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Stehsatz der Woche Vol. 11: Let's talk about 6

Die Top4 der Bundesliga sind dem Mittelfeld enteilt, zwei Plätze gebe es noch in der Meistergruppe namens Top6. So richtig drüber reden will aber niemand.

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Die ominöse Zahl ist auch außerhalb der seit 2018/19 reformierten Bundesliga mit Tabus und Scham behaftet. "Ich denke doch, dass es immer ein bisschen trügerisch ist, wenn man nur vom oberen Play Off spricht und sich hinter diesen 16 Punkten versteckt", sagte SKN St. Pölten Sportchef Georg Zellhofer, fünf Punkte Rückstand hat man auf den WAC, derer zwei auf die Wiener Austria. Deren Trainer Peter Stöger meinte: "Wir haben vor dem Spiel gesagt, wir schauen nicht zwingend auf die Tabelle." Die Veilchen haben ja drei Punkte Rückstand auf die Wolfsberger, gegenwärtig auf Rang 6. "Ich kann das Ganze schon nicht mehr hören", sagte der WAC-Keeper Alexander Kofler.

"Wir sind momentan vom oberen Play Off so weit entfernt, wie ich von meinem Idealgewicht – um mit den Worten von Jürgen Werner zu sprechen." - SKN-Sportchef Zellhofer nimmt's mit Humor

90minuten.at-Fazit: Es ist ein Herumgedruckse. Ferdinand Feldhofer, Übungsleiter des Lavanttaler Keepers, findet wenigstens richtige Worte: "Wir werden es schaffen. Davon bin ich überzeugt." Für den Trainer des Fünftplatzierten, die WSG Tirol, wäre die Meistergruppe hauptsächlich ein Mittel zum Klassenerhalt. Und ja, ein paar Plätze oben sind in verschiedener Reihenfolge stets vergeben, folgt man dem Geld, dann wären es inklusive Austria Wien eigentlich sogar fünf Plätze, gemessen an den - theoretisch - vom Budget her am besten dastehenden Klubs.

Doch es hilft halt allen anderen nichts, wenn man Ziele nicht offen anspricht. Es erinnert ein bisschen an den Titelkampf, der eh von Anfang an nie einer ist, weil Salzburg quasi von Natur aus Meister werden muss, glaubt man den anderen Trainern. Es ist ja auch einfacher, im Nachhinein zu sagen, dass man eh nicht Meister werden wollte oder in die Meistergruppe einziehen, als das Verpassen zu erklären. Der einzige, der nach oben wollte und und das auch zugibt, ist Feldhofer. Es wäre kein Wunder, wen just ihm das auf den Kopf fiele und nicht den anderen Herren.

 

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