Solo-Show für Ronaldos Juve

Als letzte der großen fünf Ligen Europas startet am 24. August die Serie A in ihre neue Spielzeit. Der Meister scheint hingegen schon jetzt festzustehen.

Von Alexander Kords

 

Die Favoriten auf die Meisterschaft: Acht Titel in Folge hat sich Juventus Turin in der Serie A zuletzt gesichert. Und dass die Serie reißen könnte, steht nicht zu vermuten. Schließlich hat Juve seinen Kader weiter verstärkt (siehe unten). Aber auch die Verantwortlichen vom SSC Neapel und Inter Mailand haben ihre Hausaufgaben gemacht, indem sie ihre Teams verbessert haben, und hoffen auf einen Ausrutscher vom Klassenprimus – der allerdings höchstwahrscheinlich ausbleiben wird.

Die Kandidaten für Europa: Dafür sind Napoli und Inter die heißesten Kandidaten auf die Vizemeisterschaft und damit für die Eroberung eines Champions-League-Platzes. Von denen hat die Serie A insgesamt vier zu vergeben – vorausgesetzt also, dass Juve die Meisterschaft holt, können drei weitere italienische Teams in die europäische Königsklasse einziehen. Beste Chancen haben auch Inters Lokalrivale AC Mailand und die beiden Hauptstadtclubs AS und Lazio Rom – letzterer immerhin amtierender Pokalsieger mit Finalsieg gegen den Juve-Bezwinger Atalanta Bergamo.

Die potentielle Überraschung: Mit dem zehnten Tabellenrang hat der FC Bologna in der vergangenen Saison den Sprung in die Europacup-Ränge deutlich verpasst. Damit dies in der kommenden Spielzeit anders aussieht, gab der Club aus dem Norden Italiens über 50 Millionen Euro für neue Spieler aus. Der Top-Transfer war dabei der 22-jährige Außenstürmer Riccardo Orsolini von Juventus Turin, der schon die Saison 2018/2019 in Bologna verbracht und mit acht Toren in 35 Spielen überzeugt hat. Die 15 Millionen, die für den Torschützenkönig der U20-WM 2017 fällig waren, machen ihn zum Rekordeinkauf von Bologna. Die Offensivkräfte Nicola Sansone und Roberto Soriano, die beide die Jugendmannschaften des deutschen Meisters Bayern München durchlaufen haben, wurden nach einem Leihgeschäft mit dem FC Villareal für jeweils 7,5 Millionen Euro fest verpflichtet, außerdem wurde die Abwehr von Bologna mit dem 20-jährigen japanischen Nationalspieler Takehiro Tomiyasu aufgerüstet. Mit diesem Personal kann der FC Bologna also durchaus in Richtung Europa League schielen.

Die Stars: Seit der Vorsaison hat die Serie A einen unumstrittenen Fixstern: den fünffachen Weltfußballer und Champions-League-Sieger Cristiano Ronaldo. Er überstrahlt nicht nur Juve-Teamkollegen wie Paulo Dybala, Leonardo Bonucci und den französischen Weltmeister Blaise Matuidi, sondern auch die Stars anderer Vereine. Dazu gehören etwa Gianluigi Donnarumma, der 20-jährige Torwart vom AC Mailand, Justin Kluivert, der Sohn des großen Patrick Kluivert in Diensten des AS Rom, oder Fabio Quagliarella, der mit 26 Treffer in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Serie A wurde. Gespannt darf man auch auf Franck Ribery sein, der kurz vor Saisonbeginn beim AC Florenz präsentiert wurde.

Die Top-Transfers: Neben der Premier League und der Primera División hat auch die Serie A die Schallmauer von einer Milliarde Euro für Sommertransfers durchbrochen. Im Gegensatz zu den englischen und spanischen Spitzenclubs haben in Italien allerdings nur zwei italienische Teams mehr als 40 Millionen Euro für einzelne Spieler ausgegeben. Den teuersten Wechsel hat (wenig überraschend) Juventus Turin realisiert. Für das 20-jährige Innenverteidiger-Talent Matthijs de Ligt hat der Serienmeister 85,5 Millionen Euro an Ajax Amsterdam überwiesen. Auf dem zweiten Rang der kostspieligsten italienischen Transfers des Sommers liegt Romelu Lukaku, der für 65 Millionen Euro von Manchester United zu Inter Mailand ging. Die 37 Millionen Euro, die Juve für den Außenverteidiger Danilo an Manchester City gezahlt hat, und die 36 Millionen Euro für den Innenverteidiger Konstantinos Manolas, die der SSC Neapel aufs Konto vom AS Rom transferiert hat, wirken angesichts der derzeitigen Ablösesummen fast schon wie Kleingeld. Aus heimischer Sicht ist der Transfer von Valentino Lazaro von Hertha BSC Berlin zu Inter Mailand das Highlight.

Der Zeitplan: Parma Calcio empfängt am 24. August 2019 den amtierenden Meister Juventus Turin, womit die Saison in der Serie A eröffnet ist. Der 38. und damit letzte Spieltag geht am 24. Mai 2020 über die Bühne. Eine Winterpause legt die höchste italienische Liga nicht ein.

Die Highlight-Partien: Die Derbys in Mailand und Rom gehören alljährlich zu den heiß ersehnten Matches im europäischen Fußball. Milan und Inter stehen sich am 21. September 2019 (mit Heimrecht für den AC) und am 9. Februar 2020 (mit Inter als Heimmannschaft) gegenüber. Lazio Rom empfängt die Roma am 1. September 2019 im Olympiastadion, das Rückspiel an gleicher Stelle steigt dann am 26. Jänner 2020.