Ljubicic-Brüder für zwei verschiedene Nationalteams?

Bei den Vereinen spielen Dejan und Robert Ljubicic bekanntlich in getrennten Farben. Das könnte auch bei den Nationalteams so sein.

Rapids Dejan Ljubicic war mit Österreichs U21 bei der EM in Italien, spielt seit der U17 für den ÖFB. Sein Bruder Robert, im Brotberuf Mittelfeldspieler beim SKN St. Pölten, ist drei Jahre jünger und absolvierte im März ein Testspiel für die kroatische U20-Mannschaft. Obwohl der jüngere Bruder mit guten Leistungen auffiel, war der kroatische Verband schneller als der österreichische, wie er bei Laola1.at erzählt: "Die kroatische Nationalmannschaft hat mir schon im Jänner eine Anfrage geschickt. Erst zwei Monate später habe ich das von Österreich gehört, aber da hatte ich schon den Kroaten zugesagt und konnte das auch nicht ablehnen. Ich wusste damals nicht, dass Österreich mir auch eine Anfrage schickt."

 

Vater wünscht sich ein Nationalteam

Vater Zoran, Anfang der 2000er selbst in St. Pölten engagiert, und bosnischer Kroate, der im Zuge des Kriegs am Balkan nach Österreich flüchtete, hätte aber lieber, dass seine beiden Söhne in einem Nationalteam spielen würden. Da Robert aber nur ein Freundschaftsspiel bestritt, hat der ÖFB noch Möglichkeiten, ihn zu holen. Allerdings verwehrte sich beispielsweise Teamchef Franco Foda in Sachen Kalajdzic, der auch vom serbischen Verband umworben wird, gegen Einsätze von Spielern, um sie für den ÖFB 'abzusichern': "Ich bin kein Trainer, der jetzt kurzfristig nur einen Spieler nominiert, damit er dann für ein anderes Land nicht spielen kann."

Dass ein Brüderpaar für zwei verschiedene Nationalteams spielt, ist nicht die Regel, aber auch nicht komplett neu. So spielte etwa Jerome Boateng für Deutschland, sein Bruder Kevin-Prince für das Land seiner Vorfahren, Ghana.