Martin Stranzl: "ÖFB braucht Richtlinien, Eckpfeiler"
Martin Stranzl war als Sky-Experte bei 'Talk und Tore' zu Gast und legte seine Gedanken zum Nationalteam dar.
Ich würde gut finden, wenn man Richtlinien festlegt, Eckpfeiler festlegt, wofür die Nationalmannschaft steht, damit man auch die Fans ins Boot holt.
Martin Stranzl (Sky Experte):
…über seinen Trainerwunsch: „Wenn wir diese Möglichkeiten für eine gute Trainerausbildung in Österreich haben, dann ist es nur logisch, dass wir unseren Trainern die Möglichkeit geben, das höchste Amt in Österreich auszuüben.“
…über die Motivation der Nationalteamspieler: „Da sollte es keinen Trainer brauchen, der seine Spieler motivieren muss, sein Land zu vertreten. Das sollte der innere Antrieb von alleine schon sein.“
…über Strukturen im ÖFB: „Ich würde gut finden, wenn man Richtlinien festlegt, Eckpfeiler festlegt, wofür die Nationalmannschaft steht, damit man auch die Fans ins Boot holt. (…) Auch haben wir mit dem ÖFB schon vor der EURO 2008 darüber gesprochen, ob man nicht irgendwo in Österreich ein Trainingszentrum mit einem kleinen Stadion errichtet, wo alle Trainings abgehalten werden, um auch eine Nähe zu den Fans aufzubauen, mit einem Café usw. Da kann man über die Trainingsmauer, Kabinenmauern Identität schaffen. Passiert ist aber nichts. Da legen wir uns selber Steine in den Weg.“
…über den Sportdirektorposten beim ÖFB: „Wir reden darüber, dass wir professionelle Strukturen haben wollen. Dann braucht man auch einen Sportdirektor oder sportlichen Leiter, der in diesem Bereich auch die Kernkompetenz hat.“
…ob die Spieler mehr in die Verantwortung gezogen werden sollen: „Absolut. Im Endeffekt bist du als Spieler verantwortlich, die Leistung am Platz zu bringen. Fakt ist, wenn man sich die letzten Spiele der letzten Jahre anschaut und das Herz der Mannschaft, Mittelfeld speziell, dann bemerkt man, dass diese Spieler einfach wenig zum Spielen kommen. Dann hast du in der Nationalmannschaft ein Problem. Da ist dann die Frage, wie man es angeht und wie man es anlegt. Beruft man die Spieler ein, wohl wissend, dass sie vielleicht nicht performen, weil sie die Spielpraxis nicht haben. Oder gehe ich einen anderen Weg und berufe andere Spieler ein, die mehr gespielt haben, aber vielleicht nicht diese Qualität haben. Das ist ein schmaler Grat, auf dem sich der Teamchef bewegt.“