UEFA-5-Jahreswertung: Es geht um nichts - und doch um so viel
Foto © IMAGO / IPS

UEFA-5-Jahreswertung: Es geht um nichts - und doch um so viel

Österreich ist im UEFA-Ranking so weit ins Hintertreffen geraten, dass in näherer Zukunft keine großen Sprünge nach vorne möglich sein werden. Warum die Saison 2026/27 dennoch enorm richtungsweisend ist:

Es ist eine missliche Lage.

Nach fast einem Jahrzehnt in den Top-15 der UEFA-5-Jahreswertung - mit zwischenzeitlichen Abstechern in die Top-10 - beginnt die Europacup-Saison 2026/27 für Österreich auf dem verheerenden 22. Platz.

Der so wichtige 15. Rang, der fünf internationale Startplätze ermöglicht, ist mindestens in dieser Saison so gut wie unerreichbar - die für Österreich relevanten Ränge dahinter sind de facto alle ungefähr gleich viel wert.

Man könnte als rot-weiß-roter Fußball-Fan also versucht sein, den Kopf in den Sand zu stecken.

Tatsächlich steht in der neuen internationalen Spielzeit aber einiges auf dem Spiel. Österreich geht ein - für wohl längere Zeit - letztes Mal mit fünf Vertretern an den Start und kann bzw. muss in den kommenden Monaten wichtige Aufbauarbeit leisten, um früher oder später wieder an den Top-15 anzuklopfen.

90minuten analysiert die triste rot-weiß-rote Perspektive und gibt einen Überblick darüber, wie es um die Konkurrenznationen steht:

Die Top-25 der aktuellen UEFA-5-Jahreswertung

Platz

Land

22/23

23/24

24/25

25/26

26/27

Gesamt

Teams

1

England

23,000

17,375

29,464

28,680

3,333

101,852

9/9

2

Italien

22,357

21,000

21,875

19,000

3,428

87,660

7/7

3

Spanien

16,571

16,062

23,892

22,093

3,750

82,368

8/8

4

Deutschland

17,125

19,357

18,421

21,785

3,428

80,116

7/7

5

Frankreich

12,583

16,250

17,928

18,321

2,571

67,653

7/7

6

Portugal

12,500

11,000

16,250

20,500

2,400

62,650

5/5

7

Belgien

14,200

14,400

15,650

11,400

1,200

56,850

5/5

8

Niederlande

13,500

10,000

15,250

9,979

2,000

50,729

6/6

9

Türkei

11,800

12,000

10,300

11,075

1,200

46,375

5/5

10

Tschechien

6,750

13,500

10,550

11,025

1,200

43,025

5/5

11

Polen

7,750

6,875

11,750

15,750

0,000

42,125

5/5

12

Griechenland

2,125

11,400

12,687

14,200

0,000

40,412

5/5

13

Dänemark

5,900

8,500

7,656

12,250

0,000

34,306

4/4

14

Norwegen

5,750

8,000

11,812

8,050

0,000

33,612

5/5

15

Zypern

5,100

3,750

10,562

12,156

0,000

31,568

4/4

16

Schweiz

8,500

5,200

7,050

6,200

0,000

26,950

4/4

17

Ungarn

5,875

4,500

6,625

7,437

0,625

25,062

4/4

18

Schweden

6,250

1,875

11,375

5,000

0,000

24,500

4/4

19

Schottland

3,500

6,400

9,250

4,600

0,000

24,150

5/5

20

Rumänien

6,250

4,800

7,750

5,750

0,750

23,750

4/4

21

Ukraine

5,700

4,100

3,600

8,312

1,750

23,462

4/4

22

Österreich

4,900

4,800

9,650

4,100

0,000

23,450

5/5

23

Kroatien

3,375

5,875

5,875

7,031

0,250

22,406

4/4

24

Slowenien

2,215

3,875

9,093

6,375

0,125

21,593

4/4

25

Israel

6,250

8,750

2,875

2,875

0,000

20,750

4/4

Punkteschlüssel:

Sieg* = 2 Punkte/Anzahl der Teilnehmer zu Saisonbeginn

Remis* = 1 Punkt/Anzahl der Teilnehmer zu Saisonbeginn

*in Qualifikationsphase nur die Hälfte

Alle Infos zu etwaigen Bonuspunkten sind unter diesem Link zu finden>>>

0,3 Prozent Chance auf Top-15

Es benötigt wenig Kenntnisse über die Mechaniken der 5-Jahreswertung, um nach kurzem Studium der obigen Tabelle zu erkennen, wie unrealistisch es ist, heuer die Top-15 zurückzuerobern.

Zypern belegt aktuell den 15. Rang und hat 8,118 Punkte Vorsprung auf Österreich. Die Zyprer bräuchten also einen Komplett-Aussetzer und wir eine neue Rekordsaison, damit ein Überholmanöver gelingen kann - und dann dürfte auch noch keine der restlichen zurückliegenden Nationen dazwischenfunken.

Der datengetriebene Analyst "Football Meets Data" hat Österreich heiße 0,3 Prozent Chance auf Platz 15 eingeräumt.

Platz 16 oder 29? Eigentlich egal

2022 belegte Österreich noch Rang acht der 5-Jahreswertung
Foto © GEPA
2022 belegte Österreich noch Rang acht der 5-Jahreswertung

Wir werden uns also mit einem weiteren Jahr außerhalb der Top-15 anfreunden müssen und damit gleichzeitig mit dem Umstand, dass die Bundesliga nach 2027/28 auch 2028/29 nur vier internationale Starter, von denen keiner einen Fixplatz in einer Ligaphase hat, ins Rennen schicken darf.

Ab Rang 15 gibt es kaum Unterschiede, welche Platzierung man einnimmt. Es wird also keine Rolle spielen, ob Österreich am Ende der Saison 16. oder gar 29. (weiter nach unten kann es mathematisch kaum gehen) wird.

Die Cup-Sieger der Plätze 16 bis 20 kommen in diesem Sommer in den Genuss, eine Runde in der Europa-League-Quali zu überspringen, weil gewisse Verschiebungen in der Champions-League-Qualifikation zustande kamen.

Im Normalfall gibt es ansonsten zwischen Rang 16 und Rang 29 einzig den Unterschied, dass der Meister erst in Runde zwei statt eins in der Qualifikation zur "Königsklasse" einsteigt.

Eine Übersicht über die für Österreich relevanten Passagen der Zugangsliste:

Rang 13 & 14:

Meister

Vize-Meister

Cup-Sieger (bzw. Rang 3)

Rang 3 (bzw. Rang 4)

Sieger des Europacup-Playoffs

Champions-League-Quali, Playoff (Meis

terweg)

Champions-League-Quali, Runde 2 (Ligaweg)

Europa-League-Quali, Runde 3

Conference-League-Quali, Runde 2

Conference-League-Quali, Runde 2

Rang 15:

Meister

Vize-Meister

Cup-Sieger (bzw. Rang 3)

Rang 3 (bzw. Rang 4)

Sieger des Europacup-Playoffs

Champions-League-Quali, Runde 2 (Meis

terweg)

Champions-League-Quali, Runde 2 (Ligaweg)

Europa-League-Quali, Runde 3

Conference-League-Quali, Runde 2

Conference-League-Quali, Runde 2

Rang 16 bis 22:

Meister

Cup-Sieger (bzw. Vize-Meister)

Vizemeister (bzw. Rang 3)

Sieger des Europacup-Playoffs

Champions-League-Quali, Runde 2

Europa-League-Quali, Runde 1

Conference-League-Quali, Runde 2

Conference-League-Quali, Runde 2

Rang 23 bis 29:

Meister

Cup-Sieger (bzw. Vize-Meister)

Vizemeister (bzw. Rang 3)

Sieger des Europacup-Playoffs

Champions-League-Quali, Runde 1

Europa-League-Quali, Runde 1

Conference-League-Quali, Runde 2

Conference-League-Quali, Runde 2


Der weite Weg in die Ligaphasen

Vorneweg, Österreich geht mit ausgezeichneten Vorzeichen in die Europacup-Saison 2026/27.

Keine andere Konkurrenznation schickt die "Bestbesetzung", sprich die fünf gleichzeitig größten wie koeffizientenstärksten Teams des Landes, an den Start - fast alle rot-weiß-roten Mannschaften sind in den wichtigen Phasen ihrer jeweiligen Quali gesetzt und auch die Auslosung meinte es bisher gut mit Österreich.

Dennoch ist der Weg in einen Hauptbewerb für keinen Klub einfach - einzige Ausnahme ist der LASK, der Doublesieger hat zumindest die Europa-League-Ligaphase schon sicher.

"Football Meets Data" beziffert die Chancen der einzelnen österreichischen Vereine auf eine Ligaphasen-Teilnahme folgendermaßen (basierend auf einer Simulation vor den Auslosungen am vergangenen Montag):

Verein

Chance auf Teilnahme an einer Ligaphase

LASK

100%

SK Sturm

86,1%

FC Salzburg

76%

SK Rapid

24%

FK Austria Wien

15,6%


Österreichs Ausgangslage

Champions League:

  • Qualifikation (Playoff, Meisterweg): LASK (=Fixplatz in der Europa League)

  • Qualifikation (2. Runde, Ligaweg): SK Sturm gegen Heart of Midlothian (SCO); bei Aufstieg gegen Sieger aus Gornik Zabrze (POL) - Fenerbahce Istanbul (TUR); bei Ausscheiden in Runde 3 der Europa-League-Qualifikation gegen Sieger aus FC St. Gallen (SUI) - Benfica Lissabon (POR)

Europa League:

  • Qualifikation (3. Runde, Hauptweg): FC Salzburg gegen Sieger aus Hajduk Split (CRO) - Pafos FC (CYP)

Conference League:

  • Qualifikation (2. Runde, Hauptweg): FK Austria Wien gegen FK Liepaja (LAT); bei Aufstieg gegen Sieger aus AEK Larnaka (CYP) - Beitar Jerusalem (ISR)

  • Qualifikation (2. Runde, Hauptweg): SK Rapid gegen FC Santa Coloma (AND); bei Aufstieg gegen Sieger aus Paide Linnameeskond (EST) - Zire FK (AZE)

Der LASK nimmt am Champions-League-Playoff teil und ist dort ungesetzt, unschlagbar wird aber keiner der möglichen Gegner, von denen die schwierigsten Roter Stern Belgrad oder Celtic Glasgow heißen könnten, für den Doublesieger sein.

Zumindest eine Europa-League-Teilnahme ist den Stahlstädtern, denen nach der Saison viele Punkte aus dem Klubkoeffizienten fallen und die nicht nur deshalb liefern müssen, sicher.

Das Erreichen der Champions-League-Ligaphase ist für den LASK nicht unrealistisch
Foto © GEPA
Das Erreichen der Champions-League-Ligaphase ist für den LASK nicht unrealistisch

Vizemeister SK Sturm hat gleich zum Saisonauftakt einen Pflichtaufstieg gegen Heart of Midlothian vor der Brust. Und zwar deshalb, weil es in diesem Sommer wohl nicht mehr einfacher werden wird, eine Ligaphase zu fixieren als gegen den von einem großen Umbruch betroffenen schottischen Beinahe-Meister.

Scheiden die "Blackies" gegen die "Hearts" aus, würden sie nicht nur einem direkten österreichischen Konkurrenten einen fixen Ligaphasen-Platz zuschanzen, sie müssten danach auch noch aller Voraussicht nach gegen Benfica Lissabon ran. Scheitert man erwartungsgemäß an dieser Monsteraufgabe, gäbe es noch die letzte Chance Conference-League-Playoff, in welchem die Grazer in diesem Szenario immerhin gesetzt wären.

Der FC Salzburg hat selbst in den zurückliegenden Krisenjahren in den Qualifikationsphasen nie enttäuscht. Man kann nur hoffen, dass die "Bullen", bei denen über den Sommer kaum ein Stein auf dem anderen blieb, auch heuer liefern werden.

Die erste Chance auf eine fixe Ligaphasen-Teilnahme haben die Salzburger gegen Pafos oder Hajduk. Gegen beide Mannschaften wären sie jedenfalls Favorit, auch wenn Quali-Auftritte im hochsommerlichen Zypern nie angenehm sind. In einem etwaigen Europa-League-Playoff wären die "Bullen" gesetzt, im Conference-League-Playoff nur dann, wenn der nächste Gegner nicht Hajduk heißt.

Findet der FC Salzburg zu alter internationaler Stärke zurück?
Foto © GEPA
Findet der FC Salzburg zu alter internationaler Stärke zurück?

Beim FK Austria Wien sind die Hoffnungen nach sechs gescheiterten Qualifikationsanläufen in Folge mittlerweile auf ein Minimum gesunken. Dabei haben die "Veilchen" trotz ihres niedrigen Koeffizienten eine nicht ganz unmachbare Route in die Conference-League-Ligaphase vorgezeichnet bekommen.

Nehmen die Favoritner die Hürde Liepaja und Larnaka gewinnt parallel gegen Beitar, würde die Austria mit einem Aufstieg gegen die Zyprer voraussichtlich eine Setzung für das Playoff erben. Der Koeffizient Larnakas, der dann übernommen werden würde, könnte dafür ausreichen.

Schlussendlich ist da noch der SK Rapid, der sich in den letzten Jahren als so etwas wie der "Quali-Weltmeister" präsentiert hat. Egal wie schwer die Hütteldorfer sportlich angeschlagen waren, im Qualifikations-Sommer enttäuschten sie bis auf ganz wenige Ausnahmen eigentlich nie.

Auf Rapid war in der Europacup-Quali zuletzt immer Verlass
Foto © GEPA
Auf Rapid war in der Europacup-Quali zuletzt immer Verlass

Auch heuer erscheint der Weg in die Conference League nicht allzu steinig. In den ersten beiden Runden hätte es die Losfee kaum besser mit den Grün-Weißen meinen können. Im Playoff wäre Rapid ebenfalls gesetzt, dennoch könnten harte Nüsse wie etwa Besiktas, Dynamo Kiew oder der FC Getafe warten.

Prognose:

Österreich wird mindestens drei Mannschaften in eine Ligaphase durchbringen und eine gute, aber keine überragende internationale Saison spielen. Für mehr reicht das zuletzt gezeigte Leistungsvermögen schlicht nicht.

Dem LASK wäre eine historische Champions-League-Teilnahme (und die damit verbundenen fixen Bonuspunkte) zu wünschen, aber auch die Europa League wäre freilich alles andere als ein Weltuntergang. Die Linzer werden mit ihrer auf schnelles Umschaltspiel und gefährliche Standards ausgelegten Spielweise auch international vielen Mannschaften weh tun können.

Sturm und Salzburg müssen schlicht eine ihrer multiplen Chancen auf eine Ligaphase nutzen. Vielleicht ist für eines der beiden Teams auch endlich wieder mal wieder das Erreichen einer K.o.-Phase drinnen - Österreich könnte die daraus resultierenden Bonuspunkte gut gebrauchen.

Schafft es Sturm in eine Ligaphase? Österreich würde es sehr helfen
Foto © GEPA
Schafft es Sturm in eine Ligaphase? Österreich würde es sehr helfen

Sollte zusätzlich noch einer der beiden Wiener Großklubs die Conference League erreichen, wäre die Grundlage für eine punktestarke - vielleicht sogar für eine rekordverdächtige - Saison bereits gelegt.

Dass eine solche - zumindest kurzfristig - dennoch keine großen Sprünge im Ranking ermöglichen würde, wurde weiter oben im Artikel bereits eingehend erklärt.

Ein oberflächlicher Blick auf die Konkurrenz

Wie weit nach oben (oder gar noch weiter nach unten) es für Österreich in der 5-Jahreswertung heuer gehen kann, hängt freilich auch von der Performance der Konkurrenz ab.

Da es rund 20 Nationen gibt, mit denen Österreich in den nächsten Monaten theoretisch die Plätze tauschen könnte, macht es sehr wenig Sinn, im Detail auf einzelne Konkurrenten einzugehen. Wagen wir aber einen kurzen oberflächlichen Überblick:

Länder wie Tschechien (10.), Polen (11.) oder Griechenland (12.) haben nach mehreren Top-Jahren in Folge einen Platz in den Top-15 für längere Zeit einzementiert und sind durch hohe Klubkoeffizienten ihrer Europacup-Starter sowie viele Fixplätze oder auch späte Einstiege in den Quali-Phasen in jeweils guten Ausgangspositionen, diesen Status quo beizubehalten.

Legia Warschau fehlt 2026/27 im Europacup
Foto © IMAGO / ZUMA Press Wire
Legia Warschau fehlt 2026/27 im Europacup

Auf Polen gilt es auf lange Sicht dennoch ein Auge zu werfen. Die Überflieger aus Osteuropa treten heuer erstmals mit einem Fünfer-Divisor an und hatten bei den bisherigen Quali-Auslosungen etwas Pech. Zudem fehlt Rekordmeister Legia Warschau im Europacup-Aufgebot.

Dänemark und Norwegen mittelfristig nicht zu holen

Dänemark (13.) geht mit nur vier Vertretern und keinem Fixplatz in den Quali-Sommer, der so für die Dänen ein wenig zur Lotterie werden wird. Angesichts einiger Fangnetze und hoher Klubkoeffizienten wäre es aber wenig überraschend, wenn sie drei Mannschaften durchbringen und erneut dick punkten würden.

Norwegen (14.) schickt fünf Mannschaften an den Start, von denen gleich drei bereits einen Ligaphasen-Platz fix haben. Das ist durchaus wichtig für die Skandinavier, weil Top-Teams wie Molde oder Rosenborg den Europacup komplett verpassten und so mit Ausnahme von Zugpferd Bodö/Glimt einzig Mannschaften mit niedrigem Koeffizienten vertreten sind.

Beide nordischen Länder werden länger nicht mehr am rot-weiß-roten Horizont auftauchen.

Zypern im Fokus

AEK Larnaca scheiterte im Conference-League-Achtelfinale der Vorsaison nur knapp an Crystal Palace, nun sind die Zyprer ein möglicher Gegner des FAK
Foto © IMAGO / Crystal Pix
AEK Larnaca scheiterte im Conference-League-Achtelfinale der Vorsaison nur knapp an Crystal Palace, nun sind die Zyprer ein möglicher Gegner des FAK

Am spannendsten für Österreich ist mittelfristig sicher Zypern (15.) - wenngleich ein Überholmanöver noch in dieser Saison, wie erwähnt, kaum zu realisieren sein wird. Die Zyprer haben zwar einen Viererdivisor, aber noch keinen einzigen fixen Ligaphasen-Platz und müssen heuer international ohne Rekordmeister APOEL Nikosia auskommen.

Gut möglich, dass der zyprische Höhenflug, der hauptsächlich von Conference-League-Leistungen getragen wurde, in dieser Saison bereits wieder endet - Salzburg und die Wiener Austria könnten in etwaigen direkten Duellen dafür bereits in der Quali den Grundstein legen.

Schweiz, Ungarn und Schweden mit schwachem Feld

Nationen wie die Schweiz (16.), Ungarn (17.) oder Schweden (18.) werden indes nicht mehr lange vor uns im Ranking liegen.

Bei der Schweiz verpassten mit dem FC Basel und den BSC Young Boys die beiden wichtigsten (und eigentlich einzigen) Punktelieferanten den Europacup. Das nun schwache Viererfeld muss sich großteils ungesetzt durch die Qualis plagen und wurde bereits mit dem einen oder anderen Horrorlos bestraft.

Ungarns Sensations-Meister, der Gyori ETO FC, blamierte sich sofort in der ersten Champions-League-Quali-Runde und hat sich nun durch drei Runden in der Conference-League-Quali zu kämpfen. Einzig Dauerbrenner Ferencvaros ist es zuzutrauen, ordentlich zu punkten, die Budapester müssen aber noch durch die Europa-League-Quali-Mühlen und hatten bisher kein Losglück.

ÖFB-Legionär Jovan Zivkovic scheiterte mit Gyori ETO FC überraschend früh in der Champions League
Foto © GEPA
ÖFB-Legionär Jovan Zivkovic scheiterte mit Gyori ETO FC überraschend früh in der Champions League

Alle vier schwedischen Teams haben einen so niedrigen Koeffizienten, dass sie in jeder (!) Quali-Runde, an der sie teilnehmen, ungesetzt sein würden. Bekannte Namen wie Malmö FF oder Djurgardens IF sind nämlich gar nicht international dabei, das Quartett rund um Sensationsmeister Mjällby AIF wird keine Bäume ausreißen.

Schottland auf Augenhöhe

Schottland (19.) geht mit den exakt gleichen Voraussetzungen wie Österreich, was die Verteilung der Startplätze angeht, in die Saison. Jene Nation, die diese Ausgangssituation besser nützen wird können, wird am Ende die Nase vorne haben. Sturm könnte den Schotten mit einem Sieg über die "Hearts" diesbezüglich gleich mal in die Suppe spucken.

Die Ukraine (20.) hat sportlich nach wie vor mit den Folgen des russischen Angriffskriegs zu kämpfen, zuletzt zeigte der Formtrend aber wieder etwas nach oben. Shakhtar Donetsk hat als Team mit dem höchsten Klubkoeffizienten der Champions-League-Quali einen Fixplatz in der "Königsklasse" bekommen, die restlichen drei Teams werden es jeweils schwer haben, eine Ligaphase zu erreichen.

Von Rumänien (21.) wird im Normalfall ähnlich wenig Gefahr für Österreich ausgehen wie von Kroatien (23.), dafür haben beide Nationen ein schlicht zu dünn aufgestelltes Feld. Über die restlichen zurückliegenden Nationen braucht man sich im Moment ebenfalls keine Gedanken machen.

Aufbauarbeit

Ebenbauer appellierte am Montag, dass alles dem Versuch einer Rückkehr in die Top-15 untergeordnet werden müsse
Foto © GEPA
Ebenbauer appellierte am Montag, dass alles dem Versuch einer Rückkehr in die Top-15 untergeordnet werden müsse

"Unter die Top-15 zu kommen, muss das oberste Ziel von uns allen sein", sagte Christian Ebenbauer kürzlich. Man kann dem Bundesliga-Vorstandsvorsitzenden nur zustimmen.

Wie wichtig eine Platzierung unter den ersten 15 ist, sieht man am heurigen Quali-Sommer: Fünf Startplätze insgesamt, einer davon ein Fixplatz in einer Ligaphase und gleich mehrere Fangnetze für den Vize und den Dritten - davon können Nationen wie Zypern oder die Schweiz nur träumen.

Diese vorerst letzte Chance, vergleichsweise einfach viele Mannschaften in einem Hauptbewerb unterzubekommen, muss genützt werden, um dringend benötigte Aufbauarbeit für die nächsten Jahre zu leisten.

Schwache Saison 2022/23 fällt bald raus, aber...

Rang 15 ist, Stand jetzt, zum Start der Saison 2027/28 mit 7,918 Punkten Rückstand nur unwesentlich weniger weit entfernt als aktuell (8,118).

Österreich fällt in einem Jahr zwar die schwache Saison 2022/23 aus der Wertung, aber so gut wie alle vor uns platzierten Nationen dürfen sich ebenfalls über die Streichung einer jeweiligen unterdurchschnittlichen Saison freuen.

Der Abstand nach oben lässt sich also nur mit einer endlich mal wieder kollektiv richtig guten rot-weiß-roten Saison verringern. Die Voraussetzungen für eine solche wären vorhanden...


Kommentare