ausnahme von Austria Wien schlugen alle Bundesligisten mindestens ein Mal bei der nationalen Konkurrenz zu. Meist waren das aber auch Leih-Transfers.

Ablöse gekostet haben dabei aber nur Abu Barry, Ramiz Harakate, Dejan Radonjic, Nicolas Bajlicz und der direkt weiter transferierte Elias Havel.

Der TSV Hartberg und die WSG Tirol haben sich am häufigsten bei der Konkurrenz bedient und je vier Spieler verpflichtet.

Neuzugänge: Art des Transfers

Klub

Anzahl Neuzugänge

Ablöse bezahlt

Ablösefrei

Leihe

Unbekannt

LASK

10

2

4

2

2

Sturm Graz

11

5

3

3

-

Red Bull Salzburg

13

10

-

2

1

Austria Wien

3

-

3

-

-

SK Rapid

2

1

1

-

-

TSV Hartberg

11

1

2

5

3

SV Ried

11

2

2

3

4

WAC

12

2

4

2

4

SCR Altach

10

-

5

1

4

GAK

13

2

7

1

3

WSG Tirol

11

-

6

2

3

Austria Lustenau

12

-

3

6

3

Während vor allem Salzburg und Sturm einen Großteil ihrer Spieler mit Ablösen verpflichteten, setzten vor allem die kleineren Teams auf ablösefreie Spieler bzw. Leihen.

Beim Abschnitt "unbekannt" sind keine Zahlen überliefert, da ist es aber durchaus auch möglich, dass zumindest Ausbildungsentschädigungen oder Ähnliches bezahlt wurden.

Mit der Wiener Austria, der WSG Tirol und den beiden Vorarlberger Klubs haben vier Teams überhaupt keine Ablösen in neue Spieler gesteckt.

Besonderheiten der Neuzugänge

Klub

Durchschnittsalter

Gesamt-Marktwert

Kaderwert

LASK

25,0 Jahre

19,5 Mio.

50,90 Mio.

Sturm Graz

22,4 Jahre

27,2 Mio.

60,43 Mio.

Red Bull Salzburg

22,6 Jahre

37 Mio.

100,05 Mio.

Austria Wien

22,0 Jahre

2,5 Mio.

23,18 Mio.

SK Rapid

26,0 Jahre

2,3 Mio.

38,60 Mio.

TSV Hartberg

24,0 Jahre

6,5 Mio.

10,08 Mio.

SV Ried

23,1 Jahre

3,2 Mio.

7,29 Mio.

WAC

23,2 Jahre

5,5 Mio.

13,98 Mio.

SCR Altach

22,3 Jahre

3,4 Mio.

9,28 Mio.

GAK

24,9 Jahre

5,3 Mio.

9,18 Mio.

WSG Tirol

24,0 Jahre

2,5 Mio.

7,68 Mio.

Austria Lustenau

22,3 Jahre

3,3 Mio.

5,43 Mio.

Jugend forscht lautete auch in diesem Transferfenster das Motto bei vielen Bundesligisten. Vor allem Salzburg, Sturm und die Austria legten Wert darauf. Aber auch die beiden Vorarlberger Klubs.

Im Schnitt am ältesten geshoppt hat der LASK. Aber auch Rapid, wobei bei "nur" zwei Neuzugängen der Schnitt natürlich automatisch höher ist. Mit 37 Millionen hat Salzburg am meisten Kaderwert durch die Neuzugänge gewonnen, aber auch Sturm und LASK können sich sehen lassen.

Die "Bullen" bleiben auch mit großem Abstand weiterhin das wertvollste Team der Liga. Vor dem SK Sturm und Doublesieger LASK.

Ausblick

Bis zur letzten Minute versuchten die zwölf Bundesliga-Klubs ihren Kader für die laufende Saison noch zu verstärken. Manche waren früher fertig, andere wie Aufsteiger Lustenau legten Last-Minute nochmal nach.

Welcher Klub am Ende des Tages am besten eingekauft hat, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Festzuhalten ist in jedem Fall, dass der LASK seinen Double-Kader nahezu zusammengehalten hat und sich der ehemalige Serienmeister aus Salzburg qualitativ und quantitativ hervorragend verstärkt hat.

Aber auch der SK Sturm und Rapid lauern dahinter auf Ausrutscher des Favoriten-Duos.

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