"Fehler eiskalt bestraft" - Die Lage vor dem Schottland-Showdown
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"Fehler eiskalt bestraft" - Die Lage vor dem Schottland-Showdown

Zum fünften und sechsten Mal stehen sich in dieser Europacup-Saison Teams aus Schottland und Österreich gegenüber. Es geht um Millionen und Startplätze in kommenden Jahren.

Am Dienstag spielt der LASK um rund 14 Millionen Euro. Das Startgeld in der UEFA Champions League ist üppig, wenngleich es auch in der Europa League etwas zu holen gibt. Hier hätten die Linzer ihren Platz bereits sicher.

Für die Königsklasse muss gegen Celtic eine 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel ausgemerzt werden. Das Rückspiel am Dienstag, ab 21:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>

Am Mittwoch stehen auch beim SK Rapid mehr als drei Millionen Euro auf dem Spiel. Wie der LASK spielen die Grün-Weißen vor eigenem Publikum. Das Rückspiel am Mittwoch, ab 18:45 Uhr im LIVE-Ticker >>>

Heart of Midlothian konnte sich gegenüber den schwachen Auftritten gegen Sturm Graz Ende Juli steigern. Nach einem Unentschieden in Edinburgh ist in der Conference-League-Qualifikation noch alles offen.

Die schottisch-österreichischen Europacup-Wochen sind nicht nur in finanzieller Hinsicht richtungsweisend.

Ausscheiden (und Verlieren) verboten

Über die UEFA-Fünfjahreswertung werden bekanntlich die Europacup-Startplätze vergeben. Sowohl Schottland als auch Österreich haben derer derzeit noch fünf. Beiden geht ab 2027/28 nach schwachen Jahren allerdings einer verloren. Auf dem Weg zurück nach oben sind die Nationen jetzt direkte Konkurrenten. Jede Niederlage wiegt schwer, ein Knockout - wie im Duell zwischen Rapid und Hearts - noch mehr.

Aktueller Stand in der Fünfjahreswertung:

(5 Startplätze ab Rang 15)

Rang

Nation

Punkte 26/27

Gesamt

Teams

15

Zypern

2.125

33.693

2/4

16

Schweiz

3.000

29.950

4/4

17

Ungarn

2.625

27.062

1/4

18

Schottland

2.000

26.150

5/5

19

Österreich

2.400

25.850

5/5

20

Schweden

1.250

25.750

1/4


Den schwindenden fünften Startplatz hat sich in Schottland Hibernian, Stadtrivale von Hearts, gesichert. Im Playoff der Conference League trifft der Verein auf KAA Gent aus Belgien. Ein Einzug in den Hauptbewerb wäre für die 'Hibs' historisch, der erste in ihrer Vereinsgeschichte.

Schlecht stehen die Chancen nicht, im Hinspiel waren die Schotten das bessere Team. Torwart Raphael Sallinger hatte beim 0:0 einen relativ ruhigen Abend.

Die Situation in der Fünfjahreswertung haben in Schottland auch die Spieler im Blick: "Vereine wie Hibs und Hearts kämpfen normalerweise um den dritten Platz. Als Vierter geht man schon leer aus, auch wenn die Saison gut war. Das wird schon bitter", sagt der Österreicher.

Duelle auf Augenhöhe

"Im Verein fragen sie mich vor jedem Spiel, wer gewinnen wird und wie Rapid, LASK oder Sturm drauf sind. Es ist bei uns in der Kabine schon Thema", lacht Sallinger.

Celtic und Rangers spielen mit Budget, Kaderbreite und internationaler Erfahrung in einer eigenen Kategorie.

Raphael Sallinger

Den direkten Vergleich in diesem Sommer verfolgt der langjährige Hartberg-Keeper mit großem Interesse. Hibernian, Hearts, Celtic und Rangers seien laut ihm in der schottischen Premiership klar über die Konkurrenz zu stellen. Die Bundesliga hält er für ausgeglichener. Nachsatz: "Das Rapid-Ergebnis gegen den GAK würde ich bei dieser Einschätzung ausklammern."

Beim Duell zwischen Sturm und Hearts war Sallinger im Tynecastle dabei. Das LASK-Spiel hat er im Fernsehen verfolgt. "Man sieht, dass österreichische Klubs mit solchen Kalibern mithalten können. Celtic und Rangers spielen mit Budget, Kaderbreite und internationaler Erfahrung in einer eigenen Kategorie. Vor allem vor heimischer Kulisse werden Fehler eiskalt bestraft."

Einen Informationsaustausch zwischen Sallinger und Sturm Graz, wie im Vorjahr, gab es nicht mehr. Der Grund dafür liegt auf der Hand: "Hearts hat einen kompletten Umbruch durchlebt. Es sind viele neue Spieler und ein neuer Trainer da. Ich hätte noch nicht viel sagen können."

Lukas Fadinger ist bei Motherwell wichtiger Leistungsträger
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Lukas Fadinger ist bei Motherwell wichtiger Leistungsträger

LASK "hat es nicht so schlecht gemacht"

Ein zweiter Schottland-Legionär, Lukas Fadinger, hat das LASK-Auswärtsspiel live im Celtic Park verfolgt. "Das Ergebnis ist schon sehr hoch ausgefallen. Sie haben es nicht so schlecht gemacht. Dass Sturm vor ein paar Wochen über Hearts drübergefahren ist, hat mich ein bisschen gewundert. Ich glaube, das würde jetzt nicht noch einmal passieren. Sie haben sie zum richtigen Zeitpunkt erwischt. Jetzt fangen sie sich wieder."

Anders als bei Hibernian sind die Europacup-Duelle mit Österreich bei Motherwell kein großes Thema. "Für uns Österreicher ist es schon etwas Besonderes, weil es ein direkter Vergleich ist. Von Mannschaftskollegen werde ich aber kaum darauf angesprochen."

Anstrengender Sommer

Wie die österreichischen Vereine haben auch die schottischen Europacup-Starter ihre Ligaspiele verschieben lassen. Fadinger und Sallinger hatten deshalb ein freies Wochenende, das vor allem dem Torwart sehr gelegen kommt:

"Wir haben über Wochen immer am Donnerstag und Sonntag gespielt. Es fühlt sich so an, als wären wir schon im November. Das bin ich so nicht gewohnt, über die Pause freue ich mich. Jeder Fußballer wünscht sich viele Spiele. Aber vor dem mitunter wichtigsten Spiel der Saison den Kopf abzuschalten, ist extrem wichtig."

Hibernian-Keeper Raphael Sallinger
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Hibernian-Keeper Raphael Sallinger

Auch Lukas Fadinger hat schon einige Partien in den Beinen. "Wir haben im Vergleich zu anderen Mannschaften einen kleinen Kader und momentan leider viele Verletzte. Rotation war nur schwer möglich. Mir ist es aber lieber so, als die ganze Zeit nur zu trainieren."

Inzwischen liegt der Fokus bei Motherwell schon auf dem Rückspiel gegen Freiburg, in dem ein 1:3-Rückstand aufgeholt werden muss. "Am Mittwoch fliegen wir hin, haben dort noch ein Abschlusstraining. Am Donnerstag nach dem Spiel geht es dann schon wieder zurück nach Glasgow."

Schweres Los für Fadinger

Der 25-jährige Mittelfeldspieler hat seinen Vertrag bei Motherwell, eine Stadt nahe Glasgow, erst im Frühjahr vorzeitig verlängert. Das Los Freiburg in der Conference League sieht er zwiegespalten:

"Einerseits sind es zwei sehr herausfordernde Spiele. Andererseits würden wir natürlich gerne in die Ligaphase aufsteigen. Die Chancen stehen gegen Freiburg nicht so gut." Der deutsche Klub war in der Vorsaison immerhin Europa-League-Finalist. Im Rückspiel hofft Fadinger auf einen schnellen Führungstreffer.

In der Conference League hat der Weg bisher auf die Färöer-Inseln und nach Helsinki geführt.

"Für mich waren es die ersten internationalen Spiele. Daher war das bisher eine richtig coole Erfahrung. Auf die Färöer-Inseln kommt man sonst wahrscheinlich nie. Helsinki hatte Qualität im Ballbesitz, dort haben wir uns schwerer getan. Zu Hause haben wir die Kontrolle übernommen und sind souverän weitergekommen. Die Auswärtsreisen waren ein Erlebnis. Es ist einfach super, wenn man andere Länder entdeckt und etwas für die spätere Karriere mitnehmen kann."

Sallinger in Führungsrolle

Für Raphael Sallinger hat die Europacup-Saison unangenehm begonnen. Nach dem ersten Auswärtsspiel stand die Mannschaft bei den eigenen Anhängern in der Kritik.

Sallinger stellte sich: "Unser erstes Quali-Spiel im Kosovo ist nicht nach Wunsch verlaufen. Ich konnte verstehen, dass die Fans nach einer langen und teuren Reise enttäuscht waren. Sie haben Fragen gestellt, wie Fans nach einer Niederlage eben Fragen stellen. Ich finde, wir hatten einen guten Austausch. Im Rückspiel haben wir es besser gemacht, jetzt ist alles wieder gut."

Das Erste, was man in Interviews von Sturm oder Rapid hört, ist, dass die Stimmung in Schottland überragend ist. Bei uns ist es genauso, es macht jedes Mal richtig Spaß.

Raphael Sallinger

Das Rückspiel gegen Gent soll vor ausverkauften Rängen im Stadion an der Easter Road stattfinden. "Das Erste, was man in Interviews von Sturm oder Rapid hört, ist, dass die Stimmung in Schottland überragend ist. Bei uns ist es genauso, es macht jedes Mal richtig Spaß."

Dass der Stadtrivale in der vergangenen Saison beinahe Meister geworden wäre, hat man bei Hibernian mit Sorge verfolgt. Umso glücklicher war man über den Ausgang der letzten Liga-Runde.

"Wir haben unser letztes Spiel leider verloren. Das Stadion hat aber gefeiert, als wären wir Meister geworden. Wir dachten, wir spielen vor einer Celtic-Kulisse. Da sind uns einige Feierlichkeiten erspart geblieben", schmunzelt der Torwart.

Jetzt soll mit einer jungen Mannschaft ein eigener Wurf gelingen: "Wir haben eine extrem talentierte Mannschaft mit einigen routinierten Spielern. Da zähle ich mich dazu. Mir macht es Spaß, Verantwortung zu übernehmen. Wir haben uns intern das Ziel gesetzt, dass wir die Ligaphase erreichen wollen. Gent ist weiterhin Favorit, das ist eine Top-Adresse in Belgien. Mit unserer Atmosphäre im Rücken ist aber nichts unmöglich."


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