Jürgen Werner: "Wir haben mit unserem Trainerteam das LASK-System entwickelt und durchgezogen"
Jürgen Werner spricht in einem Interview über das Champions League-Playoff und über den Werdegang vom LASK.
Jürgen Werner, Vizepräsident beim LASK, spricht in einem Interview mit dem "Kurier" über...
... die Chancen im Champions League Playoff: "Weil Brügge in einer Kategorie mit Basel ist. Ich glaube, die Schweizer und belgische Liga sind von unserer nicht so weit weg, nur weil die Budgets höher sind. Wir verkaufen João Victor um 3,5 Millionen und freuen uns wie die Schneekönige, Brügge verkauft den besten Stürmer um 24 Millionen. Der schießt deshalb nicht mehr Tore. Sie werden uns trotzdem unterschätzen. Ich denke, unsere Spielweise im ganz hohen Pulsbereich bereitet auch den besseren Klubs Probleme. Wir sind sie gewöhnt."
... den sportlichen Erfolg der letzten Jahre: "Jetzt siehst du wieder LASK-Leiberln auf der Straße. Und es flattern die Glückwünsche ausländischer Klubs herein. Vor dem Spiel gegen Basel waren Leute mit Taferln vor dem Stadion. Darauf stand: Suche Karten. Ein Ex-Mitspieler von mir hat gemeint, naja, die Taferln hat’s bei uns auch schon gegeben. Der Unterschied? Damals stand drauf: Verkaufe Karten."
... die Philosophie des LASK: "Wir haben mit unserem Trainerteam das LASK-System entwickelt und durchgezogen. Verhaltensweise und Kooperationsbereitschaft gelten auch für die Juniors und in der Akademie. Die Erfolgsformel? Kurze Sprints, hohes Pressing, dichte Organisation mit hoher Einsatzbereitschaft. Eine Truppe mit Charakter ist gefordert. Früher gab’s oft eine Suderei von Spielern, die auf der Bank gesessen sind. Von denen haben wir uns getrennt."
... die Trainerverpflichtung von Valérien Ismaël: "Wir wollten erstens kein Training, bei dem die Mannschaft eine Woche keinen Ball sieht. Und das Einhalten der Trainings- und Spielphilosophie war schon Voraussetzung. Das hat uns bei der Suche sehr eingeschränkt. Ich kann der Mannschaft ja nicht plötzlich die Mittel und den Glauben nehmen, wie sie Gegner wie Rapid und Austria bezwingen kann. Korrekturen haben sich ergeben, weil viele Gegner uns nicht mehr unterschätzen, sich hinten hineinstellen und wir mehr Ballbesitz haben."
... seine eigene Spieler-Agentur "Stars&Friends", mit der Werner auch selber Spieler an den LASK vermittelte: "Ich stellte nie eine Provision für diese Spieler in Rechnung, wollte keine Angriffsfläche bieten. Spieler wurden auch von anderen Agenturen geholt. Selbst die Optik ist nicht mehr schief: Ich habe meine Firma verkauft.