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Christian Ilzer: Keine dunklen VAR-Mächte in Meidling [Momentum am Montag]

Zwei Mal entschied Dieter Muckenhammer auf Strafstoß für den SK Sturm. Zwei Mal wurde der Schiri vom VAR zurückgepfiffen. So ist das nun einmal, auch für Christian Ilzer.

+ + 90minuten.at exklusiv von Georg Sander + +

 

Christian Ilzers Beschwerde über einen, der sich aus seiner Sicht in einem Kammerl in Wien-Meidling wichtig machte, ist unser Momentum am Montag.

Gleich zweimal zeigte Dieter Muckenhammer im Spitzenspiel zwischen Red Bull Salzburg und dem SK Sturm auf den Punkt, Nicolas Seiwald und Andreas Ulmer hatten den Ball an die Hand bekommen. Beide Male schaltete sich die VAR-Zentrale in Wien-Meidling ein und revidierte Muckenhammers Entscheidung. Kurios? Mit Sicherheit. Ärgerlich? Klar, wenn man mit 0:1 verliert. Aber regelkonform? Absolut, denn ein Elferpfiff nach einem Handspiel ist seit dieser Saison dann zulässig, wenn es nicht nur offensichtliche Absicht ist, sondern auch im Falle eines unnatürliches Vergrößern der Körperfläche oder auch wenn unmittelbarer Zusammenhang mit einem Tor vorliegt. Beides war, so bitter das für die Blackies sein mag, in keiner der beiden Situationen der Fall.

 

Dunkle Mächte in Wien-Meidling?

Vorneweg: Christian Ilzer redete sich nicht gänzlich auf den VAR aus. „Es war eine gute Leistung, aber trotzdem zu wenig“, meinte er bei 'Sky' nach dem Spiel. Angesprochen auf die zwei zurückgenommenen Entscheidung holte der Trainer aber aus: „Natürlich gibt es die Regel, wenn der Ball vom Körper kommt. Aber da vergeht eine Zeit. Beim Zweiten war es eine minimale Veränderung, ein Hüftstreifschussball, der dem Ulmer an die Hand fliegt und den Eisenbahner-Schmäh vom Jantscher aufhält, sonst kommt er gut vorbei. Der Schiedsrichter entscheidet zweimal auf Elfmeter. Da war irgendwo im Kammerl in Wien einer zu wichtig heute.“

 

Regelkunde für Trainer?

Eigentlich hat sich niemand wichtig gemacht, sondern der VAR hat das gemacht, was er eben tun soll: Checken. Und dann kamen eben keine Elfmeter dabei raus, das Spiel ging verloren. Für Ilzer war es vor allem die zweite Situation, die ein Elfer hätte sein müssen. Dazu führte er aber auch aus: „Ich weiß, wie das Regelbuch sagt: Vom Körper zur eigenen Hand ist kein Elfmeter, aber so genau studiere ich die Schiedsrichterregeln auch nicht.“ Der Schiedsrichter schon, auch wenn es natürlich sein kann, dass bei der Qualitätssicherung herauskommt, dass die eine oder die andere Situation ein Strafstoß hätte sein sollen. Sich aber aufregen, wenn man selber sagt, dass man die Regeln nicht so genau kennt? Schwierig.

 

Über Fußball reden

Aber am Ende des Tages ist das alles egal. Die Schiedsrichter in Österreich sind nicht Weltklasse, das wissen sie selbst sowieso auch. Sie sind aber Teil des Fußballspiels. Übrigens: Auch Österreichs Fußball ist nicht Weltklasse. Muss man auch einmal erwähnen. Und somit passieren in einer Partie bei allen Akteuren Dinge, die anders gelöst hätten werden können, vielleicht sogar müssen. Der VAR ist nun Teil dessen, mit all seinen Vorteilen und natürlich auch Nachteilen. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, einzelne Szenen herauszupicken und dann zu sagen: Daran lag's. Vielleicht hätte Salzburg den Gegner nach zwei Elfmetern auseinander genommen und 6:2 gewonnen, vielleicht aber auch nicht. Wir werden es nie erfahren.

Fußballtrainern allgemein stünde es auf jeden Fall besser zu Gesicht, wenn sie über das Spiel reden. Oder, wenn es schon den Schiri sein muss, wenigstens die Regeln zu kennen.

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