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"Fatale Auswirkungen": Regionalliga bittet Sportminister Kogler um Trainingsbetrieb

In einem Brief, der Mitte der Woche an das Sportministerium erging, ersuchen die Klubs der Regionalliga Ost um Mannschaftstraining ab dem kommenden Montag.

+ + 90minuten.at Exklusiv + + Von Georg Sander

 

In einem Schreiben an Sportminister Werner Kogler, Staatssekretärin Andrea Mayer (beide Grüne) sowie Sektionschef Philpp Trattner bitten alle Vereine aus der Regionalliga Ost das Sportministerium, dass sie ab 15. Februar das Mannschaftstraining wieder aufnehmen können. In dem Schreiben, das 90minuten.at vorliegt, heißt es wörtlich: "Alle Vereine in der Regionalliga Ost treten heute gemeinsam mit einer  wichtigen Bitte an Sie heran. Bitte ermöglichen Sie den Vereinen in der dritten  Leistungsstufe des Fußballs in Österreich den Trainingsbetrieb im Kontakt als  Mannschaft ab 15.2.2021 wieder aufzunehmen."

 

Ball ruht seit November

Bereits seit Herbst steht der Amateurfußball still. Leistungszentren und Akademien dürfen derzeit wieder trainieren, logischerweise unter strengen Auflagen. Den Vereinen sei bewusst, dass die Situation mit den Virus-Mutationen nicht leichter werde, man hält aber fest: "Gleichzeitig ist es den Spielern der Regionalliga seit November nicht mehr  erlaubt einen gemeinsamen Trainingsbetrieb durchzuführen. Die Tage,  Wochen und Monate sind seither mit Heimprogrammen und Individualtraining  abgehalten worden. Ein Umstand der besonders in Mannschaftssportarten  fatale Auswirkung, sowohl für die Physis aber auch die Psyche der Sportler, hat."

Die Klubs verweisen auch auf die Professionalität in der dritten Leistungsstufe. "In der dritten Liga reifen nicht  nur viele Talente für den Profisport heran, in der dritten Liga wird auch jetzt schon höchst professionell gearbeitet", heißt es, "Wir sind willens uns diesen  Herausforderungen zu stellen. Die Auflagen nach dem ersten Lockdown haben  schon bewiesen, dass wir bereit sind Maßnahmen anzunehmen und diese auch  umsetzen können."

 

Verstöße nicht dulden

Es sei den Ostligisten bewusst, dass eine Wiederaufnahme des Trainingsbetrieb noch mehr als noch im Mai oder im Herbst verlange. Dass es klare Präventionsmaßnahmen (analog der Leistungszentren und Akademien) brauche und dass sich alle Vereine daran halten müssen, damit die allgemeinen Bestrebungen die Pandemie in den Griff zu bekommen nicht durch die  Ausübung einer einzelnen Sportart konterkariert werde. 

Darum stellt man klar: "Jeder Verstoß gegen die Auflagen, auch einzelner Vereine, kann dieses  Vorhaben für Alle sofort stoppen. Es ist uns auch bewusst, dass wir dadurch  Kosten haben, es nicht automatisch mit einem Beginn von Test- oder  Meisterschaftsspielen einhergeht und eine Steigerung der Fallzahlen auch das  sofortige Ende des Trainings bedeuten kann."

Die Fußballklubs sehen das auch als ein Signal an jene Menschen, denen Fußball nicht so wichtig ist. "Gleichzeitig sind wir uns auch bewusst, dass wir mit der Wiederaufnahme auch  ein Signal an die Bevölkerung, und vermutlich nicht nur an die denen der  Fußball wichtig ist, setzen. Wer sich an die Regeln hält hat es sich verdient eine  Chance zu bekommen und zu beweisen, dass mit Sorgfalt und Ernsthaftigkeit  auch eine Pandemie in Schach zu halten ist", heißt es abschließend.

 

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