Teamchef Ralf Rangnick hat seinen ÖFB-Kader für die anstehenden Spiele in der UEFA Nations League nominiert.
Vier neue Gesichter, ohne A-Länderspiel in den Beinen, sind dabei: Christian Zawieschitzky, Lukas Jungwirth, Felix Bacher und Vasilje Markovic. Dazu gibt es mit Nikolas Veratschnig, Junior Adamu, Maxi Wöber und Marco Grüll vier Rückkehrer.
In den ersten Wochen der neuen Spielzeit gab es aber weitaus mehr Österreicher, die einen starken Saisonstart hinlegten. 90minuten hat sich zehn Spieler etwas genauer angeschaut, die sich eine (weitere) Chance im ÖFB-Team verdient hätten. Bis auf einen Akteur schafften es zumindest alle auf die Abrufliste des Teamchefs:
Sascha Horvath
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
11 (11) | 1 (2) | 862 |
Der Kapitän des LASK macht heuer genau da weiter, wo er vergangene Saison aufgehört hat. Für das Spiel von Didi Kühbauer ist der Mittelfeldspieler immens wichtig, in elf Spielen erzielte er ein Tor und legte zwei auf.
Seine hohe Arbeitsrate, das intensive Gegenpressing und der Spielaufbau zeichnen ihn beim LASK aus.
Horvaths größtes Problem? Gerade im Mittelfeld-Zentrum ist das ÖFB-Team mit am stärksten aufgestellt. Der Hauptgrund, wieso es der 30-Jährige noch nicht in den Kader geschafft hat. Auch bei diesem Lehrgang nicht ...
Nicolas Kristof
Spiele (mögliche Spiele) | Gegentore (zu Null) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
4 (4) | 8 (0) | 360 |
Das haben wohl nicht viele kommen sehen: Die SV Elversberg und Kristof knüpfen in der Deutschen Bundesliga einfach an jene Leistungen an, die sie schon in der Zweitklassigkeit gebracht haben.
Auch im Oberhaus ziehen die Saarländer ihr mutiges Spiel mit Ball durch - und genau dort hat auch der gebürtige Heidelberger seine Stärken. Mit dem Ball braucht er sich selbst in einer Top-Fünf-Liga nicht zu verstecken: Immer wieder bringt er seine langen Bälle zielgenau zum Mitspieler und auch ansonsten schaltet sich Kristof immer wieder in den Spielaufbau der SVE ein.
Obwohl er in drei Bundesliga-Spielen schon sieben Mal hinter sich greifen musste, machte Kristof auch auf der Linie eine gute Figur.
Oluwaseun Adewumi
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
6 (6) | 3 (0) | 223 |
Bei einer überraschend guten Hertha ist der Leihspieler als Superjoker voll eingeschlagen.
Der schnelle Offensivspieler erzielte als Einwechselspieler bereits drei Tore bei fünf Zweitliga-Einsätzen für den Tabellenführer. Im Schnitt trifft er nun "nur noch" alle 59 Minuten in der Liga, denn er feierte gegen Osnabrück sein Startelf-Debüt für die Hertha, blieb allerdings torlos.
Adewumi bringt allen voran ein Attribut mit, das das aktuelle ÖFB-Team wie einen Bissen Brot benötigt: Tempo. Mit 35,18 km/h wurde er für die Hertha bereits geblitzt, womit er zu den schnellsten Spielern der 2. Bundesliga gehört.
Thierry Tazemeta
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
5 (6) | 2 (0) | 310 |
Der nächste Zweitliga-Stürmer, der schon kurz nach seinem Wechsel auf sich aufmerksam machte.
In einer gut besetzten Kaiserslautern-Offensive hat sich der 1,92 m große Angreifer seinen Startelfplatz erkämpft - auch aufgrund der Verletzung von Naatan Skyttä. Bei seinem zweiten Einsatz traf er nach einem wunderbaren Dribbling. Beim ersten Startelfeinsatz netzte er ebenso.
Der ehemalige BVB-Jugendspieler bringt eine spannende Mischung aus starker Physis, gutem Dribbling und Spielwitz mit. Ein Profil, das im derzeitigen ÖFB-Kader kaum vertreten ist.
Der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Kickers Thierry Fidjeu-Tazemeta ist der einzige Spieler in dieser Liste, der es nicht einmal in die Abrufliste schaffte. Dafür steht er, wie vier andere in dieser Liste, im U21-Kader des ÖFB.
Jannik Schuster
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
3 (5) | 0 (0) | 253 |
Der 20-Jährige wagte den großen Schritt in die Premier League - und bisher läuft es richtig gut für ihn.
Beim 2:2 gegen Bournemouth feierte Schuster sein Startelf-Debüt für Brentford. Dabei erhielt er gleich einmal die harte Aufgabe, gegen den überaus wuchtigen Brian Brobbey zu verteidigen. Schusters gute Leistung war für Brentford-Coach Keith Andrews "keine besondere Überraschung. So ist er nun einmal. Er ist ein beeindruckender junger Mann".
Als dritter Innenverteidiger profitiert der Ex-"Bulle" im Moment von der Verletzung von Kapitän Nathan Collins.
Schuster präsentiert sich ballsicher, kann durch seine hohe Geschwindigkeit immer wieder Räume zulaufen und hat hinter Nottinghams Ousmane Diomande die zweitmeisten Klärungsaktionen (9,9) pro 90 Minuten. "Er wurde ins kalte Wasser geworfen und hat überzeugt", so Andrews.
Matthias Seidl
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
13 (14) | 2 (7) | 1.025 |
Mittlerweile ist er in seiner neuen Rolle auf der Acht/Sechs voll angekommen.
Der Rapid-Kapitän durchlief eine schwierige Vorsaison. Der eigentliche Führungsspieler musste zwischendurch auf der Bank Platz nehmen, wanderte teilweise schon unter Peter Stöger vom offensiven Mittelfeld eine Linie nach hinten.
Es scheint so, als wäre ein neuer Matthias Seidl zurück bei alter Stärke. Neben Nicolas Bajlicz ist der 25-Jährige der Spielmacher unter Johannes Hoff Thorup. Seine Statistiken, wenn auch durch die drei Assists beim 8:0 gegen den GAK, können sich sehen lassen: In wettbewerbsübergreifend 13 Spielen kommt er auf zwei Tore und sieben Vorlagen.
Yusuf Demir
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
12 (13) | 3 (4) | 886 |
Auch Yusuf Demir hat eine Wandlung hinter sich. Die technischen Fähigkeiten des früheren Top-Talents sind unbestritten.
Nun bringt er aber eine zusätzliche Komponente mit. "Was die Fitness angeht, kann man den aktuellen Stand nicht mit dem vergleichen, was er früher geleistet hat. Er ist auf einem so viel höheren Niveau", meinte Rapid-Coach Hoff Thorup noch vor einigen Wochen.
Der immer noch erst 23-Jährige wirkt nicht nur körperlich fit, man könnte es sogar robust nennen. Was abgesehen von einigen Highlight-Momenten heraussticht: Der Wiener bringt seine Leistungen so gut wie in jedem Spiel aufs Feld.
Die Zahlen des rechten Flügelspielers, der auf seiner Position die meisten Ballkontakte der Liga hat, lesen sich auch nicht schlecht: Drei Tore und vier Vorlagen in zwölf Spielen.
Raul Florucz
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
9 (9) | 6 (0) | 356 |
Wenn er spielt, liefert Florucz für Union Saint-Gilloise in der Frühphase dieser Saison.
In acht Partien (Liga und CL-Quali) kommt er auf sechs Tore. Dazu kommt aber auch eine Rote Karte wegen einer Rangelei beim CL-Quali-Aus gegen Bodö/Glimt, weswegen er in den nächsten zwei Europa-League-Matches gesperrt ist.
Das grundsätzliche Problem: Florucz ist unter David Hubert schlichtweg nicht gesetzt. Sowohl in der Liga als auch international stand er nur in 50 Prozent der Matches in der Startelf.
Valentin Zabransky
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
11 (12) | 0 (0) | 856 |
Veratschnig, Zawieschitzky, Zabransky - drei junge Österreicher sorgen bei den Salzburgern für Furore. Das gab es auch schon länger nicht mehr.
Doch obwohl die Leistungen des 19-jährigen Zabransky nicht unter jene seiner beiden Teamkollegen zu stellen sind, wurde er nicht nominiert. In erster Linie hängt das mit der gewaltigen Konkurrenz auf der Innenverteidiger-Position zusammen. Das bekam auch schon Jannik Schuster zu spüren.
Die Entwicklung des Wieners macht aber Mut, dass es künftig mit einer Nominierung klappen könnte. Aus Liefering "hochgezogen", etablierte er sich sofort unter Danny Röhl. Dabei ist die Konkurrenzsituation auch in Salzburg nicht zu unterschätzen.
Jacob Peter Hödl
Spiele (möglich) | Tore (Assists) | Einsatzzeit in Minuten |
|---|---|---|
11 (12) | 0 (1) | 891 |
Mit erst 19 Jahren bestreitet er seine bereits zweite Saison als Stammspieler in der Bundesliga.
Der flexible Mittelfeldspieler, der auf beiden Flügeln zum Einsatz kommt, besticht in erster Linie durch seine Intensität und sein Dribbling. "JP" Hödl sucht ständig das Eins-gegen-Eins.
Seine Einstellung sticht ebenso hervor. "Egal wie oft ich falle, ich werde weiter ins Eins-gegen-Eins gehen und meinen Gegner im Dribbling kaputt machen", meinte Hödl bereits nach dem CL-Quali-Aus gegen Fenerbahce. Bei den Scorer-Zahlen (eine Vorlage) gibt es allerdings noch Luft nach oben.
Florian Gabriel
Jonas Pamperl