Die Hütte leer gespielt [Momentum am Montag]
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Die Hütte leer gespielt [Momentum am Montag]

In einem gähnend leeren Ernst Happel Stadion geht die Ära von Franco Foda zu Ende. Es ist ein Sinnbild für ein jahrelanges Missverständnis.

+ + 90minuten.at Exklusiv – Von Georg Sander + + 

 

Die erwartbar schlechte Besucherzahl gegen Schottland ist unser Momentum am Montag.

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Vorweg: Franco Foda hat am Montag zu Mittag von sich aus das Ende seiner Trainertätigkeit verkündet. Einmal wird der Deutsche noch an der Seitenlinie stehen - und dabei einen Negativ-Rekord aufstellen.

4.500 Karten waren am Sonntagnachmittag für das Freundschaftsspiel gegen Schottland verkauft. 48.000 Menschen passen ins Ernst Happel-Stadion, eine trostlose Kulisse kündigt sich an. Immerhin: Es wird nicht das schlechtestbesuchte Spiel sein. Am 12. November 2021 verloren sich 1.800 Besucher beim WM-Quali-Spiel gegen Moldawien im Klagenfruter Wörther See-Stadion – allerdings unter der 2G-Regel, die diesmal nicht gilt. Die negative Benchmark in Wien datiert vom 18. November 1987. Zum 0:0 gegen Rumänien kamen 6.200 Fans.

 

Sinnbild!

Zugegebenermaßen trat Franco Foda nach der skurillen Auswahl das Amt als Teamchef mit Gepäck an. In Graz trotz vieler Erfolge nicht uneingeschränkt geliebt, zählte Sportchef Peter Schöttel damals auf, wer aller nicht wollte. Mit den Alternativen Fink und Herzog war Foda da wohl noch die bessere Wahl – Momente der Ekstase gab es aber schlichtweg zu wenig. Mag sein, dass auf der Habenseite die EM-Quali und der Nations League-Sieg (in der 2. Liga) steht.. Aber schon die EM-Quali war jetzt trotz Gegner wie Nordmazedonien, Slowenien, Israel und Lettland mäßig elektrisierend und bei 24 Teilnehmern ist es fast schwieriger für ein Land wie Österreich, nicht mit dabei zu sein. Auch die Nations League mit Rumänien, Norwegen und Nordirland war alles andere als eine ballesterische Offenbarung. Die verhaute WM-Quali zuletzt war nur das letzte Puzzlestück einer langen Liste von schlechten Leistungen. In all den Foda-Jahren konnte das ÖFB-Team in einem Pflichtspiel nie gegen eine besser platzierte Mannschaft gewinnen.

 

Schmäh?

Es fällt durchaus schwer, sich an glanzvolle Momente der Ära Foda zu erinnern. Selbst das Weiterkommen bei der EM gegen Nordmazedonien und die Ukraine ist kein Meilenstein. Gegen Italien schlug man sich sehr gut, aber für das Viertelfinale reichte es auch nicht. Vielleicht bleibt neben dem letztlich logischen Achtelfinale einer 24er-EM noch der Testspielsieg gegen Deutschland übrig. Irgendwie alles genau so viel Wert wie das Ausscheiden in Cordoba, bringt aber vielleicht dennoch ein Mitarbeitsplus. Es reißt aber niemanden vom Hocker, den Schmäh vom Erfolg glauben Fans eben nur, wenn es sich um echte Erfolge handelt und die in Relation zu Misserfolgen stehen. Offensichtlich orten Anhänger (und Journalisten) ein Ungleichgewicht.

 

Verloren im Happel...

Foda-Ball hat das Stadion leer gespielt. Das war kein 2004er-Griechenland-Titel mit furchtbarem Fußball, der wenigstens ein Titel war. Man muss keineswegs Taktikexperte oder Fußballfachmensch sein, um von einem Matchbesuch abzusehen, wenn Kicker von Real, Bayern und Co. regelmäßig an Pflichtübungen scheitern. Die paar Tausend werden sich gegen Schottland im Ernst Happel-Stadion verlieren und am Ende des Tages vollkommen berechtigt.

So folgerichtig das sein mag, es sagt aber auch einiges über den ÖFB selbst aus – wenn man schon trotz gegenläufiger Entwicklungen so lange an ihm festhielt, warum erspart man Foda diese Peinlichkeit nicht und beurlaubt ihn, setzt Schöttel auf die Bank? Aber die Antwort kann man sich wohl denken.

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