Petar Filipovic: "Ich wollte einfach wieder Fußball spielen"
Seit erst sieben Monaten ist Petar Filipovic beim LASK. In einem ausführlichen und tiefgründigen Interview mit lask.at verrät der 29-Jährige unter anderem, warum er sich so nahtlos in das LASK-Spiel integrieren konnte. (Text: Aussendung LASK)
Zu meiner Zeit in Ried und bei der Austria war es an der Spitze sehr monoton. Red Bull Salzburg war vorne, die Mannschaften dahinter weit entfernt.
Abwehrspieler Petar Filipovic spricht im Interview mit LASK.at über...
... die bisherige Saison: "Was sich bisher ereignet hat, kommt einer Traumvorstellung gleich und entspricht dem, was man sich unter einer fast perfekten Saison vorstellt. Das betrifft sowohl die Resultate als auch die Art und Weise, wie ich hier aufgenommen wurde. Ich habe mir das irgendwo gewünscht, dass es dann so eintreten würde, konnte man sich vorab nur schwer vorstellen. Auch hat mir geholfen, dass ich bereits vor meinem Engagement beim LASK Freunde und Bekannte in Linz hatte. Das hat nochmal alles abgerundet, meine Frau, mein Sohn und ich sind sehr glücklich."
... den geglückten Einstieg: "Dieses positive Feedback habe ich von vielen erhalten, das freut einen natürlich sehr. Es war bei mir so, dass ich zuvor in der Türkei viel Verletzungspech hatte. Nicht zuletzt deshalb habe ich wieder gebrannt, wollte einfach wieder Fußball spielen und Kontinuität. Hinzu kam, dass ich von Mannschaft, Trainerteam, Vorstand, Betreuerstab sowie generell dem gesamten Verein von Beginn an vollstes Vertrauen gespürt habe. Das hat mich so sehr überzeugt, dass ich mich dazu entschieden habe, von einem auf den anderen Tag mit meiner Familie von der Türkei nach Linz umzuziehen. Aufgrund dieses Vertrauens, das man in mich gesetzt hat, hat es mir hier von Anfang an einfach gefallen. Auch war mir das System schon bekannt, zudem kannte ich Gernot Trauner und Thomas Gebauer von früher, es hat mir von den Abläufen her durchaus geholfen, in der Vergangenheit bereits einige Spiele neben Gernot absolviert zu haben."
(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)
... die erste Zeit in Österreich: "Zu meiner Zeit in Ried und bei der Austria war es an der Spitze sehr monoton. Red Bull Salzburg war vorne, die Mannschaften dahinter weit entfernt. Dass wir in der aktuellen Saison tabellarisch bislang auf Augenhöhe agierten, macht die Liga unberechenbarer und damit auch attraktiver. Du hast darüber hinaus aber immer noch weitere Gegner, wie beispielsweise Rapid, die Austria und Sturm, die für attraktive Duelle bürgen. Alle Mannschaften versuchen, das Maximum herauszuholen."
... den Traum, in einem Nationalteam zu spielen: "Wir sind Kroaten, meine Eltern sind jedoch in Bosnien geboren und aufgewachsen. Ich hätte dadurch auch theoretisch die Möglichkeit, für Bosnien-Herzegowina zu spielen. Hier gab es auch tatsächlich bereits intensiveren Kontakt. Ganz stark aufgekommen ist die Thematik, als ich mit Austria Wien gegen AS Rom und Edin Dzeko gespielt habe. Da haben das die bosnischen Medien aufgegriffen. Man hat dann in der Türkei das eine oder andere Spiel von mir und einem anderen Kollegen beobachtet. Just an dem Tag, an dem ein Mitglied des Trainerstabs meine Telefonnummer wollte und unser Spiel von Konyaspor beobachtet wurde, habe ich mir in der 90. Minute gegen Malatyaspor einen Kreuzbandriss zugezogen. Der ebenfalls beobachtete Kollege wurde dann einberufen. Ich denke, dass auch ich die Chance dazu gehabt hätte. Das wäre natürlich eine super Sache gewesen, vielleicht war es Schicksal. Für mich ist es immer noch ein Traum, in die kroatische Nationalmannschaft einberufen zu werden, ich würde aber auch gerne für die bosnische spielen. Für den DFB (Petar Filipovic besitzt auch die deutsche Staatsbürgerschaft, Anm.) hingegen ist es eher unwahrscheinlich, so ehrlich muss man sein."