Andreas Schicker verteidigt Gorenc Stankovič: "Er kämpft da um sein Leben"
Beim Topduell zwischen dem SK Sturm Graz und Red Bull Salzburg am Sonntag gingen die Wogen hoch, drei Spieler und Andreas Schicker sahen die Rote Karte. Der Sturm-Sportgeschäftsführer war wie sein Gegenüber aus Salzburg Bernhard Seonbuchner zu Gast im Sky-Format "Talk & Tore".
Ich habe kein schlimmes Wort zum Herrn Ebner gesagt, sondern dass er das Spiel nicht unter Kontrolle hat.
Das, was dann in der Rudelbildung passiert ist, darf nicht passieren.
Andreas Schicker (Geschäftsführer Sport SK Sturm):
…über das Duell gegen RB Salzburg: „Das war ein schlechtes Ende für uns, weil wir zwei Spieler verloren haben. Ich finde, dass Schiedsrichter Martin Ebner sehr hart hat spielen lassen über die gesamte Spielzeit. Das Spiel ist dadurch außer Kontrolle geraten. Trotzdem waren die roten Karten sehr, sehr hart.“
…über die hitzige Schlussphase: „Ich finde, man kann die Situation anders lösen als mit einer roten Karte. Es war für mich kein langes Würgen. Das war nur ein kurzer Griff zum Halsbereich. Der Schiedsrichter hat ein ganz klares Würgen von Solet gegen Stankovic nicht gesehen, der ihn im Würgegriff hatte. Das war die mit Abstand schlimmste Aktion. Stankovic kämpft da um sein Leben. Das ist glatt rot für Solet. Das nicht zu sehen ist sinnbildlich für die Qualität der österreichischen Schiedsrichter. Das ist entscheidend für unseren weiteren Saisonverlauf gewesen. Aus dieser Situation zwei Spieler zu verlieren, tut unheimlich weh. Aus meiner Sicht gehört Solet nachträglich gesperrt.“
…über die rote Karte gegen Gorenc Stankovic: „Es ist seine erste rote Karte, seit er in Österreich spielt. Er ist ein sehr ruhiger Spieler, der hier einfach in den Tumult reingekommen ist. Das will ich aber auch nicht verteidigen, denn das ist nicht optimal gelaufen. Für mich sollte ein Hauptschwerpunkt für den Schiedsrichter sein, das Spiel zu leiten. Das geht mir sehr oft verloren. Heute hat Martin Ebner das Spiel total verloren. Dann kommt so eine Situation zustande.“
…über sein eigenes Verhalten in den Auseinandersetzungen: „Ich habe kein schlimmes Wort zum Herrn Ebner gesagt, sondern dass er das Spiel nicht unter Kontrolle hat. Dann habe ich die rote Karte bekommen. In dem Moment will ich mich für die Mannschaft einsetzen. Martin Ebner kann bestätigen, dass kein schlimmes Wort gefallen ist.“
…über das Duell um die Meisterschaft: „Das war in der Vergangenheit so und das ist auch heute so. Wir haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir überhaupt mal zu so einem Spiel kommen. Das hat Österreich schon lange nicht gehabt. Wir haben heute über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Es hat nur manchmal die Wucht gefehlt. Salzburg ist aber einfach richtig gut. Es war auch etwas Pech dabei. Ich kann meiner Mannschaft überhaupt nichts vorwerfen.“
…über die Sperren von Stankovic und Lavalee: „Ich hoffe, dass die Sperre bei einem Spiel bleibt und sie gegen den LASK wieder dabei sind, weil sie einfach Schlüsselspieler sind.“
…über die Chancen auf die Meisterschaft nach der Niederlage: „Natürlich wissen wir, dass Salzburg jetzt einmal auslassen muss, und wir müssen alles gewinnen. In den letzten Jahren haben sie in der Meistergruppe zwischen 22 und 26 Punkten geholt. Das ist eine Mammutaufgabe für uns. Wenn ich mir das Spiel anschaue, war es über weite Strecken auf Augenhöhe. Da haben Kleinigkeiten das Spiel entschieden. Wir haben es nicht geschafft, so zwingend zu werden, wie wir es in anderen Spielen gemacht haben. Das hat aber auch mit der Qualität von RB Salzburg zu tun.“
…über die eventuelle Verlängerung des Vertrages von Lavalee: „Das heute hat keine Auswirkungen darauf. Wir sind in Gesprächen. Wir werden sehen, wann wir das finalisieren.“
Bernhard Seonbuchner (Sportdirektor RB Salzburg):
…über den Sieg gegen SK Sturm: „Der rote Faden heute war die Emotion. Die Fans unterstützen uns und die Stimmung war super. Wir haben nichts zugelassen und uns das Übergewicht erspielt. Wir hatten die ein oder andere Topchance auch schon in der ersten Hälfte.“
…über die Schlussphase: „Solange es 1:0 steht, ist das Spiel offen. Da können einzelne Momente das Spiel drehen. Dass in der Rudelbildung Emotionen drin sind, ist normal. Auf der anderen Seite darf das, was dann in der Rudelbildung passiert ist, nicht passieren.“
…über die Rudelbildung: „Da denkt man nicht strategisch. Da waren viele Spiele auf engem Haufen zusammen. Das ist von außen ganz schwer nachzuvollziehen.“
…über Mads Bidstrup: „Er ist ein Superspieler, ein Musterprofi. Das war in diesem Spiel und im letzten Spiel passiert ist, ein Tor mit rechts und eines mit links, sind der Lohn für das, was er sich erspielt hat.“
…über den Kampf um die Meisterschaft: „Wir wussten, der Gegner ist hochmotiviert. Wir haben die Performance geliefert, die es gebraucht hat. Es gibt jetzt nicht viel Zeit zu pausieren. Wir haben das Duell gleich wieder in einem anderen Bewerb.“