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Millionen an die Mur [Momentum am Montag]

Kelvin Yeboah verlässt den SK Sturm und wechselt um kolportierte 6,5 Millionen Euro nach Genua. Österreichs Bundesliga profitiert vom internationalen Transfermarkt.

+ + 90minuten.at Exklusiv - Von Georg Sander + +

 

Der Moment, als der Transfer von Kelvin Yeboah zum CFC Genua offiziell wurde, ist unser Momentum am Montag.

Mehrere Millionen Euro für Bundesliga-Spieler, das ist eigentlich eine Sache für Red Bull Salzburg. Von den 25 teuersten Transfers eines heimischen Klubs ins Ausland wurden 24 von der Salzach aus getätigt, lediglich Maximilian Wöber, nicht in den Top20, wurde von Rapid ins Ausland transferiert. Kelvin Yeboah gilt nun als 30.-lukrativster Transfer, vor ihm sind nebst Wöber noch Robert Berić (Rapid zu St. Etienne) und Omer Damari (FAK zu Leipzig) zu finden, sonst: RBS. Nur vereinzelt gelingen den Klubs abseits der Bullen derartige Millionentransfers, für eine Top10-Liga in Europa ist es aber wichtig und richtig, dass nicht nur ein Krösus die Transferlorbeeren einheimst.

 

Ein Yeboah ist eine EL-Gruppenphase

Stimmen die kolportierten 6,5 Millionen Euro Ablöse, von denen einiges an die WSG Tirol fließt, dann lukriert der SK Sturm durch den Transfer quasi eine zweite europäische Gruppenphase. Klarerweise müssen von den UEFA-Geldern Prämien, Reisekosten usw. abgezogen werden, so wie etwaige weitere Zahlungen bei Transfers. Verpulvert man aber derartige Mehreinnahmen nicht, sondern investiert sie klug, dann bleiben die Millionen quasi an der Mur. Und es ist ein Fingerzeig für weitere Interessenten, dass die Spieler des Klubs, jedes anderen Ligaklubs eben teurer werden. Das ist wichtig für die gesamte Liga, den große finanzielle Schritte macht man weniger mit Sponsoren, sie gelingen zumeist nur mit Europacup- oder Transfereinnahmen.

 

Die nächsten Schritte setzen

Geld kann ein Fußballklub immer gut gebrauchen, wie groß der Quantensprung durch en Rekordtransfer von Kelvin Yeboah ist, zeigt ein Blick auf den Umsatz der Blackies. 2020/21 wurden 14,8 Millionen Euro umgesetzt. Mit einer einzigen Unterschrift haben die Grazer quasi knapp 42 Prozent des Umsatzes aus der Vorsaison gemacht. Das illustriert ganz gut, was für eine Bedeutung Transfers in dieser Größenordnung haben. Hohe Transfereinnahmen für Spieler A bedingen oft auch eine bessere Verhandlungsposition bei Spieler B, oder man kann Kicker halten, „bessere“ Talente holen, in die Infrastruktur, das Personal und so weiter investieren und so die nächsten Schritte machen.

Letztlich macht jeder Millionentransfer jeden Spieler der Liga teurer, wenn es darum geht, in eine Topliga zu kommen. So werden die Millionen immer mehr, die die Mur, die Donau, den Inn oder wo auch immer in die heimische Liga fließen.

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