Reportage

Crystal Palace und der Abstiegskampf: Die schlechteste Profimannschaft Englands

Noch vor ein paar Monaten sah es so aus, als ob bei Crystal Palace alles perfekt laufen würde, war man doch immerhin erstmals seit 26 Jahren im FA Cup-Finale. Doch der Schein trog. Von Marco Stein

Ein Artikel in Kooperation mit cavanisfriseur.de

 

 Palace steht nun mitten im Abstiegskampf, kurz vor Weihnachten wurde der Heilsbringer aus dem Vorjahr, Alan Pardew, entlassen und durch Sam Allardyce ersetzt. Für manche vor ein paar Monaten noch unvorstellbar, dabei war das Jahr 2016 sportlich eines der schlimmsten Jahre in der Vereinsgeschichte, so zumindest in der Liga. Doch die Erfolge im FA Cup konnten Pardew über Wasser halten.


Erfolg und Misserfolge in der Ära Pardew

Alan Pardew übernahm die Londoner im Jänner 2015 als Palace gerade mitten im Abstiegskampf steckte. Mit seinem offensiveren Spiel brachte er die Mannschaft auf Platz 10 und damit zur höchsten Liga-Platzierung des Vereins seit Einführung der Premier League. Viele Spieler waren in Topform: Innenverteidiger Scott Dann war einer der besten Verteidiger in der Liga, stand kurz vor einer Einberufung in die Nationalmannschaft der Three Lions. Yohan Cabaye zudem der Mittelfeldmotor und treibende Kraft der Mannschaft. Aber mitten zur Weihnachtszeit startete Crystal Palace einen furchtbaren Lauf und blieb von 19. Dezember bis 9. April ganze 14 Spiele sieglos. Scott Dann wurde inkonstant, instabil und fehleranfällig. Und mit ihm die gesamte Verteidigung der Eagles. Auch im Spielaufbau funktionierte deutlich weniger. Die Mannschaft wollte von hinten heraus das Spiel aufbauen, doch je misslicher die Lage wurde, desto mehr schienen die Spieler Druck zu verspüren und verschlampten selbst die einfachsten Pässe. Später stieg Palace auf lange Pässe auf die Solospitze um und die Passgenauigkeit sank auf 72 Prozent. Crystal Palace beendete die Saison nur auf Platz 15, doch die Erfolge im FA Cup relativierten die Misserfolge in der Liga und ließen einige Kritiker verstummen.

 

Aber auch mit der neuen Saison sollte es nicht besser werden und das trotz Neuzugängen wie Rekordeinkauf Christian Benteke, Andros Towsend, James Tomkins, Steve Mandanda und Loic Remy, sowie Starspieler wie Yohan Cabaye, Wilfried Zaha und Scott Dann, die bereits in der Vorsaison im Kader standen. Die Verteidigung erwies sich als Totalausfall und einige Neuzugänge erwiesen sich als Flops. Aber auch Verletzungen machten den Londoner zu schaffen, so musste musste Steve Mandanda beispielsweise am Knie operiert werden und kam so erst zu neun Liga-Einsätzen für die Eagles. Sein Ersatzmann Wayne Hennessey wusste jedoch nicht zu überzeugen und die Fans forderten den Einsatz des eigentlichen dritten Tormanns und Palace-Legende Julian Speroni. Auch die Außenverteidiger bereiten nach Papa Souares Autounfall, wegen dem er seit September ausfällt, große Probleme.

Die schlechteste Profimannschaft Englands

Crystal Palace sammelte im gesamten Kalenderjahr 2016 in 36 absolvierten Spielen nur 26 Punkte, somit einen Punkteschnitt von 0,72 Punkten pro Spiel, was damit die schlechteste Ausbeute von allen Profimannschaften in England ist. Außerdem haben sie mit 1,36 Gegentoren pro Spiel die drittmeisten Gegentore in einem Jahr seit Einführung der Premier League erhalten. Von Oktober bis Dezember wurden von 30 möglichen Punkten gar nur vier geholt. Ein Rekordjahr, im negativen Sinne.

 

Unter Alan Pardew zeigte sich die Mannschaft zwar engagiert und zeigte Einsatz, doch mit dem fehlenden Erfolg riskierte die Mannschaft mehr und mehr und Pardew ließ die Londoner noch offensiver spielen. Damit vernachlässigte er jedoch die Verteidigung und verlor so bereits in der Defensive viele Spiele. Aber auch Christian Benteke steht bei den Fans in der Kritik. Zwar erzielte der Rekordneuzugang in 23 Spielen neun Tore und hielt Palace damit über Wasser, doch die Fans erwarten bessere Leistungen und mehr Laufarbeit von einem 31 Millionen Euro-Einkauf. Der einzige Spieler, der in dieser Saison unter Pardew wirklich herausstach ist das Eigengewächs Wilfried Zaha. Der Flügelspieler leitete mit seinem unglaublichen Antritt viele Angriffe der Eagles über den Flügel ein und sorgte mit seiner engen Ballführung und starken Dribblings stets für Gefahr. Was sein Pendant auf der linken Seite, bisher noch nicht schaffte. Andros Townsend, kam im Sommer für fast 16 Millionen Euro an den Selhurst Park, doch blieb weit hinter den Erwartungen der Fans und gilt als der Flop der bisherigen Saison.

 

>>> Weiterlesen auf Seite 2  - „Save us, Big Sam“

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