Während die Profis auf der großen Bühne auf Torjagd gehen (Mjällby AIF - FC Salzburg, Donnerstag, ab 18:00 Uhr im LIVE-Ticker), heißt es für die "Jungbullen" vorerst: Entwickeln, Spielzeit sammeln und Erfahrungen in LigaZwa machen.
Bevor die Hymne in großen Stadien erklingen kann, liegt noch ein weiter Weg vor den Talenten.
"Für den FC Red Bull Salzburg ist es elementar wichtig, international zu spielen. Aber das ist für die Spieler, die jetzt bei mir sind, der übernächste Schritt", erklärt Liefering-Trainer Danny Galm auf die Frage, wie wichtig der Erfolg des Kooperationsvereins im Europacup ist.
Nahezu jährlich schaffen Talente vom Zweitligisten den Sprung in den Profikader der "Bullen". Im besten Fall geht es dann weiter in eine der größten europäischen Ligen.
Szoboszlai und Co. als Vorreiter
42 Mal lief beispielsweise Dominik Szoboszlai (Liverpool) für den FC Liefering auf, zu 35 Einsätzen kam Karim Adeyemi (Barcelona). Doch auch heimische Talente wie Konrad Laimer (19 Einsätze) oder Nicolas Seiwald (37 Einsätze) machten in der ADMIRAL 2. Liga ihre ersten Schritte im Profifußball.
Auch dieses Jahr wurden mit Johannes Moser, Aboubacar Camara, Nikola Sarcevic und Valentin Zabransky vier Spieler in den Bundesligakader integriert. Dort sollen sie sich nun bemerkbar machen: "Die Jungs halten sich dort nicht zurück, sie sind mutig und fallen auf. Ich hoffe, dass der eine oder andere sich so in den Fokus spielt", meinte der Deutsche nach der Sommervorbereitung.
Zumindest bei Zabransky ist das seither jedenfalls geglückt - der 19-jährige Innenverteidiger entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Stammspieler. Auch Camara durfte bereits Salzburg-Minuten sammeln. ÖFB-U17-Held Moser war verletzungsbedingt zuletzt noch zum Zusehen gezwungen. Tormann Sarcevic steht hingegen aktuell wieder bei Liefering im Tor.
Entwicklung soll Schritt für Schritt passieren
Für den aktuellen Kader des FC Liefering steht also viel Arbeit an, will man es in ähnliche Sphären schaffen wie ein Zabransky. Talent allein wird nicht ausreichen, um den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Der erste Schritt sei es, erst einmal "Männer-, Zweitliga-Fußball zu erleben und anzunehmen", so Galm.
Der Liefering-Cheftrainer sieht sich in der Pflicht, die Spieler dabei zu unterstützen: "Es ist dann meine und die Aufgabe des Trainerteams, dass sich die Jungs step-by-step entwickeln und nicht schon vier Schritte voraus sein wollen."
Die Entwicklung werde jedenfalls genaustens beobachtet. "Gerade mit unserem Kooperationsverein ist es wichtig, dass wir immer im Austausch sind, dass Marcus Mann und Manfred Pamminger immer wissen, welche talentierten Spieler wir bei uns haben, welche Schritte sie gehen, Woche für Woche."
"Wir sorgen dafür, dass keiner der Spieler denkt, dass die zweite Liga ganz locker gespielt wird."
Empfiehlt sich jemand beim FC Liefering, kommt es schon mal vor, dass die jungen Talente Bundesliga-Profiluft schnuppern dürfen - so auch in der Sommervorbereitung. Gerade diese Möglichkeit bringe den Nachwuchshoffnungen viel.
"Es geht darum, dass die Spieler erleben, was beim FC Salzburg abgeht, welche Intensität gefragt wird und auch, was das oberste Niveau, das wir in Österreich bieten können, ist. Wenn Sie das in einem Testspiel erleben, hilft es, im Ziel weiterzukommen, und hilft mir, die Jungs dahin zu entwickeln, wo sie hinwollen", betont der 40-Jährige.
Austausch mit Ralf Rangnick
Salzburg ist mittlerweile längst nicht mehr der einzige Verein in Österreich, der stark in die Nachwuchsarbeit investiert. Viele andere Klubs haben in diesem Bereich stark aufgeholt. So setzte sich beispielsweise in der vergangenen Saison in der ÖFB-Jugendliga die U15 der Wiener Austria vor Salzburg durch.
Galm habe sich über diese Entwicklung vor der WM mit Nationalteamtrainer Ralf Rangnick ausgetauscht: "Wir brauchen nicht darüber reden, dass es hier sehr viele Talente gibt. Ich sehe, welche Spieler bei uns in der Akademie spielen, ich weiß aber durch unsere Gegner auch, was für talentierte Spieler in Österreich unterwegs sind", berichtet er.
Als Deutscher wisse er zudem bestens, wie interessiert sein Heimatland an jungen Spielern aus Österreich ist.
Gerade die zweite Liga sei für viele eine gute Plattform, um sich zu entwickeln. "Ich freue mich immer, wenn ein Trainer Mut hat, junge Spieler spielen zu lassen. Das ist so meine Überzeugung: Wenn wir sie nicht spielen lassen, werden sie auch niemals überzeugen."
Ausruhen auf früheren Erfolgen? "Wäre fatal"
Auch wenn für Red Bull Salzburg die internationale Saison in vollem Gange ist, legt Galm den Fokus weiterhin voll auf die zweite Liga, wo man erneut einen Platz in der Spitzengruppe einfahren will. Dabei soll unter anderem Neuzugang Ifeanyichukwu Onwuzulike, der sich trotz internationalem Interesse für die "Bullen" entschied, helfen. Dazu kommen "Routiniers" wie Pokorny, Aleksic oder Ivanschitz.
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Denn auch wenn das Ergebnis mit Rang fünf und einem guten Saisonfinish letztes Jahr positiv war, will man sich nicht auf dem Erfolg ausruhen. "Das wäre fatal und dafür sorgen wir, dass keiner der Spieler denkt, dass die zweite Liga ganz locker gespielt wird", so Galm. In der aktuellen Saison stehen die "Jungbullen" nach drei Spielen bei vier Punkten.
Insgesamt ist man mit zehn ehemaligen U18-Athleten und drei externen Neuzugängen in die Saison gestartet. Problem sei dies jedoch keines, lediglich bei den Neuankömmlingen müsse man behutsam bei der Integration vorgehen.
Jungen Spielern müsse man zudem klarmachen, dass "wir Zeit haben, dass sie Zeit haben und dass sie Geduld brauchen." Man darf also gespannt sein, wer der nächste ist, der den Sprung zu den Profis schafft. Klar ist, dass dies nicht von heute auf morgen funktionieren wird.
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