Sanierung oder neues Nationalstadion? Die Diskussion geht weiter
Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zu einem Umbau des Ernst-Happel Stadion widersprechen den eingeschlagenen Weg der Stadt Wien.
Vor kurzem erklärte Wiener Sportstadtrat Peter Hacker, dass er gegen ein Stadion-Neubau sei. Die Stadt Wien hat sich wieder für eine Sanierung des Ernst-Happel Stadions entschieden. Nun meldete sich Claus Binz in einem Interview mit der Krone zu Wort. Der Experte vom Institut Sportstätten-Beratung in Euskirchen erstellte für den ÖFB eine Machbarkeitsstudie und ergänzte diese auch in diesem Jahr mit einem Finanzierungs- und Nutzungskonzept. Der eingeschlagene Weg von der Stadt widerspricht aber den Ergebnissen der Studie deutlich.
Binz äußerte sich zu einem möglichen Umbau: „Die Frage, ob sich das Ernst-Happel-Stadion zu vertretbaren Kosten in eine moderne Fußball-Arena umbauen lässt, ergab ein klares Nein. Dafür gibt es viele Gründe: Der Hauptmangel ist die nicht mehr zeitgemäße Funktionalität mit viel zu vielen Eingängen, schlechter Sichtqualität und fehlendem Komfort. Aber auch die Sicherheit ist ein Problem.“
Dazu sagt der Experte: „Das Stadion hat Bestandschutz. Im Falle eines Neubaus wäre die jetzige Situation nicht mehr genehmigungsfähig. Zumal die Anforderungen an die bauliche Sicherheit heutzutage deutlich höher sind.“
Durch eine Umnutzung des jetzigen Stadions könnte die neue Spielstätte zum Teil finanziert werden: „Für die Umnutzung des Happel-Stadions ist ein Erlös von bis zu 100 Millionen Euro drin, damit hätte man die neue Arena zu einem guten Teil finanziert. Ein Zwei-Ränge-Stadion ist für 150 Millionen netto realisierbar, da es die Infrastruktur im Sport-Prater schon gibt."