Michael Gregoritsch tat sich als Solospitze schwer [Legionärs-Check]
Österreichs Stürmerexport Michael Gregoritsch hatte beim Duell seiner Augsburger mit Hoffenheim als Solospitze einige Probleme.
Von David Goigitzer
Der 24-jährige Michael Gregoritsch startete im 5-4-1 der Augsburger als alleinige Sturmspitze. Ein Unterfangen, das für viele Stürmer denkbar schwer ist, da man vor allem bei tiefer ausgerichteten Mannschaften wie bei Augsburg bei Kontern vor allem zu Beginn auf sich alleine gestellt ist. Er war die erste Anspielstation, die die Fuggerstädter nach Ballgewinn suchten. Er musste also oftmals weitere Bälle unter Druck halten und verarbeiten, bis Mitspieler nachrückten. Letzteres, nämlich das Nachrücken der Mitspieler, funktionierte bei den Gastgebern gut und Gregoritsch bekam immer wieder schnell Unterstützung von in die Tiefe laufenden Mittelfeldspielern. So fand er in der ersten Halbzeit gleich drei, vier Pässe in die Tiefe.
Zwar traf er in diesen Situationen gute Entscheidungen und konnte diese sauber ausführen, jedoch war das eigentliche Problem die Folgeaktion von diesen Pässen in die Tiefe: Da Gregoritsch der am höchsten positionierte Spieler war und sich in tiefere Räume für Vertikalpässe zu ihm fallen lassen musste, war er oft sehr weit vom gegnerischen Tor entfernt. Also fand er zwar durch gute Pässe in die Tiefe seine Mitspieler, diese befanden sich jedoch meist auf dem Flügel. So hatten die Hoffenheimer das Abwehrzentrum recht einfach unter Kontrolle, da Gregoritsch selbst erst in diese zentralen Räume vor dem gegnerischen Strafraum nachrücken musste. Die Gäste konnten also den tiefgehenden Augsburger gut aufnehmen und den ballführenden Augsburger ebenfalls zumindest stellen.
In Situationen, in denen die Augsburger bereits für einige Pässe lang den Ball kontrolliert hatten, formierten sie sich meist in 5-2-3-artigen Staffelungen, die für Gregoritsch mehr Unterstützung bedeuteten. In der offensiven Dreierreihe gab es dann immer wieder einige Rochaden, Gregoritsch wich vor allem öfters auf den linken Flügel aus und versuchte dort Kombinationen mit dem Wingback Philipp Max und Sechser Daniel Baier zu unterstützen. So spielte Gregoritsch einmal sogar eine vielversprechende halbhohe Flanke, die nur knapp verpasst wurde. Seine Präsenz im Strafraum war schwächer, wenngleich der Steirer in Minute 53 eine große Kopfballchance hatte. Gegen Kaderabek hatte er sich im Gerangel im Strafraum durchgesetzt, sein Kopfball ging nur knapp übers Tor.
Gegen den Ball hatte Gregoritsch vor allem eine leitende Rolle inne. Die bayrischen Gastgeber richteten sich bei Hoffenheimer Ballbesitz prinzipiell tiefer aus und wollten die eigene Spielfeldhälfte mit erl Mann verriegeln. Der kompakte 5-4-1-Block war schwierig zu um- und durchspielen, Gregoritsch versuchte meist den Passweg zwischen den zwei Hoffenheimer Innenverteidigern zu kappen, damit diese keine Verlagerung spielen konnten. Lange Zeit konnten die Augsburger, die auch immer wieder nach Abstößen zum Beispiel höher pressten, das Spiel offen halten. Der Einbruch erfolgte dann zwischen Minute 61 und 82, als die Augsburger drei Tore von Ishak Belfodil kassierten und das Spiel letztendlich 4:0 für Hoffenheim ausging.