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„Was soll ich sagen zum Dokupil?“

Nach sechs Jahren Amtszeit blickte Michael Krammer auf seine Präsidentschaft beim SK Rapid zurück und ging dabei auch auf den aktuellen Wahlkampf um seine Nachfolge ein.

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Noch vier Tage bekleidet Michael Krammer das Amt des Rapid-Präsidenten. Danach übergibt er das Zepter an Martin Bruckner oder Roland Schmid. Am Donnerstag hat Krammer eine Bilanz seiner Amtszeit gezogen.

Licht und Schatten

Mit Blick auf die Wahl am Montag meinte Krammer: "Lasst dieses Team weiterarbeiten und diesen Weg weitergehen", erklärte Krammer, der aber auch auf seinen schwersten Fehler in seiner Amtszeit einging: "Wir haben uns verleiten lassen, durch das neue Stadion und neue finanzielle Möglichkeiten zu glauben, dass es eine Abkürzung zum Erfolg gibt. Wir wollten damals einen Titel erzwingen. Das war ein entscheidender Fehler. Es war keine Abkürzung, es war der Holzweg. Deswegen haben wir voriges Jahr eine Kurskorrektur vorgenommen", betonte Krammer mit Anspielung auf Didi Kühbauer und Zoran Barisic.

Als Erfolge verbuchte Krammer vor allem die internationalen Erfolge: "Wir waren viermal in der Europa-League-Gruppenphase, haben zweimal europäisch überwintert, waren dreimal Vizemeister und zweimal im Cupfinale.“ Zudem verwies der Rapid-Präsident auch auf den Stadionbau, die Digitalisierung und die Verwandlung des negativen in positives Eigenkapital. Stolz ist er auch auf die Erhöhung des Budgets von durchschnittlich 21 Mio. Euro vor 2013 auf 38 Mio. Euro danach. Zudem wurde die Mitgliederanzahl in seiner Ära von 7.347 auf 16.565 gesteigert. "Alle Fakten sprechen Bände. Darauf können wir richtig stolz sein“, so Krammer.

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" Was soll ich sagen zum Dokupil? Wahlkampf sind Zeiten fokussierter Unintelligenz." - Michael Krammer

Dokupil-Replik

Zur Sprache kam bei der Pressekonferenz auch der Sager von Ernst Dokupil, der Krammer vorwarf, den SCR in den vergangenen sechs Jahren kaputt gemacht zu haben. "Seit Michael Krammer als Präsident das Sagen hat, geht es sportlich bergab", so Dokupil in der Kronen Zeitung. Dokupil will bekanntlich in das Präsidium von Roland Schmid einziehen, wenn dieser am Montag gewählt wird.

Darauf angesprochen fehlten Krammer zunächst die Worte. "Was soll ich sagen zum Dokupil?", so Krammer, der sich dann eines Häupl-Zitates berief: "Wahlkampf sind Zeiten fokussierter Unintelligenz.“ Krammer führte wenig schmeichelhaft aus: "Wenn ich an manche Aussagen des Herrn Dokupil denke: Rapid braucht kein Stadion und soll im Happel-Stadion spielen. Rapid braucht keinen Nachwuchs und soll lieber das Geld dazu verwenden, Spieler zu kaufen - da gibt es etliche Aussagen. Anscheinend herrscht Dauerwahlkampf bei Dokupil.“

 

Negativer Wahlkampf

Dem Wahlkampf zwischen zwei Listen konnte Krammer in den vergangenen Wochen wenig abgewinnen. Einzig: "Wenn man so will, wird viel darüber berichtet. Der Markenname Rapid ist in aller Munde. Aber in welchem Kontext? Dann sieht es schon nicht mehr so positiv aus.“ Zudem müsse man sich Gedanken machen, „wie man einen Wahlkampf, der Rapid definitiv nicht nützt, künftig verhindern kann."

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