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Die 7 … besten Europacupsaisonen

Salzburg ist schon fix in der Europa League-KO-Phase, der LASK folgte ebenso. Der WAC gab ein starkes Debüt ab. Wie ist diese Saison im Vergleich zu anderen Europa-Highlights? 90minuten.at präsentiert die sieben besten Spielzeiten der heimischen Klubs.

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+ + 90minuten.at Exklusiv + + Von Georg Sander

 

Sowohl Red Bull Salzburg, als auch der LASK haben eine bislang sehr starke Europacupsaison gespielt. Das ist nicht nur wegen der Fünfjahreswertung wichtig, sondern zeigt auch, dass in Österreich offenbar gut gearbeitet wird; das gilt auch für den WAC. Wirft man einen Blick auf die Historie, dann fällt auf, dass Österreich wahrlich nicht mit vielen Highlights gesegnet war. 90Minuten.at stellt dennoch die sieben besten Spielzeiten in Europa vor. Unter Umständen fällt ja eine Saison raus. Wer weiß, was Bullen und Athletikern dieses Jahr so einfällt.

Die Liste ist chronologisch aufgebaut, nicht enthalten sind Rapids Halbfinale im Meistercup 1960/61 sowie Austrias Halbfinale im UEFA-Pokal 1978/19, da beide Klubs es später bis ins Finale schafften.

1977/78: Cup der Cupsieger: Austria Wien, Finale

Den Bewerb, auch Pokal der Pokalsieger genannt, gibt es seit 1999 nicht mehr. Doch in dem KO-Bewerb feierte Österreichs Klubfußball die erste Sternstunde der moderne, in Form von Austria Wien. Der Modus war einfach: 33 Mannschaften (es gab eine Vorrunde) spielten in Knockout-Form mit Hin- und Rückspiel. Die Austria, unter anderem mit Herbert Prohaska und Thomas Parits, startete mit einem 0:0 und 1:0 gegen den walisischen Klub Cardiff in den Bewerb. In Runde 2 wurde es noch enger. Gegen den tschechoslowakischen Vertreter Lokomotiva Kosice, stiegen die Veilchen dank der Auswärtstorregel mit 0:0 und 1:1 auf. Im Viertelfinale sollte es noch knapper werden. 1:1 im Hinspiel, 1:1 im Rückspiel nach der Verlängerung gegen den damals jugoslawischen Verein Hajduk Split. Das Elferschießen konnte 3:0 gewonnen werden.

Und es blieb sehr knapp. Das Halbfinalhinspiel gegen den sowjetischen Cupsieger Dynamo Moskau wurde 1:2 verloren, das Rückspiel fand am 12. April 1978 im Praterstadion statt, vor über 70.000 Zuschauern. Die Veilchen gewannen das Spiel 2:1, es folgte eine hektische Verlängerung. Im Elfmeterschießen schaffte die Austria schließlich die Sensation, gewann mit 5:4.

Das Finale fan schließlich im Prinzenparkstadion in Paris statt. Gegner war Anderlecht. Die Belgier hatten im Laufe des Bewerbs Lokomotive Sofia, den HSV, Porto und Twente Enschede eliminiert. Schon das Erreichen des Finales war für die Stessl-Truppe eine riesige Sensation. Im Finale erwies sich vor allem Rob Rensenbrink aber als schwerst humorlos. Der Anderlecht-Spieler erzielte vor der Pause einen Hattrick, Gilbert Van Binst schoss in der 82. Minute das 4:0 und besorgte somit den Endstand.

1984/85: Cup der Cupsieger: Rapid Wien, Finale

Wenige Jahre später gelang dem SK Rapid Wien ein Husarenritt ins Finale des Europacups, wieder im Pokal der Pokalsieger. Gleich in der ersten Runde bekamen es die Hütteldorfer mit Besiktas zu tun. 4:1 und 1:1 bedeuteten den Aufstieg in die 2. Runde. Dort traf man auf Celtic und konnte das Hinspiel mit 3:1 klar gewinnen. Das Rückspiel ging mit 0:3 verloren, allerdings wurde das Ausscheiden der Grün-Weißen annuliert. Die Erklärung: Panenka, Krankl, Krajncar und Co., die legendäre von Otto Baric trainierte Rapid-Elf, verlor ein überhartes Rückspiel in Glasgow mit 0:3. Nach einer Elferszene geht plötzlich Rudi Weinhofer zu Boden – eine Whiskeyflasche traf ihn. Kapitän Krankl will das Spiel abbrechen, doch es wird zu Ende gespielt. Die UEFA entschied sich letztlich zur Annulierung, das Spiel wurde in Manchester wiederholt. Rapid siegte mit 1:0. Das Spiel ist ebenfalls hitzig, Torschütze Peter Pacult wird nach Abpfiff von einem Celtic-Fan in den Unterlieb geschlagen. Aber die Wiener steigen auf.

Gegner im Viertelfinale war Dynamo Dresden. Die DDR-Vertreter gewinnen das Hinspiel mit 3:0. Im Rückspiel besiegt Rapid die Ostdeutschen mit 5:0 und steht im Halbfinale. Dort trifft man, wie die Austria sieben Jahre zuvor, auf Dynamo Moskau. Wieder ist für die Sowjets Schluss gegen eine Wiener Mannschaft. Der SCR gewinnt mit 3:1 und kann sich im Rückspiel mit einem Remis (1:1) begnügen.

Das Finale findet in Rotterdam statt. Everton FC lautet der Gegner. Die Engländer setzen sich zunächst denkbar knapp gegen den irischen Cupsieger University College Dublin AFC durch, eliminierten Internacional Bratislava und Fortuna Sittard deutlich. Im Halbfinale wird der FC Bayern München ausgeschalten. Das Spiel ging los und der junge Michael Konsel hatte alle Hände voll zu tun, seinen Kasten sauber zu halten. Rapids Antonin Panenka war verletzt, konnte erst in der Schlussphase eingesetzt werden und somit ging nach vorne nicht allzu viel. Nach einem missglückten Rückpass von Leo Lainer auf Konsel schob Andy Gray in Minute 58 zum verdienten 1:0 ein. Gary Stevens machte scheinbar in der 73. Minute den Deckel drauf. Kurz keimte Hoffnung auf, als Hans Krankl den Anschlusstreffer erzielen konnte, doch keine sechzig Sekunden später traf Kevin Sheedy fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum Endstand von 3:1.

 

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