Damir Canadi ist nicht mehr Rapid-Trainer

Die Ära Damir Canadi beim SK Rapid Wien ist vorbei, nach 17 Spielen und einem bewerbsübergreifenden Punkteschnitt von nur 0,88 Punkten pro Spiel. Nun zog Sportchef Fredy Bickel die Reißleine.

Lediglich zwei Ligaspiele konnte der SK Rapid Wien unter Damir Canadi gewinnen, dazu kam das Aufflammen dessen, was die Mannschaft könnte am vergangenen Mittwoch im Cup. Wenigstens waren es die richtigen Siege in der Liga, denn das waren welche gegen den SKN St. Pölten und die SV Ried. Rapid rangiert nur noch fünf Zähler vor dem letzten Platz und hinterließ im Innviertel am Samstag nicht den Eindruck, dass es besser werden könnte. Nur etwas mehr als 40 Prozent der Zweikämpfe konnten gewonnen werden, so wenig wie im Dezember 2015 nicht mehr. Nicht umsonst sagte Sportchef Fredy Bickel nach dem Spiel: "Ich hatte immer das Gefühl, dass der Trainer die Mannschaft erreicht, bis vor dem Spiel, bis heute." Auch wenn es finanziell weh tut und innerhalb eines Jahres der vierte Coach auf der Bank sitzen wird - wer den zweitreichsten und prinzipiell beliebtesten Verein in den Abstiegskampf führt, muss gehen.

Die Rapid-Presseinfo im Wortlaut: Goran Djuricin und Martin Bernhard übernehmen bis Saisonende

Der SK Rapid blieb auch im neunten Bundesligaspiel en suite sieglos und musste am Samstag bei der SV Ried die fünfte Niederlage in diesem Zeitraum hinnehmen. Die Entwicklung zwingt zu Schritten, die persönlich schwer fallen:

Damir Canadi, der im November 2016 seine Tätigkeit aufnahm und seither in 17 Pflichtspielen seine Mannschaft leider zu lediglich drei Siegen (in der Meisterschaft vor eigenem Publikum im Dezember gegen St. Pölten und Ried, im ÖFB-Cup vor wenigen Tagen auswärts in St. Pölten) führen konnte, wird mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Fredy Bickel, Geschäftsführer Sport, meint zu dieser Maßnahme: "Vorab möchte ich Damir Canadi für seine Arbeit und sein Engagement danken, denn er hat mit vollem Einsatz für den Erfolg gearbeitet. Die Situation ist nun allerdings äußerst prekär, in den letzten 14 Runden, also seit dem Amtsantritt, hat keine Mannschaft in der Liga weniger Spiele gewonnen als wir. Wir sind bedauerlicherweise endgültig im Abstiegskampf angekommen, dieser bitteren Tatsache müssen wir ins Auge sehen und handeln. Ich bin sehr nah an der Mannschaft und beim Trainerteam, nun ist leider, denn ich bin kein Freund von Trainerwechseln während einer laufenden Saison, der Zeitpunkt gekommen, zu dem man handeln muss. Das Präsidium um den derzeit im Ausland weilenden Präsidenten Michael Krammer kam mit der Geschäftsführung überein, Damir Canadi zu beurlauben. Bis Saisonende übernehmen Goran Djuricin und Martin Bernhard die Position", so der 51jährige Schweizer.

 

Rapid-Legende Jan Aage Fjortoft meldete sich in der Causa gestern auch zu Wort und verortet die Probleme aber nicht unbedingt am Trainersessel, sondern eine Ebene drüber: