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ÖFB und Bundesliga initiieren Homophobie-Ombudsstelle

Der ÖFB und die Bundesliga setzen nach der Aktionswoche im vergangenen Oktober ein weiteres Zeichen gegen homophobe Diskriminierungen im heimischen Fußball. (Text: Presseinfo Bundesliga)

Aus diesem Grund hat man gemeinsam eine Ombudsstelle eingerichtet, die sich Diskriminierungen mit homophobem Hintergrund annimmt und am Mittwoch am Rande der EuroPride 2019 in Wien präsentiert wurde. Die Installierung der Ombudsstelle ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, in dem sich die Verbände mit dem Thema Homophobie auseinandergesetzt haben und Inputs und Maßnahmen im Rahmen von vielen Gesprächen, einem runden Tisch mit zahlreichen NGOs und Gesprächen mit aktiven Fans gesammelt haben.

Die Ombudsstelle dient als direkte Anlaufstelle für LGBTIQ (Lesbisch/Schwul/Bi/Trans/Inter/Queer)-Personen im Fußball – seien es Spielerinnen oder Spieler, Fans oder Funktionäre. Die Agenden des Ombudsmannes hat Oliver Egger übernommen. Der 26-Jährige ist Fußballer beim FC Gratkorn und vor einiger Zeit als Hauptdarsteller des Films „Der Tag wird kommen“ als erster österreichischer Fußballspieler, der offen zu seiner Homosexualität steht, in Erscheinung getreten.

Die Stelle wird sich mit anderen Organisationen und NGOs vernetzen, um auch eine psychologische Weiterleitung oder Weiterbetreuung zu gewährleisten. Die Anlaufstelle ist unabhängig und eigenständig im Verein „Fußball für alle“ organisiert und kann mit einer Legitimation von ÖFB und Bundesliga bei Problemen bei Vereinen oder Verbänden vorstellig werden. Finanziert wird sie von ÖFB und Bundesliga sowie durch Förderungen der UEFA.

ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer: "Als größter Sportfachverband Österreichs ist sich der ÖFB seiner Verantwortung und Vorbildwirkung innerhalb der Gesellschaft bewusst. Fußball ist für alle da, und deswegen treten wir für Vielfalt, Toleranz und Integration ein. Die Einrichtung der Ombudsstelle ist ein nächster wichtiger Schritt in diese Richtung."

Bundesliga-Vorstand Reinhard Herovits: „Wir wollen Bewusstsein für das Thema schaffen. Sobald man wie wir als Bundesliga in der Öffentlichkeit steht, hat man auch eine Vorbildwirkung, und dieser Rolle wollen wir nachkommen. In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich sicherlich schon einiges getan, aber man darf nicht einfach auf einen Generationswechsel warten. Wir wollen uns aktiv einsetzen, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Respekt für alle an der Tagesordnung steht.“

Ombudsmann Oliver Egger: „Es braucht noch viel Bewusstseinsbildung. Zunächst einmal wollen wir die Ombudsstelle bekannt machen und bestehende Player, die sich bereits jetzt um eine positive Atmosphäre auf den Rängen und in den Vereinen bemühen, vernetzen. Es gilt, im Fußball gemeinsam eine offene Atmosphäre zu schaffen, damit junge Leute in aller ihrer Vielfalt willkommen sind, und sich nicht vor Ausgrenzung fürchten müssen.“

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