Franz Ponweiser: "Es ist den Spielern schon zuwider"

Zu Gast bei „Dein Verein“ war am Montag Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser, der über die aktuell schwache Defensive bei den Mattersburgern sprach.

Franz Ponweiser (Trainer SV Mattersburg):

...über seine persönliche Doppelbelastung aufgrund der UEFA Pro-Lizenz: „Es waren jetzt sehr anstrengende eineinhalb Jahre. Die Ausbildung wurde ja komplett neu aufgestellt. Mit Dominik Thalhammer und Thomas Eidler haben sie zwei Leute, die richtig Gas gegeben haben. Ich bin froh, dass ich das (die Prüfung, Anm.) gleich am ersten Tag erledigen konnte. Es waren super Vorträge, es waren natürlich viele Arbeiten zu erledigen und auch der Stressfaktor war sehr hoch – aber der ist ja jetzt im Profiberich auch gefordert.“

Es ist ganz komisch, da erkennen wir nicht, wann wir wirklich richtig drauf auf die Leute müssen und wann es besser ist, Abstand zu gewinnen.

Franz Ponweiser

...über die Baustelle in der Defensive: „Wir haben zurzeit Probleme, das sieht man. Wir haben am Samstag versucht Umstellungen vorzunehmen. Es ist leider so, dass wir immer wieder Phasen in einem Spiel durchlaufen, wo der eine oder andere dann wegkippt, was das Mentale betrifft, immer wieder einer dann bei Standardsituationen schläft. Und wenn man das Spiel (gegen Hartberg, Anm.) sieht, dann hat man eigentlich wieder bei drei ruhenden Bällen das Spiel verloren. Und das ist extrem bitter. Wir versuchen da schon extrem ins Detail zu gehen, um diese Dinge zu vermeiden. Noch haben wir es nicht geschafft, den Trigger zu finden. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir das hinbekommen. (...) Die ganze Geschichte, wenn man so viele Gegentore bekommt, ist höchstkomplex. Es beginnt vorne, wenn wir – so wie gegen Hartberg am Anfang – es nicht schaffen, Druck auszuüben, den Gegner ein bisschen wegzuhalten. Dann schaffen wir es nicht in der hinteren Linie Zugriff zu bekommen. Es ist ganz komisch, da erkennen wir nicht, wann wir wirklich richtig drauf auf die Leute müssen und wann es besser ist, Abstand zu gewinnen. Es sind viele Entscheidungen, die wir dann falsch treffen im Spiel.“

...darüber, wie Mattersburg wieder in die Spur kommt: „Es ist so, dass es den Spielern ja selbst schon ein bisschen zuwider ist, dass wir so billige Gegentore bekommen. Und wenn wir dann gemeinsam reflektieren, dann sind sie auch sehr einsichtig. Die Sache ist, dass wir halt, wenn der hohe Ball reinkommt, vielleicht den Schritt nach vorne machen, obwohl der Ball noch gar nicht richtig berechnet wird, und auch die Position zum Ball vielleicht ein bisschen schlecht ist. Und da gilt es jetzt noch mehr ins Detail zu gehen und einfach auch mental eine Stärke zu entwickeln. Es ist ja nicht schwierig. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das hinbekommen.“