Transfermarkt: Ein geschwächtes Team?
RB Salzburg hat stets nach einem Modell der Spielerentwicklung gearbeitet, bei dem junge Talente gefördert, weiterentwickelt und schließlich an die größten Vereine Europas verkauft werden. Doch das Sommer-Transferfenster 2024 erwies sich als Desaster.
Nach dem Abgang von Christoph Freund zum FC Bayern München musste der neue Sportdirektor Bernhard Seonbuchner die Transfers eigenständig managen. Seine Unfähigkeit, adäquate Verstärkungen zu verpflichten, hat dem Team erheblich geschadet. Der serbische Star-Verteidiger Strahinja Pavlović wurde an den AC Mailand verkauft, doch ein gleichwertiger Ersatz wurde nicht geholt. Stattdessen setzte Salzburg darauf, dass Kamil Piątkowski, der von einer enttäuschenden Leihe aus Granada zurückkehrte, die Lücke füllen könnte. Diese Wette ist nicht aufgegangen und die Salzburger Defensive hat massiv darunter gelitten.
Zusätzlich zu den Transferverlusten wurde Salzburg von Verletzungen wichtiger Spieler getroffen, was den Kader weiter schwächte.
Stefan Bajčetić (Leihe von Liverpool)
Bajčetić, der auf Leihbasis vom FC Liverpool kam, sollte dem Mittelfeld mehr Stabilität verleihen. Doch er traf bereits angeschlagen in Salzburg ein, da er sich noch von einer langfristigen Verletzung erholte. Er hatte große Schwierigkeiten, seine Fitness zurückzuerlangen, was seinen Einfluss auf das Team limitiert hat. Im Januar, Liverpool und Red Bull Salzburg haben sich darauf geeinigt, die Leihe von Stefan Bajčetić zu beenden.
Takumu Kawamura (Neuer Transfer von Sanfrecce Hiroshima)
Kawamura, der zur Verstärkung des Mittelfelds geholt wurde, zog sich eine Knieverletzung während der Vorbereitung zu. Diese Verletzung verzögerte seine Eingliederung ins Team. Seine Abwesenheit hat die Tiefe im Salzburger Mittelfeld verringert und zwang jüngere, weniger erfahrene Spieler, Schlüsselrollen zu übernehmen.
Statistischer Vergleich: 2023/24 vs. 2024/25
Der Absturz von RB Salzburg in dieser Saison wird deutlich, wenn man die wichtigsten Metriken mit dem Vorjahr vergleicht. Die Siegquote des Teams ist von 63% (20 Siege, 7 Unentschieden, 5 Niederlagen) in der Saison 2023/24 auf 42% (8 Siege, 7 Unentschieden, 4 Niederlagen) in der Saison 2024/25 gesunken. Ihr Tor-Durchschnitt pro Spiel fiel von 2,31 auf 1,47. Dieser starke Rückgang in der Tor-Effizienz spiegelt den Verlust wichtiger Offensivspieler und das Fehlen von wirkungsvollen Neuzugängen wider.
Auf der defensiven Seite hat sich der Prozentsatz an Spielen ohne Gegentor leicht von 44% auf 47% verbessert, doch Salzburg kassiert immer wieder Tore in entscheidenden Momenten. Die erhaltenen Tore pro Spiel sind von 0,91 auf 1,05 gestiegen, was Schwächen in der Defensive offenbart, besonders aufgrund des Versäumnisses, Strahinja Pavlović zu ersetzen. Der Abwehrreihe fehlt es an Zusammenhalt und Salzburg hat Schwierigkeiten, in engen Spielen standhaft zu bleiben.
Ein weiteres zentrales Problem ist ihr Spielmanagement in beiden Halbzeiten. In der letzten Saison hatte Salzburg sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit eine starke Präsenz, mit durchschnittlich 1,13 Toren pro Spiel in der ersten Halbzeit (36 Tore in 32 Spielen) und 1,19 Toren pro Spiel in der zweiten Halbzeit (38 Tore in 32 Spielen). In dieser Saison haben sie jedoch nur 0,79 Tore pro Spiel in der ersten Halbzeit erzielt (15 Tore in 19 Spielen) und 0,68 Tore pro Spiel in der zweiten Halbzeit (13 Tore in 19 Spielen). Ihre Fähigkeit, Spiele stark zu beenden, hat deutlich nachgelassen, was auf Fitnessprobleme, ineffektive taktische Anpassungen und einen Mangel an mentaler Widerstandskraft in Drucksituationen hinweist.
Die Saison 2024/25 von RB Salzburg war ein perfekter Sturm aus schlechten Spielertransfers, defensiver Instabilität und ungünstigen Verletzungen. Das Versäumnis, Pavlović zu ersetzen, hat ihre Abwehr anfällig gemacht, während der Mangel an offensiver Durchschlagskraft ihre Torzahlen drastisch sinken ließ.
Wenn Salzburg sich erholen möchte, wird eine deutliche Veränderung der Herangehensweise notwendig sein. Sei es durch taktische Anpassungen, Verstärkungen im nächsten Transferfenster oder einen Mentalitätswechsel. Andernfalls könnte die Dominanz, die sie im österreichischen Fußball genossen haben, weiterhin verblassen.
Alle Statistiken wurden am 28. Februar 2025 von FootytStats entnommen.