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Wer braucht schon ein Bundesliga-Abo?

Weniger als einen Monat vor Beginn der Bundesliga-Saison gibt es noch immer Klubs, die keine Abo-Preise für die neue Saison veröffentlicht haben. Und auch die Liga selbst hat Nachholbedarf.

Ein Kommentar von Georg Sander und Michael Fiala

 

Die Bundesliga, in der kommenden Saison die elfbeste Liga des Kontinents, ist vielleicht sportlich keine Zweiklassengesellschaft, punkto Fanservice aber schon. In weniger als einem Monat beginnt die neue Saison, es wäre als Grund genug, sich jetzt schon ein Abo kaufen zu können. Was für einige Klubs selbstverständlich ist, müssen andere offensichtlich noch lernen. Dies verwundert umso mehr, wenn man daran denkt, dass der Zuschaueranstieg auf 10.000 Besucher pro Match als eines der wichtigsten Ziele der Bundesliga genannt wird. 

So hat etwa Aufsteiger WSG Wattens bzw. WSG Swarovski Tirol keine Abopreise für die kommende Saison auf der Homepage. Auf telefonische Nachfrage wurden diese vorab verraten - Kundenservice sieht anders aus. Bei der Admira fand man bis vor kurzem noch die Abopreise von 2017/18 - das ist relativ sinnlos. Und der WAC hatte auf der Homepage zwar die gemäß Nachfrage aktuellen Preise, aber zum Teil alte Daten aus 2018. Und der SV Mattersburg kommuniziert die aktuellen Abopreise laut Klubsekretariat überhaupt erst in eineinhalb Wochen. Zu unserer Überraschung waren die Abo-Preise aber dann heute, Montag, doch zu finden - entgegen der eigenen Ankündigung. Da muss man sich schon fragen: Sind sich manche Klubs bewusst, ob die Fans an Abos interessiert sind?

 

Early Bird und Co.

Während kleinere Klubs der Bundesliga einfach nur Abopreise aufschreiben, gibt es bei den größeren Klubs (und so manchem kleinen) zusätzlich noch Frühkäuferaktionen, verschiedenste Abovarianten, extra Karten für einen Erwachsenen und ein Kind. Auch wenn gerade die letzte Saison deutlich gezeigt hat, dass es am Platz durchaus sein kann, dass ein Kleinklub den Großen die vorderen Plätze wegnimmt, so kann den Großen beim Fanservice kaum jemand etwas vormachen. Logisch, in Wien, Graz und Salzburg arbeiten auch mehr Menschen, aber es ist auch eine Sache des Wollens, ob man die Fans ins Stadion bringen will.

Wo ist der Spielplan, liebe Bundesliga?

Aber auch die Geschäftsstelle der Bundesliga ist in diesem Bereich leider nicht professionell. Zwar wurde am 19. Juni der neue Spielplan für die kommende Saison ausgelost und auch brav an Medien verschickt und kommuniziert. Wenn man sich aber auf der Homepage der Bundesliga aktuell über die Ansetzungen der ersten Runden informieren will, so findet man das nur in einem Newseintrag. Der Menüpunkt Spielplan (siehe Screenshot) für die Saison2019/20 sieht leider ziemlich leer und somit auch peinlich aus.

Es sei noch einmal erwähnt: Die Steigerung der Zuschauerzahlen ist das erklärte Ziel der Bundesliga. Doch wenn man es nicht einmal schafft, Abos, Preise und Spielplan drei, vier Wochen vor Ligastart online zu stellen, darf man sich auch nicht wundern, wenn in diesem Bereich nichts weitergeht.

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