Achtung vor den Belgiern [Update zur Fünfjahreswertung]
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Achtung vor den Belgiern [Update zur Fünfjahreswertung]

Rapid und der WAC wahren nach Siegen in den Rückspielen die Chance auf die Gruppenphase. Im Kampf um Rang 8 der Fünfjahreswertung warten die Belgier auf österreichische Fehler.

+ + 90minuten.at Exklusiv - Von Georg Sander + +

 

0:0 und 0:4, der WAC hat seine Schuldigkeit gegen Gżira United getan und trifft im Playoff zur Europa Conference League auf Molde aus Norwegen. Die Skandinavier schalteten Kisvárda aus Ungarn aus. Rapid konnte das schwache 1:2 in Aserbaidschan vor eigenem Publikum in der Nachspielzeit gerade biegen und trifft auf den FC Vaduz aus der zweiten Schweizer Liga. Die Liechtensteiner konnten in der Türkei Konyaspor sensationell rauswerfen. Die Wiener Austria steht gegen Fenerbahçe im Playoff zur Europa League, ist schon fix in der dritthöchsten europäischen Klasse. Sturm Graz spielte gegen Dynamo Kiew brav, schied aber aus und somit geht es in der Europa League weiter. Red Bull Salzburg ist der einzig heimsiche Vertreter in der Champions League.

Vor einer Woche hatte Österreich noch 3.600 Punkte Rückstand auf Schottland, nun 3.400. Dahinter lauerte Belgien mit 0.600 Rückstand, das konnte gehalten werden. Auch der Vorsprung auf Serbien blieb mit 2.325 (Vorwoche: 2.300) ungefähr gleich.

 

 

Blick nach hinten

Mit etwas Respektabstand liegt Serbien auf Rang 11, in den Gruppenphasen müssen die Südosteuropäer allerdings sechs Siege mehr als die drei (oder fünf) österreichischen Vertreter einfahren. Übrig sind nur noch zwei Klubs. Radnički Niš wurde bereits in der 2. Qualirunde von Gżira erledigt. Čukarički erfuhr selbiges Schicksal durch AZ Alkmaar eine Runde später, Österreich dankt dem enteilten Ex-Konkurrenten um die besten Fünfjahreswertungsplätze, den Niederlanden. Partizan wiederum musste gegen Larnaka die Segel streichen, trifft im Playoff zur ECL auf die Ħamrun Spartans aus Malta. Roter Stern Belgrad bekommt es mit Maccabi Haifa zu tun und würde bei einem Ausscheiden Europa- statt Champions League spielen.

Belgien, auf Rang 10, hat noch fünf Vertreter im Bewerb und liegt einen Gruppenphasensieg sowie ein -remis hinter Rot-Weiß-Rot. Royal Antwerpen zieht gegen Lillestrøm aus Norwegen ins Conference League-Playoff ein, ebenso RSC Anderlecht, das mit Paide Linnameeskond aus Estland auch keine gröberen Probleme hatte. Im Playoff treffen die Klubs auf Başakşehir bzw. die Young Boys. Gent wiederum trifft im Europa League-Playoff auf Omonia Nikosia. Meister Brügge wird alleine in der Königsklasse antretten, Royale Union Saint-Gilloise ist wie Sturm in der dritten Qualirunde ausgeschieden und spielt EL.

 

Und nach vorne

Die Belgier scheiterten an den Rangers aus Glasgow, die von PSV Eindhoven in die Europa League gekickt werden können oder Meister Celtic in die höchste Spielklasse folgen. Heart of Midlothian trifft auf den FC Zürich, Ex-ÖFB-Teamchef Franco Foda könnte Schützenhilfe leisten. In der Conference League hat Dundee nach einem 1:0 im Hinspiel das Rückspiel gegen AZ verloren und ist raus, genauso wie eine Runde zuvor Motherwell. Schottland hat einen satten Vorsprung, umgerechnet auf die Gruppenphasen acht Siege und ein Unentschieden.

Lohnt sich ein Blick über Rang 8 hinaus? Kurz gesagt: Nein, da die Iberer 15 Punkte vor Österreich liegen. Portugal hat mit Vitória Guimarães (gegen Hajduk Split in Q3 zur ECL) zwar schon einen der sechs Teilnehmer verloren, Porto und Sporting sind aber schon fix in der Champions League, Benfica trifft auf Kiew und ist wohl über die Ukrainer zu stellen. Zum Drüberstreuen ist Braga noch in der Europa League-Gruppenphase, Ob Gil Vivente über AZ in den ECL-Playoffs drüber kommt, sei dahin gestellt.

 

Punkten, Punkten, Punkten

In der Qualifikation gibt es keine Schönheitspreise, ein Sieg bringt in der Fünfjahreswertung 0.200 Punkte, wichtig ist jetzt aber, dass viele möglichst alle Klubs in die Gruppenphasen kommen. Österreich ist mittlerweile Topnation, da legen die sogenannten Kleinen in der Quali wohl noch eine Schippe drauf, Haugesund, Limassol oder Düdelingen lassen grüßen. Dass die Schotten im Gegensatz zu Österreich nur zwei Teams fix in den Gruppenphasen haben, mag auf den ersten Blick gut aussehen, aber mehr als Celtic und der letztjährige EL-Finalist Rangers gab es auch sonst nicht. Zur Erinnerung. Viele Punkte der letzten Jahre stammten von Salzburg, aber auch vom LASK, der diesmal nicht dabei ist.

Wie sind die Chancen einzuschätzen? Die Austria ist gegen Fener wohl nicht Favorit, nachdem die Veilchen aber 2017/18 das letzte Mal in einer Gruppenphase spielten, wäre ein Akklimatisieren auf europäischer Ebene in der ECL vielleicht sogar einfacher. Zwar spielen im Playoff Klubs wie West Ham, die Fiorentina oder Köln, aber auch Klubs auf Augenhöhe, wie Partizan, Hapoel Be'er Scheva oder ZSKA Sofia. Der WAC wiederum ist gegen Molde wohl nicht unbedingt Favorit, aber die Norweger scheinen in zwei Spielen zu biegen zu sein. Rapid muss noch einiges drauflegen, alles andere als ein Sieg gegen Vaduz aus der 2. Liga wäre aber peinlich - und schlecht für die Fünfjahreswertung. Und Baku hin oder her: In die Gruppenphase hat es Rapid, wenn man im EC antreten konnte, seit 2015/16 immer geschafft.

Dennoch: Die heimischen Klubs müssen auf der Hut sein, nach hinten und nach vorne. Die Belgier gilt es auf Distanz zu halten, die Schotten dürfen nicht zu weit weg.

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