Adewumis Odyssee: Das Endziel hat sich verändert
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Adewumis Odyssee: Das Endziel hat sich verändert

Seit 2024/25 war er bei drei verschiedenen Klubs in drei verschiedenen Ländern. Warum kommt der Ex-FAC-Kicker immer so gut an? Und was ist mit dem Traum Premier League?

Nicht weniger als einen Traumstart hat Oluwaseun Adewumi mit Hertha BSC hingelegt.

"Er ist verrückt. Verrückt und ein großartiger Spieler. Und so schnell", sagte Mitspieler Jon Thorsteinsson nach dem 2:1-Sieg gegen Magdeburg über den ÖFB-U21-Teamspieler.

Die ersten sechs Liga-Matches konnten die Berliner gewinnen, führen deshalb die 2. Deutsche Bundesliga an. Und Adewumi selbst? Für den läuft es ebenso überragend. Nach einem vierminütigen Kurzeinsatz zum Auftakt netzte er in den drei darauffolgenden Partien jeweils als Joker.

"Es ist unglaublich. Dieser Moment ist richtig geil", sagt der 21-Jährige im 90minuten-Interview über die aktuelle Situation beim Klub. Dass der Wiener so gut und schnell bei seinem neuen Leihklub ankommt, ist aber gar nichts Neues.

Auf Anhieb da

Seit der pfeilschnelle Offensivmann im Sommer 2024 vom FAC zu Burnley gewechselt ist, wurde er schon drei Mal weiterverliehen. Bei seiner ersten Leihstation Dundee FC traf er im dritten Spiel als Joker. Für Cercle Brügge netzte er sogar beim Debüt - und nun bei der Hertha, im zweiten, dritten und vierten Match.

Wie schafft es Adewumi, immer so schnell anzukommen? "Ich bin generell eine Persönlichkeit, der es leichtfällt, sich in eine neue Gruppe einzuschließen", erzählt er. Es sei "eine coole Sache", dass er immer so rasch treffe.

Auf der Liste von Rangnick

Dem ÖFB-Teamchef dürften Adewumis Leistungen auch aufgefallen sein. Der Hertha-Angreifer stand nämlich auf der Abrufliste von Ralf Rangnick für den eben zu Ende gegangenen Lehrgang.

Hat es sogar schon einen Anruf gegeben? "Nein, noch nicht direkt. Es ist aber eine coole Sache, dass ich im Visier bin", antwortet der 21-Jährige.

Seine hohe Anpassungsfähigkeit wäre wohl auch zu Beginn im A-Team ein wichtiges Asset. Denn grundsätzlich hat Adewumi wenige Probleme mit den vielen Veränderungen, wenn es von einem Leihklub zum nächsten geht.

Sich an ein neues Land, eine neue Kultur anzupassen, "ist natürlich eine etwas kleinere Herausforderung. Aber ich nehme die Challenges an. Ich weiß, das ist der Weg, den ich gegangen bin. Und bis jetzt lief es eigentlich immer top. Ich bin dankbar für die Schritte, die ich bis jetzt gegangen bin".

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Was sich bei der Hertha mit Sicherheit von seinen vorherigen Stationen unterscheidet, ist die Größe des Klubs.

Zehn Mal so viele Zuschauer

Während bei Cercle und Dundee 4.000 bis 6.000 Leute im Stadion waren, zieht die Hertha im Schnitt 50.000 Fans an. "Es ist krass - beim letzten Heimspiel waren 60.000 Zuschauer da."

Diese Energie überträgt sich heuer augenscheinlich auf die Mannschaft.

"Als ich angekommen bin, habe ich schon gemerkt, dass es eine richtig gute Truppe ist und sie eine wirklich hohe Intensität hat", sagt Adewumi, der in keiner leichten Zeit zur Hertha kam.

Schließlich war der 21-Jährige der erste Neuzugang im Sommer, nachdem etliche Leistungsträger den Verein verlassen hatten. Drei weitere Zugänge folgten zwar noch, dennoch wurde dem Klub schon eine äußerst schwierige Saison in Aussicht gestellt. Doch Stefan Leitl und sein Team strafen die Kritiker - zumindest bisher - Lügen.

Die Berliner sind ziemlich ähnlich zu den Wienern.

Olawaseun Adewumi

Und dann wäre da noch die Sprache: Erstmals seit seinem FAC-Abgang kann sich Adewumi in der Kabine wieder auf Deutsch verständigen. "Das fällt mir auf jeden Fall einfacher", meint er.

Gerade in Schottland war es nämlich "mit dem Akzent am Anfang etwas schwierig". Dazu kommen die Gemeinsamkeiten zwischen der österreichischen und der deutschen Hauptstadt: "Die Berliner sind ziemlich ähnlich zu den Wienern. Es fiel mir ganz leicht, in dieser Truppe Fuß zu fassen."

Langfristig wird Adewumi aber aller Voraussicht nach nicht in Berlin bleiben. Die "Alte Dame" besitzt keine Kaufoption und der ÖFB-Kicker steht noch bis 2028 bei Burnley unter Vertrag.

Leihklub im Titelrennen, Stammklub im Abstiegskampf

Die sportliche Lage der beiden Vereine könnte sich dabei aktuell nicht deutlicher unterscheiden.

Auf der einen Seite legte die Hertha einen famosen Saisonstart hin, lacht von der Tabellenspitze. Auf der anderen Seite hat Premier-League-Absteiger Burnley saisonübergreifend seit 20 (!) Ligaspielen nicht mehr gewonnen. Dementsprechend sind die "Clarets" in der Championship auch Letzter.

Was nun mit dem Traum von der Premier League?

Die Premier League ist "mein Traum, seit ich klein war", erzählte Adewumi schon im LAOLA1-Interview vor über einem Jahr.

Dieser Traum rückt in der derzeitigen sportlichen Situation Burnleys in weite Ferne, Stand jetzt ist ein Abstieg in die Drittklassigkeit sogar näher als der Wiederaufstieg.

Ist die Premier League - über ein Jahr danach und mit der Aussicht auf einen Bundesliga-Aufstieg mit der Hertha - weiterhin das oberste Ziel? "Es hat sich nicht wirklich viel verändert", sagt er zuerst. Aber: "Ich will immer noch in den Top-fünf-Ligen spielen, sei es in der Premier League oder der Bundesliga."

Diese Ligen sieht er aber ohnehin "eher als Endprodukt. Ich weiß: Mit den Leihen war es jetzt hauptsächlich das Ziel, dass ich mich weiterentwickle. Und bis jetzt ist das eigentlich gut gelaufen."

Das Endziel hat sich also durchaus geändert.

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