Warum ein Investor bei Rapid doch einsteigen kann
Wenige Stunden vor der Wahl zum neuen Rapid-Präsident widerspricht der aktuelle Vizepräsident Nikolaus Rosenauer dem Kandidaten Roland Schmid, wonach es für einen Investor nicht möglich sei, bei Rapid einzusteigen.
Auch wenige Stunden vor der Wahl wird noch Versucht, Argumente auszutauschen und Positionen darzulegen. Via Facebook hat Nikolaus Rosenauer, Mitglieder der Liste Team Leitbild (Martin Bruckner), der Ansicht von Roland Schmid widersprochen, wonach ein Einstieg eines Investors bei Rapid nicht möglich sei. Schmid meinte etwa im Interview mit 90minuten.at zu diesem Thema: "Man muss keine Angst vor einem Verkauf von Rapid haben – das geht rechtlich gar nicht. Kommt nicht in Frage." Immer wieder wurde Schmid in den vergangenen Wochen vorgeworfen, mit Michael Tojner einen Investor an Bord zu haben.
Stellungnahme von Nikolaus Rosenauer im Wortlaut:
In den letzten Tagen und auch gestern im Rahmen der Sendung „Sport am Sonntag“ (ORF) hat unser Mitbewerb dargelegt, dass eine Einbringung eines Investors bei Rapid nicht möglich sei.
In den nachfolgenden Zeilen möchte ich gar nicht erst auf die abwechslungsreiche Einstellung bzw. den Zick-Zack-Kurs dieser Liste zu dem Thema „Investoren“ bei Rapid eingehen.
Viel mehr möchte ich festhalten, dass wenn das Team Grün Weiß behauptet, eine Beteiligung eines Investors sei aufgrund der Satzungen nicht möglich, so ist dies nicht richtig. Unsere Mitglieder verdienen diesbezüglich die Wahrheit und die Fakten.
Ich möchte keine Anleitungen geben, aber denken wir beispielsweise nur dran, ein Investor finanziert das Trainingszentrum und erhält als Gegenleistung eine Beteiligung an Transfererlösen von dort ausgebildeten Spielern. Im übelsten Fall wird dann bei entsprechendem, finanziellem Interesse Druck ausgeübt werden, dass bestimmte Spieler in der Kampfmannschaft eingesetzt werden, um einen Transfererlös - von dem der Investor profitiert - wahrscheinlicher zu machen. Hier kann es grundsätzlich zu Situationen kommen, in denen sportliche Interessen mit wirtschaftlichen Interessen des Investors kollidieren. Wir wollen das nicht.
Daneben gäbe es eine Vielzahl von rechtlichen Konstruktionen, die einem Investor Einflussmöglichkeiten schaffen, auch wenn er nicht an der SK Rapid GmbH beteiligt ist.
Ich denke beide Listen wissen dies sehr genau. Man muss somit keine weitere Anleitung geben.
Die Absichten bzw. die abschließende Einstellung der Liste Grün Weiß sind, aus meiner Sicht und zu meiner Verwunderung, selbst nach einer langen und intensiven Wahlauseinandersetzung nicht zweifelsfrei geklärt.
Aus Sicht der Liste Leitbild rund um Martin Bruckner ist jedenfalls das Thema eindeutig adressiert:
Jedes Herz, das für Rapid schlägt, ist uns willkommen. Auch als Sponsor oder Partner, aber nicht als Investor.
Mit uns bleibt Rapid immer der Herr im eigenen Haus. Wir glauben an den Mitgliederverein.
Daher werden wir dieses Thema, sowie viele andere für den Verein wichtige Themen, innerhalb unseres groß angelegten Satzungskonvent für einen modernen Mitgliederverein SK RAPID gemeinsam mit allen Rapidlern und Rapidlerinnen analysieren und besprechen und letztenendes den „Rapid Weg“ festschreiben.
Herzliche, grün-weiße Grüße,
Nikolaus Rosenauer
++ Live: Die Wahl zum neuen Rapid-Präsidenten im Live-Ticker