Viktoria Schnaderbeck: Ein langer, mühsamer Weg zur EM
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Viktoria Schnaderbeck: Ein langer, mühsamer Weg zur EM

Nach dem großen Erfolgserlebnis "EM 2017" musste ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck viele Rückschläge einstecken. Jetzt steht die nächste EM vor der Tür.

"Es gab Tage, an denen musste ich am Sofa weinen", erzählt die Kapitänin des österreichischen Nationalteams Viktoria Schnaderbeck. "Ich habe von früh bis spät trainiert, alles Mögliche probiert, aber verändert hat sich nichts".  In einem Interview mit dem Sportmedium "The Athletic" gab sie Einblick in ihren Kampf gegen hartnäckige Verletzungen und den Weg zum großen Ziel "EM 2022". 

Ein Jahr nach dem Semifinale der letzten Europameisterschaft verließ Viktoria Schnaderbeck den FC Bayern München und schloss sich dem FC Arsenal in England an. Für die "Gunners" aus Nord-London absolvierte sie in den folgenden vier Jahren nur 40 Einsätze, in einem Vorbereitungsspiel gegen den FC Everton begann eine lange Serie von Knieverletzungen - noch bevor sie ihr Debüt für Arsenal geben konnte. 

 

Erneute Knieverletzung und Vereinswechsel

Nach 16 Spielen in Englands höchster Spielklasse - der "Women's Super League" - in zwei Saisonen wurde das Knie erneut zum Problem, mitten in einer ohnehin unsicheren Zeit im englischen Frauenfußball. Im Gegensatz zur Premier League bei den Männern wurde die Super League zwischen mehreren Lockdowns abgebrochen. "Ich kann mich an einen MRI-Scan an meinem 30. Geburtstag erinnern, es war ein Alptraum", erzählt Schnaderbeck, heute 31 Jahre alt. Die Knieverletzung habe sich zwischenzeitlich sogar verschlechtert, im Mai 2021 folgte eine Operation, die sie als "game-changer" bezeichnet. Die EM war dabei eine große Motivation, ein Pro-Argument für eine Operation, die sich letztendlich ausgezahlt hat. 

Im Winter 2022 ließ sich Viktoria Schnaderbeck an Arsenals Lokalrivalen Tottenham verleihen - was im Männerfußball nicht reibungslos funktioniert hätte, ist bei den Frauen beinahe alternativlos. In der Nationalmannschaft konnte sie Anfang des Jahres wieder Fuß fassen: "Es hat sich gut angefühlt, wieder Teil des Teams zu sein". Obwohl die Vorbereitung nicht reibungslos verlaufen ist, hat Schnaderbeck es in den Kader von Irene Fuhrmann geschafft und ist ihrem großen Ziel damit bereits sehr nahe. Wie es nach der EM weitergeht, ist noch offen - der Vertrag mit dem FC Arsenal ist ausgelaufen.

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