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Torlos, aber beeindruckend: Kombinationsstarkes Sturm spielt Rapid 45 Minuten lang an die Wand (2)

Sturm Graz dominierte das Spiel gegen Rapid vor allem in der ersten Hälfte. Die Grazer beeindruckten mit ihrer Kombinationsstärke, konnten sich dabei aber dennoch nur wenige Chancen herausspielen und kamen letztlich zu keinem Treffer.

Verbesserungspotential gegen den Ball

Defensiv wurde aus dem 3-4-3 ein 5-4-1 oder 5-2-2-1. Sturm lässt das Pressing nicht so druckvoll auslösen und die Doppelsechs von Rapid hatte eigentlich ausreichend Platz. Genutzt wurde dies aber noch nicht, da sie ein wenig isoliert in der 2-2-1-Staffelung von Sturm eingekesselt waren und die Innenverteidiger auf Zuspiele deshalb oft verzichteten. In zu vielen Situationen konnten Schwab und Ljubicic jedoch an den Ball kommen und dann erfolgreich in den Zwischenlinienraum spielen.

Hinter Jeggo und Zulj ergab sich relativ viel Platz, da diese sich eher nach vorne an den Sechsern von Rapid orientierten. Durch die Fünferabwehr wäre ein Rausrücken aus der Abwehr in solchen Situationen eigentlich kein Problem, da immer noch ausreichend Absicherung vorhanden ist. Rapid besetzt den Zwischenlinienraum aber nicht so starr, wodurch sich die Besetzung des Raumes ständig änderte und das Rausrücken erschwert wurde. So waren die rausrückenden Bewegungen oftmals nicht ideal getimed und kamen etwas zu spät. Die Fünferabwehr konnte aber dennoch die Ordnung zumeist behalten und Rapid kaum gefährlich werden lassen. 

 

Probleme in der zweiten Halbzeit

So gab es nach der ersten Halbzeit ein deutliches Chancenplus für die Grazer. Rapid-Trainer Djuricin erkannte, dass es so nicht weitergehen kann. Er ließ fortan tiefer verteidigen und hoffte mit Kontern gefährlich zu werden.

 

Durch diese Umstellung tat sich Sturm in der zweiten Halbzeit schwerer. Die tiefere Verteidigung von Rapid ließ weniger Räume offen und die Grün-Weißen pressten fortan etwas bedachter. Die Dreieraufbaureihe von Sturm hatte dadurch mehr Platz und mehr Zeit zur Verfügung, konnte dies aber kaum nutzen. Möglich wäre etwa ein verstärktes Andribbeln gewesen, um so Rapidler aus ihrer Defensivformation herauszulocken und Räume zu öffnen. Zudem hätten sich Zulj und Jeggo höher positionieren können, da sie ihre Höhe kaum an das veränderte Pressing von Rapid anpassten. Während sie in der ersten Halbzeit noch eine gute Unterstützung für die Verteidiger waren, so schränkten sie in der zweiten Halbzeit deren Spiel durch zu nahe Positionierungen etwas ein.

Bild 6: Sturm steht mit beiden zentralen Mittelfeldspielern außerhalb der gegnerischen Defensivformation. Nach vorne mangelt es an Anspielstationen. Lykogiannis spielt daraufhin eine Verlagerung, welche abgefangen wird, anstatt mit Ball am Fuß noch weiter aufzurücken.

Fazit

Sturm Graz spielt guten Fußball. Gegen Rapid konnte das Team von Foda gut kombinieren und war eine Halbzeit lang klar überlegen. Jedoch passte das Spiel im vordersten Drittel bzw. der Übergang dorthin nicht ganz so gut, wodurch man sich nicht viele Chancen herausspielen und trotz der Überlegenheit nicht in Führung gehen konnte. In der Halbzeit stellte Djuricin um und stellte Sturm damit vor Probleme. Gegen die tiefer stehende Rapid-Defensive spielten die Grazer zu verhalten, schoben das Mittelfeld nicht hoch genug und konnten kaum Räume öffnen.

 

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