Alex Pastoor: "Kleine Vereine vergessen, dass sie nicht Busquets oder Frenkie de Jong haben"
Zu Gast bei „Talk & Tore“ war unter anderem der Trainer von CASHPOINT SCR Altach Alex Pastoor. Er sprach über Spielstile, warum er Auswärtsfans persönlich verabschiedet und einen möglichen Verbleib in Vorarlberg.
Alex Pastoor (Trainer CASHPOINT SCR Altach):
...über die Entscheidung, ob er nach Saisonende Altach-Trainer bleibt: „Ich fühle mich wohl in dieser Gegend. Persönlich gefällt es mir unglaublich. Ich sehe auch viel Potenzial – nicht nur im Verein, sondern in ganz Vorarlberg. Aber es gibt noch eine persönliche Situation: Wenn ich in Altach bleibe, dann werden meine Frau und mein Sohn nicht kommen. Also das ist ein großes Opfer. Es ist schwierig.“
...auf die Frage, wann die Entscheidung fallen wird: „Wir haben offiziell verabredet, dass wir uns gegenseitig bis 12. Mai entscheiden müssen. Das ist bald. Es ist für alle besser, wenn eine schnelle Entscheidung kommt. Ich bin derzeit ganz in der Mitte. Es gibt, wie bei allen Trainern und Präsidenten, viele Leute die anrufen – entweder direkt oder über Berater. Es gibt immer auch noch andere Angebote. Es ist nicht so einfach.“
...über die Szene in Mattersburg, wo er jeden Altach-Fan persönlich verabschiedet hat: „Das hat eine Geschichte: Früher hat mein Vater – er ist letzten Sommer gestorben – immer gesagt, wenn so wenige Zuschauer waren: Da kann man sich bei jedem einzelnen Zuschauer persönlich bedanken. Mattersburg war schon weit, sie waren zehn Stunden im Zug unterwegs und ich habe mir gedacht, es ist eine gute Gelegenheit sich persönlich bei den Fans zu bedanken. (...) Es waren elf, die nach Mattersburg gekommen sind. Und ich habe gedacht: Ich bin in der Nähe, ich schüttle jedem Einzelnen die Hand.“
...über seine Selbstbeschreibung, dass er früher eine Mischung aus Simeone und Conte zum Quadrat gewesen sei sowie seine Entwicklung: „Ich war explosiv, aber auch begeistert. Ich wollte nur den Spielern helfen – sogar mitspielen. Aber es bremst die Entwicklung. Wenn man engagiert ist, ist das gut, aber die Spieler sollen auch selber Entscheidungen treffen und auf eine andere Art und Weise Vertrauen spüren von einem Trainer. Und es ist wie bei Eltern und Kindern: Sie müssen auf eigenen Beinen stehen. Aber das muss man auch lernen. Man muss oft Fehler machen, um etwas zu entdecken – und das habe ich auch entdeckt.“
...auf die Frage, ob er die Spielweise von Ajax Amsterdam bei Altach einführen möchte: „Dafür braucht man die Spieler. Mir ist in der ganzen Welt aufgefallen, dass man auch bei kleinen Mannschaften sehen kann, wie der Weltfußball ausschaut. Vorbilder sind Barcelona, Machester City, Liverpool und auch Ajax – das bedeutet, dass ziemlich kleine Vereine auch so aufbauen wollen, wie diese Mannschaften. Aber die vergessen, dass sie nicht Busquets oder Frenkie de Jong haben.“