Hartberg sammelt Stadion-Argumente
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Hartberg sammelt Stadion-Argumente

Die meisten Fans wurden ein weiteres Mal in Wien gezählt, auch beim LASK war viel los. Spannend ist aber vor allem die Entwicklung des TSV Hartberg.

 

+ + 90minuten.at PLUS - Ein Zuschauer:innencheck von Daniel Sauer + +

 

Dass man beim TSV Hartberg nicht mehr lange in der Profertil Arena spielen kann, ist kein Geheimnis. Die Lizenz für die Spielzeit 2024/25 ist auch an eine Lösung für eine neue Heimstätte gekoppelt, ein Neubau wäre für die Steirer nicht leistbar. Präsidentin Brigitte Annerl hofft auf die Unterstützung der öffentlichen Hand: "Wir sind keine Eintagsfliege mehr in der Bundesliga. Wir haben gezeigt, dass wir viel aus eigener Kraft schaffen können. Es wird an der Zeit, uns zu unterstützen", erklärte sie am Wochenende bei 'Sky'. Auf die Liste der Hartberger Argumente kann neben der vielversprechenden sportlichen Entwicklung auch die auf den Rängen aufgenommen werden - nur in der Spielzeit nach dem Aufstieg fand man knapp mehr Zuspruch. In den verbleibenden Liga-Heimspielen winkt sogar ein Rekord, mehr dazu später.

Mit insgesamt 48.805 war die 26. Bundesligarunde die vierzehnt-beste der Saison, liegt also ziemlich genau im Mittelfeld.

 

Positive Entwicklung bei WSG und WAC

In ihren drei Heimspielen seit Anfang März hat die WSG Tirol zu Hause mehr Punkte geholt, als in den zehn Heimspielen davor. Dem Aufwärtstrend sei Dank, aus dem direkten Abstiegskampf konnte man sich vorerst verabschieden. Auch wenn die Zuschauer:innenzahlen der WSG 2023/24 noch weniger bundesligatauglich sind, als in den Jahren davor, konnte man sich gegen Blau-Weiß Linz zumindest leicht steigern: 1.732 Interessierte waren im Tivoli Stadion, fünf Spiele waren in dieser Saison schlechter besucht, den Saisonschnitt hat man fast exakt getroffen. Beim ersten Heimspiel gegen den Aufsteiger waren 100 Leute weniger dabei, vielleicht nimmt der Verein rechtzeitig vor dem Silberberger-Abschied doch noch Fahrt auf. 

Auch der WAC konnte seine Zahlen steigern, die beiden letzten Heimspiele gegen Altach waren in dieser Hinsicht aber auch eine mittlere Katastrophe. Mit 3.649 Fans beim Duell mit der Wiener Austria beträgt das Plus gegenüber den vergangenen Wochen rund 1.000, verbucht wurde der siebtbeste Wert aus bisher 13 Heimspielen. Anteil daran hatte wohl eine Ticketaktion, bei der Hobbyvereinen freier Zutritt zum Stadion geboten wurde - außerdem gab es Freibier. Insgesamt verzeichnen die Kärnter aktuell einen besseren Schnitt als in den letzten beiden Jahren, gegenüber dem Austria-Heimspiel im November fehlen aber rund 400 Personen.

 

Hartberg egalisiert Rekord und das Ländle-Derby

Die große Möglichkeit zur Trendumkehr bei der Austria Lustenau verstrich knapp ungenützt, das Ländle-Derby gegen den SCR Altach vor eigenem Publikum ging knapp mit 0:1 verloren. Das Ausweichquartier in Bregenz war erstmals ausverkauft, 5.000 Fans fanden Platz. Für das Bundesliga-Schlusslicht ist es wohl ein schwacher Trost, aber damit wurde immerhin der beste Wert seit dem Aufstieg geschrieben. Auch bei bisherigen Derbys gegen Altach war die eigene Heimstätte voll, im Reichshofstadion fanden aber maximal 4.589 Zuschauer:innen platz.

Wenig überraschend darf man sich beim TSV Hartberg über das Einstellen eines Rekordes freuen: Gegen Sturm Graz war das Heimstadion der Steirer zum dritten Mal in der laufenden Saison voll, 5.024 Zuschauer:innen waren dabei. Gleich oft gelang dieses Kunststück in der ersten Bundesliga-Saison 2018/19, dem damals verzeichneten Rekord-Schnitt von 3.454 Fans pro Partie kommt man aktuell auf knapp 200 nahe. In den kommenden Wochen gastieren noch der LASK, Red Bull Salzburg und Austria Klagenfurt - im Kampf um die europäischen Plätze hätte jedes dieser Spiele viel Aufmerksamkeit verdient. Zumal Hartberg weiter Argumente für ein neues Stadion sammelt.

Freitagsspiel und Familienfest

Den bei Fans wenig beliebten Spieltermin am Freitagabend hat in der 26. Runde der LASK zugeteilt bekommen, dem neben Trainerwechsel, Fanprotesten und Lizenzproblemen auch noch ein Duell mit Red Bull Salzburg ins Haus stand. Mit 13.800 fand sich in Linz ein erfreulich großes Publikum, nur fünf Heimspiele waren besser besucht. Gegenüber anderen Duellen mit den “Bullen” im neuen Stadion fehlen zwischen 900 und 3.200 Zuschauer:innen, immerhin gab es in der Raiffeisen Arena aber erstmals Punkte gegen den Serienmeister.

Nur drei Liga-Heimspiele des SK Rapid - gegen Sturm, Salzburg und die Wiener Austria - waren in der Saison 2023/24 besser besucht, als das gegen Klagenfurt am Sonntag. Das liegt weniger am Gegner, beim ersten Duell mit den Kärntnern vor eigenem Publikum waren 17.600 Fans dabei, viele von ihnen wohl dank einer Ticketaktion. Auch diesmal haben sich die Hütteldorfer etwas einfallen lassen: Beim “Familien-Event” wurden einerseits Freikarten und ermäßigte Tickets vergeben, andererseits mit Hüpfburgen, Malstationen und anderen Events viel Programm geboten. Beim Spiel selbst waren 19.600 Zuschauer:innen dabei.

Vorgezogenes Cup-Finale

In Graz treffen sich schon am Freitag Sturm und der SK Rapid, wenige Wochen bevor sich die beiden Klubs im Cupfinale gegenüberstehen - das Spiel ist bereits ausverkauft. Während Salzburgs neuer Interimstrainer Onur Cinel am Sonntag vor eigenem Publikum sein Debüt gegen die Austria Klagenfurt feiert, steht das LASK-Trainerduo Darazs/Ritscher schon zum zweiten Mal an der Seitenlinie: Die Linzer empfangen den TSV Hartberg

Die Qualifikationsgruppe profitiert aus Zuschauer:innencheck-Sicht von einem Heimspieler der Wiener Austria, die eine vierte 10.000-Partie am Wochenende bringen sollte. Zu Gast bei den Veilchen ist die WSG Tirol. Für Schlusslicht Austria Lustenau steht eine Reise nach Kärnten zum WAC auf dem Plan, Konkurent Blau-Weiß Linz muss sich in Vorarlberg mit dem SCR Altach messen.

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