Wacker Innsbruck: Endlich wirtschaftlich stabil?
Foto © GEPA

Wacker Innsbruck: Endlich wirtschaftlich stabil?

Seit drei Jahren ist LAFC in einer Partnerschaft mit Wacker. Im Gespräch mit 90minuten spricht Präsident Hannes Rauch über die wirtschaftliche Lage des Vereins.

Der FC Wacker Innsbruck ist sportlich wieder auf dem Weg dorthin, wo viele Fans den Verein gerne sehen wollen. Vier Jahre nach dem Lizenzentzug und dem zwischenzeitlichen Absturz in die fünfte Liga ist der Tiroler Traditionsklub zurück im Profifußball.

Der Start in die ADMIRAL 2. Liga lief dabei perfekt für die Innsbrucker. Gegen Schwarz-Weiß Bregenz feierten die Tiroler einen klaren 5:0-Sieg.

Alle Spiele LIVE: Sichere dir jetzt dein LigaZwa-Abo 2026/27 >>>

Dass Wacker nach drei Aufstiegen in Folge jetzt schon wieder im Profibereich angekommen ist, konnte sich auch Hannes Rauch, Präsident des FCW, nicht erwarten.

"Als ich den Verein übernommen habe, war die Rückkehr in den Profifußball das klare Ziel. Dass es jetzt aber so schnell ging, habe ich mir nicht in meinen kühnsten Träumen gedacht", so Rauch, der das Präsidentenamt 2022 übernommen hat.

"Alles kann, nichts muss"

Wacker-Trainer Sebastian Siller mit Präsident Hannes Rauch
Foto © GEPA
Wacker-Trainer Sebastian Siller mit Präsident Hannes Rauch

Als zehnfacher österreichischer Meister ist der nächste Schritt für die Innsbrucker klar der Aufstieg in die Bundesliga, doch wann dieses Ziel konkret umgesetzt werden soll, will Rauch nicht ganz verraten.

"Für diese Saison gilt: Alles kann, nichts muss. Mittelfristig sehen wir uns aber natürlich in der Bundesliga", meint Rauch.

Weiter sagt er: "Jetzt in den ersten Wochen heißt es mal, in der Liga anzukommen. Wir sind Aufsteiger und müssen die Liga kennenlernen. Aber wenn ich jetzt schon ein Jahr weiter aufs Saisonende blicke, wollen wir natürlich irgendwo im oberen Tabellendrittel landen."

Keine sportlichen Höhenflüge

In den letzten fast 25 Jahren konnte der Tiroler Traditionsverein nicht an sportliche Erfolge früherer Tage anschließen. Mit zehn Meistertiteln und sieben Cupsiegen ist Wacker bis heute der vierterfolgreichste Verein Österreichs.

Nachdem der FC Tirol als amtierender Meister 2002 in den Konkurs schlitterte und daraufhin die Lizenz entzogen wurde, musste man in der drittklassigen Regionalliga als FC Wacker Tirol neu starten.

Wir wollen bewusst auf Tiroler Talente setzen und gleichzeitig von unserem internationalen Netzwerk profitieren.

Lukas Grether, Managing Director International von LAFC

Mit zwei Aufstiegen in Folge gelang zwar der direkte Durchmarsch zurück in die Bundesliga, dennoch war die Zeit danach mehr von wirtschaftlichen Krisen als von sportlichen Höhenflügen geprägt. Insgesamt nur neun Saisonen spielten die Innsbrucker seitdem in der Bundesliga.

Nach dem neuerlichen Lizenzentzug 2022 und dem Absturz in den Amateurfußball ist Wacker jetzt wieder im Profifußball. Dass das so ist, liegt auch an der Partnerschaft mit Los Angeles FC. Der Klub aus Kalifornien ging 2023 die Partnerschaft ein und hatte seitdem einen großen Anteil am Erfolgslauf der Innsbrucker.

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe

Rauch sagt dazu: "Wer die Historie von Wacker kennt, weiß, dass das Entscheidende die wirtschaftliche Stabilität ist. Die Partnerschaft mit LAFC findet auf vielen Ebenen statt. Natürlich ist es eine budgetäre Sache, aber auch beim Know-How, Merchandising, Marketing und natürlich im Spielersektor. Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe."

Lukas Grether, der Managing Director International von LAFC, sagt: "Für uns war von Anfang an klar, dass es ein langfristiges Projekt ist. Genauso wichtig ist für uns, dass Wacker und LAFC als Partner gemeinsam handeln. Deshalb sprechen wir von einer Partnerschaft."

Globales Netzwerk

LAFC denkt groß
Foto © IMAGO / Newscom World
LAFC denkt groß

Wacker ist jedoch nicht der einzige Partner der US-Amerikaner. Der Klub aus Los Angeles ist Teil von Red & Gold Football.

"LAFC hat auch noch ein Joint Venture mit dem FC Bayern, was sich eben Red & Gold nennt. Darin hängen Teams wie Racing (Uruguay) oder die Gambinos (Gambia). Daraus ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten in der Talententwicklung", meint Grether.

Auch Wacker profitiert von dem Netzwerk. "Bei Red & Gold profitieren wir derzeit sehr stark vom Scouting. Durch das Netzwerk ist es natürlich einfacher, als wenn du als Verein alles selbst machen musst", sagt Rauch.

Mit Matt Evans, Adrian Wibowo (beide LAFC), Mouhamed Sy, Bright Owusu (beide Gambinos) und Anderson Rodriguez (Racing) stehen aktuell fünf Spieler aus dem Netzwerk bei den Grün-Schwarzen unter Vertrag, drei davon sind Leihspieler.

"Wacker ist kein Farmteam"

"Die wichtigste Voraussetzung ist immer, dass ein Spieler den FC Wacker besser macht. Klar geht es darum, dass auch die Spieler eine Plattform bekommen. Wenn ein Spieler den nächsten Schritt in eine höhere Liga schafft, haben alle Beteiligten vieles Richtig gemacht. Unabhängig davon, ob der Spieler aus unserem Netzwerk kommt oder extern verpflichtet wurde", meint Grether.

Wir hatten damals eine Generalversammlung und die Mitglieder haben bei der Abstimmung mit über 98 Prozent den Einstieg von LAFC in den Statuten verankert.

Hannes Rauch

Dabei ist ihm eines noch ganz wichtig zu betonen: "Wacker ist kein Farmteam. Wir wollen bewusst auf Tiroler Talente setzen und gleichzeitig von unserem internationalen Netzwerk profitieren. Mit Böck (Alexander), Weinzierl (Christopher), und Köchl (Max) sieht man gut, dass Tiroler Nachwuchs ein zentraler Bestandteil unserer Strategie bleibt."

Besonders Weinzierl konnte bisher bereits überzeugen. Bei seinem Profidebüt gegen SW Bregenz erzielte der 18-Jährige gleich einen Treffer und wurde nach der Partie auch gleich zum Spieler des Spiels gewählt.

Wacker-Trainer Siller nach perfektem Start: "Wie ein Traum">>>

"Von Anfang an transparent"

Bis zu diesem Sommer war auch noch der Schweizer Rekordmeister Grasshopper Club Zürich Teil des Netzwerks der Kalifornier. Jedoch folgte nach Fanprotesten schließlich der Verkauf im Juni.

Dass es bei Wacker zu einer ähnlichen Situation kommt, daran glaubt Rauch nicht, denn die Tiroler "sind schon mit dem Einstieg von LAFC einen anderen Weg gegangen. Wir hatten damals eine Generalversammlung und die Mitglieder haben bei der Abstimmung mit über 98 Prozent den Einstieg von LAFC in den Statuten verankert. Ich glaube, es war entscheidend, von Anfang an transparent zu sein", sagt das ehemalige Nationalratsmitglied Rauch.

Weiters meint der gebürtige Innsbrucker: "Vor über drei Jahren haben wir schon gesagt, wenn wir den Weg Richtung Profifußball gehen, werden wir Kapitalgesellschaften gründen, wo LAFC große Mehrheiten übernehmen wird. LAFC hält 99 Prozent. Das hat damit zu tun, dass man das Risiko für den Verein (Wacker) minimiert, weil Profifußball ist natürlich eine große finanzielle Herausforderung."

2.Liga: FC Blau-Weiß Linz - FC Wacker Innsbruck, Freitag, ab 20:30 Uhr im LIVE-Stream >>>

Kommentare