Foto: © GEPA 2019 / Dezember

Zuschauercheck 18. Runde: Nur einmal kamen weniger

Mit 3.997 Besuchern im Durchschnitt war der letzte Spieltag vor der Winterpause eine sehr schlechte, aber nicht einmal die am schlechtesten besuchte Runde.

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Nach 18 Runden lautete der Zuschauerschnitt vor einem Jahr 6.420, das konnte dieses Jahr unterboten werden. Schuld sind Spieltage wie dieses Wochende mit knapp 4.000 Fans im Schnitt oder auch die 16. Runde – da kamen mit 3.681 Fans im Schnitt sogar noch weniger.

 

Warum nicht gleich in Wattens spielen? Oder am Voith-Platz

Beide Umstände sind freilich nicht möglich, aber der Reihe nach. Die WSG Tirol muss am Innsbrucker Tivoli spielen und der Gegner um die rote Laterne war der SV Mattersburg. Beides keine guten Anzeichen für einen hohen Besuch, weder Mitte Dezember, noch zugegebenermaßen an einem anderen Tag. Dazu kommt die sportliche Performance der Wattener: Fünf Niederlagen in Folge und eine generell schwache Aufstiegssaison treiben die Fans eben nicht in Massen ins fremde Heimstadion. 1.250 Besucher in der Bundesliga ist Saisonschlechtleistung und die Wattener stehen im Winter vor großen Aufgaben, sportlich und punkto Fans. Wobei man dem Aufsteiger schon auch zugute halten darf, dass der Innsbrucker Stadtverein mit langer Tradition zu selbigem Spieltermin vor einem Jahr gegen den WAC auch nur 2.035 Fans begrüßte.

Von 1951 bis 2012 spielten der SKN St. Pölten und seine diversen Vorgängervereine am Voithplatz. Angesichts der Zuschauerzahlen hätte man sich die teure NV Arena auch sparen können. Letztes Jahr, als die Landeshauptstädter es unter die ersten Sechs schafften, kamen rund 3.500, derzeit sind es pro Heimspiel rund 150 mehr und die hätten auf einen (renovierten) Voith-Platz sicherlich auch gepasst. Gegen den SCR Altach konnten 2.232 Fans verbucht werden. Das ist sogar noch ein bisschen weniger als gegen die WSG Tirol. Vor einem Jahr spielten die Teams übrigens eine Woche früher gegeneinander, da kamen mit 2.143 noch weniger. Kein Vergleich zum 25. Spieltag 2017/18, als 1.447 die NV Arena besuchten. Die Zahlen sind indiskutabel schlecht.

 

Hartberg fast ordernlich, Admira dank Rapid im Aufwind

Obwohl die Hartberger diese Saison nach 18 Runden deutlicher über dem Strich stehen, als man letzte Saison unterhalb desselbigen war, gibt es nur ein zartes Plus bei den Zuschauern. Das wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach mit der relativ fixen Teilnahme an der Meistergruppe noch verbessern. In der regulären Saison 18/19 kamen die Hartberger auf 3.339 Besucher, in der Qualitikationsgruppe kamen nur noch 2.738 – inklusive Heimspiel gegen Rapid. Derzeit hat man 3.314 Fans im Schnitt, gegen Salzburg kamen etwas mehr. Pikant: Letzte Saison waren bis zum Winter drei Partien ausverkauft – Rapid, Sturm und Salzburg. Das Rapid-Spiel folgt im Frühjahr, aber 19/20 war nur das Duell mit Sturm ausverkauft. Bemisst man den Zuschauerschnitt der Hartberger aber an der Umgebung und erkennt an, dass man in einer großen Stadt wie Innsbruck doch mehr Laufpublikum hätte, muss der gegenwärtige Schnitt als „ordentlich“ beschrieben werden.

Die Admira hingegen wurde schon oft gescholten. Nicht, dass nun plötzlich alles gut wäre hinsichtlich Besucherzahlen, aber die Duelle gegen die Austria (3.476), Salzburg (2.537) und nun Rapid (4.643) entspannen die Lage in der Südstadt - auf niedrigem Niveau. Auch wenn sich der Kassier der Panther diese Begegnungen wohl nicht ab Ende November, sondern zu besserem Wetter gewünscht hätte. Dabei stimmt das wohl nicht zur Gänze. Das Qualifikationsgruppenduell in der Südstadt 2018/19 sahen im vergangenen Mai nur 3.800 Fans. Von Besucherzahlen wie 2011/12, als zum ersten Heimspiel 10.600 und zum zweiten 9.000 zur Admira kamen, ist man aber weit entfernt. Immerhin: Mit den letzten Wochen verschaffen sich die Südstädter nun etwas Luft gegenüber dem SV Mattersburg in der Zuschauertabelle.

 

LASK etwas weniger Fans, die Austria hat noch immer welche

Die Spitzenspiele hinsichtlich Zuschauer fanden in Pasching und Favoriten statt. Die Linzer, die unter der Woche Sporting CP vor 14.000 Fans auf der Gugl zerlegten, ließen sich bis zu einem 0:3-Rückstand und der Halbzeit Zeit, um selbiges mit Sturm zu machen – so sah letzteren Umstand zumindest LASK-Coach Valerien Ismael. 5.700 nun bei einem Heimspiel gegen die Grazer. Seit sich die Teams ab 2017 wieder auf höchster Ebene treffen, kamen zu den bisherigen vier Partien zwei Mal mehr, zwei Mal weniger Fans. Selbst mit einer ausverkauften Arena in Pasching hätte man die Austria aber nicht überholen können.

Die begrüßten zur nach aller Wahrscheinlichkeit eher letzten Chance auf die Meistergruppenteilnahme 6.738 Besucher gegen den Wolfsberger AC. Aus Zuschauer-Sicht ist es natürlich schade, dass sich die Austria sportlich seit der Eröffnung des modernsten Ligastadions ein Beispiel am Lokalrivalen aus Hütteldorf nimmt und in die viel beschriebene sportliche Misere begibt. Letztes Jahr in der vorletzten Runde ist die Anzahl von 11.252 Fans angegeben, am 4. November 2018 immerhin noch 8.450. Davor, auch im ungeliebten Happel-Oval, kamen jahrelang kaum mehr Fans. 2016 ist die Zahl 7.011 zu finden, 2015 7.780. In der Meistersaison 2012/13 gar 9.578 und 10.145, in der Folgespielzeit mit 8.099 und 8.764 noch deutlich höhere Zahlen als nun zuletzt.

Endlich Winterpause

Der Zuschauerschnitt liegt unterhalb der Vorsaison, und das, obwohl einige Klubs wie Rapid oder Salzburg ein Plus gegenüber 2018/19 verbuchen. Ins Gewicht fallen aber nicht einmal das leichte Minus bei Sturm oder das satte bei der Wiener Austria, sondern vor allem die Zuschauer-Performance der kleinen Klubs. Gleich zwei Zweitligisten haben einen höheren Schnitt als die Schlusslichter Admira und Mattersburg, die WSG ist da mitten drinn und Hartberg und St. Pölten sind nicht weit davor. Drei Runden werden zudem im Februar ausgetragen, es geht für viele Klubs um eine gute Ausgangsposition für die Zeit nach der Tabellenteilung – vermutlich vor wenigen Fans.

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