Fans in Corona-Zeiten: Wenn, dann Jubel in Tirol und Linz

Die meisten Klubs der österreichischen Fußballbundesliga dürfen im Herbst nicht mehr so viele Fans in die Stadien lassen wie in der vergangenen Saison vor Corona. Einzig beim LASK und am Tivoli sind mehr erlaubt als zuletzt kamen.

+ + 90minuten.at Exklusiv + + Ein Faktencheck von Georg Sander

 

Die Vereine der Bundesliga haben in den letzten Wochen Konzepte erstellt und von den Behörden abnehmen lassen, wie zum Ligastart am Wochenende wieder Fans in die Stadien kommen können. Bei zwei Vereinen sind nun sogar mehr Fans erlaubt, als die Klubs zuletzt vor der Corona-Unterbrechung begrüßen durften: Beim LASK, weil man nicht mehr in Pasching, sondern auf der Gugl spielt. Und bei der WSG Tirol, die schlichtweg ein riesiges Stadion hat, das man schon vorher kaum ansatzweise füllen konnte. Für die anderen Klubs wird es zum Teil empfindliche Einbußen geben. Allen voran Rapid, das zuletzt mehr als 18.000 Fans im Schnitt im Allianz Stadion hatten. Die Austria liegt hingegen in etwa in dem Bereich, den man in der (sportlich schlechten) Saison 2019/20 eingeschlagen hatte. Bitter wird es für Klubs wie Hartberg oder St. Pölten: Dort sind wie in Graz auch deutlich weniger Fans zugelassen, bei den meisten anderen Vereinen liegen die erlaubten Höchstzahlen in etwa im Bereich des Zuschauerschnitts.

 

Lockerungsverordnung vom 1. September

Ob überhaupt so viele Zuschauer in die Stadien kommen, ist fraglich. Denn derzeit gilt für die ersten Runden die aktuelle Lockerungsverordnung der Bundesregierung. Diese lässt, unter Einhaltung der von den Behörden bewilligten Maßnahmen, maximal 10.000 Zuschauer bei Freiluftevents zu. Ab in ein paar Wochen kann das wieder anders sein. Denn dann gilt die sogenannt Corona-Ampel. Springt diese auf Gelb, wie aktuell in Wien, Linz und Graz, dann sind nur noch 5.000 Personen bei Freiluftevents erlaubt. Derzeit handelt es sich noch um Empfehlungen, das entsprechende Gesetz ist noch gar nicht fertig. Frühestens beschlossen werden kann die dann rechtlich bindende Regelung am 23. September. SPÖ und FPÖ zeigten sich mit der vom grünen Gesundheitsminister Rudolf Anschober vorgelegten Fassung unzufrieden - im Bundesrat könnte das Gesetz verzögert werden. Neue Regelungen, die die 10.000er-Maximalzahl verringern, könnten also ab 1. Oktober oder überhaupt erst Ende November gelten.

Unsicherheit

Selbst wenn dann die Corona-Ampel kommt und auf Gelb springt, wäre das für mehr als die Hälfte der Klubs egal, da die Stadien ohnehin für weniger als 5.000 Zuseher zugelassen sind, wenn das Gesetz so kommt. Es mutet nun schon kurios an, dass Rapid etwa am Freitag zum Ligaauftakt gegen die Admira vor 10.000 Personen kicken kann, in einem etwaigen Champions League-Playoff-Heimspiel wegen UEFA-Vorgaben vor einem leeren Stadion, in Graz am 19. September vor 7.740 (dazwischen ist das Auswärtsspiel in St. Pölten) und dann am 4. Oktober gegen den LASK vielleicht nur vor 5.000. Das sind herausfordernde Zeiten für alle Beteiligten.