Foto: © FC Red Bull Salzburg via Getty Images

Schon wieder muss Salzburg gratuliert werden [Momentum am Montag]

Red Bull Salzburg kürt sich dank einer 5:0-Gala gegen Austria Wien zum neunten Mal in Folge zum Fußballmeister in der Bundesliga.

+ + 90minuten.at Exklusiv – Von Georg Sander + +

 

Der Abpfiff bei Salzburg gegen Austria Wien ist unser Momentum am Montag.

Was haben Fußballfans aus Bulgarien, Deutschland und Österreich gemeinsam? Genau, einen Serienmeister. Während es in Österreich seit 2013/14 niemand anderen als Salzburg als Meister gibt, müssen sich die Deutschen schon ein Jahr länger mit den Bayern abfinden, die Bulgaren mit Ludogorez Rasgrad gar seit 2012. Serienmeisterei, das gibt es eben in großen Fußballländern und in kleinen. Europarekordler Skonto Riga (Lettland) gewann zwischen 1991 und 2004 14 Meistertitel, Dinamo Zagreb zwischen 2006 und 2016 derer elf, Juventus Turin schaffte von 2012 bis 2020 neun in Folge, Olympique Lyon 2002 bis 2008 „nur“ sieben. Celtic aus Glasgow schaffte gar zweimal neun Titel in Folge, von 1966 bis 1974 sowie von 2012 bis 2020. Stadtrivale Rangers gelang der „Salzburg“-Lauf von 1989 bis 1997. Aufs Heute umgemünzt: Wer sich beispielsweise zu Beginn der Saison 2013/14 für Fußball zu interessieren begann, hat weder in Österreich, noch in Bulgarien oder Deutschland einen anderen Meister erlebt.

 

Warum ist das so?

Eine solche Siegesserie kann man sehr gerne auf den vermehrten Einsatz von Geld zurückführen, so einfach ist das aber nicht. Salzburg baut bekanntlich immer wieder junge, hungrige Spieler mit Plan ein, die Österreich verlassen wollen. Das gilt auch für die Trainer. Mit dem Champions League-Spielen und -Millionen erarbeitet man sich so einfach ein Werk'l, das rennt. All die jungen Kicker – derzeit Kicker wie Adeyemi, Seiwald, Sučić oder Aaronson – wissen, dass es eine Extraleistung für den richtig großen Wechsel braucht. Wer aller in der Freund'schen Pipeline ist, kann man hin und wieder schon erahnen. Auf jeden Adeyemi kommen sinngemäß gleich noch ein Adamau, ein Šeško und ein Šimić. Ja, dafür braucht es Geld, aber nachdem sich all die neuen Kicker stets beweisen wollen und müssen, scheint der Hunger da zu sein.

 

Die Punktehalbierung bringt wenig

Vielleicht kann man die in der Qualigruppe brutale Punkteteilung als „Lex Salzburg“ bezeichnen. Gebracht hat sie seit 2018/19 nichts, wenn man so will, hat sie nur 2019/20 den Bullen genützt; auch wenn sich der LASK noch das eine oder andere Hax'l selbst gestellt hatte. Warum die anderen Großklubs nicht näher kommen? Da werden neutrale und unneutrale Beobachter:innen schnell zum Schluss kommen, dass dieses sich-selber-das-Hax'l-Stellen eben auch in Graz, Favoriten und Hütteldorf vorkommt. Wie sieht das mit der Punktehalbierung in der Praxis aus in dieser Saison? Nach 22 Runden hatte Salzburg 18 Punkte Vorsprung auf Sturm. Nach sechs Runden inklusive Punktehalbierung 14.

 

Alles hat ein Ende,...

In unterschiedlicher Reihenfolge haben sich in den letzten Jahren alle Salzburg-Herausforderer neu aufgestellt, Sturm ist am weitesten. So sieht es derzeit aus. Klar ist: Es wird sehr viel brauchen, um die Salzburger zu schlagen. Ob das im nächsten oder übernächsten Jahr so weit sein wird, kann natürlich niemand vorhersagen. Einstweilen können sich die Fußballfans hierzulande leider nur über Etappensiege freuen und, wenn man will, über den Benefit der Salzburger Leistungen hinsichtlich der Fünfjahreswertung.

Und auf jeden Fall, dass es zwei- oder viermal pro Saison gegen eine auch in europäischen Maßstäben konkurrenzfähige Mannschaft geht. Mehr gibt es leider aus Sicht der Fans der anderen Vereine nicht an Positivem. Außer vielleicht, dass alles ein Ende hat...

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