Luca Weinhandl: Das hat er anderen Talenten voraus
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Luca Weinhandl: Das hat er anderen Talenten voraus

Neun Monate nach seinem Sturm-Debüt ist der 17-Jährige nicht nur der wertvollste Spieler der Liga, sondern wird auch von Klubs aus der Premier League beobachtet. Der rasante Aufstieg des Luca Weinhandl:

Es ist der 22. Jänner 2026 im De Kuip in Rotterdam.

Luca Weinhandl steht am siebten Spieltag der Ligaphase in der UEFA Europa League im legendären Heimstadion von Feyenoord vor knapp 33.000 Zuschauern überraschend für den SK Sturm Graz in der Startformation.

Es war das Sturm-Debüt für den kurz zuvor erst 17 Jahre alt gewordenen Mittelfeldspieler an der Seite von Kapitän Jon Gorenc Stankovic. Gleichzeitig war Weinhandl damit auch der jüngste Debütant der "Blackies" im 21. Jahrhundert nach Sandi Lovric.

Fabio Ingolitsch, der den jungen Grazer damals ins "kalte Wasser" warf, erinnert sich noch gut an den Abend. Auch, weil es sein eigenes Debüt als Trainer von Sturm war.

"Luca zeichnet mental aus, dass er nie nervös ist und immer bei sich bleibt. Egal ob das ein Akademie-Spiel ist, eine Zweitliga-Partie in Gleisdorf oder bei unserem gemeinsamen Debüt in Rotterdam", so der Chefcoach gegenüber 90minuten.

Was damals wie ein mutiger Schritt wirkte, ist inzwischen Normalität geworden.

Heute der wertvollste Spieler der ADMIRAL Bundesliga

Gut neun Monate später ist aus dem Debütanten ein Leistungsträger geworden. Weinhandl ist mittlerweile U21-Teamspieler und seit dem jüngsten Marktwert-Update von "Transfermarkt.at" auch der wertvollste Spieler der ADMIRAL Bundesliga.

15 Millionen Euro und damit mehr als der gesamte Kaderwert von sieben Bundesliga-Klubs.

"Für uns ist seine Entwicklung eine tolle Bestätigung für den Weg, den wir beim SK Sturm eingeschlagen haben", findet Sport-Geschäftsführer Michael Parensen lobende Worte.

Damit ist Weinhandl nicht nur die neue Nummer eins in Österreich, sondern auch weltweit auf Platz sechs der wertvollsten Spieler unter 18. Einzig Max Dowman (Arsenal), Gilberto Mora (Club Tijuana), Brian Madjo (Aston Villa), Kennet Eichhorn (Leverkusen) und Wael Mohya (Gladbach) rangieren vor ihm.

Mit 15 in LigaZwa - dann U17-Vizeweltmeister

Luca Weinhandl und JP Hödl - zwei Eigengewächse des SK Sturm.
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Luca Weinhandl und JP Hödl - zwei Eigengewächse des SK Sturm.

Seine Entwicklung verlief in den vergangenen Jahren rasant. Bereits als Sechsjähriger schickten ihn seine Eltern zum Fußball, weil er "viel zu viel Energie" hatte.

Mit 13 Jahren rückte Weinhandl in die Sturm-Akademie ein, durchlief sämtliche Altersstufen und debütierte bereits mit 15 in der UEFA Youth League und der ADMIRAL 2. Liga.

Auch im Nationalteam ging es steil nach oben. Mit Österreich wurde Weinhandl bei der U17-Weltmeisterschaft in Doha Vizeweltmeister.

Der schnelle Durchbruch

Wenige Wochen später folgten dann mit 17 die Debüts in Europa League und ADMIRAL Bundesliga.

Seitdem ging es weiter. Einsätze in der Liga, das erste Tor gegen Hartberg, die ersten internationalen Erfahrungen. Aus dem Talent wurde ein Spieler, auf den Sturm regelmäßig setzt.

Und obwohl der 17-Jährige erst 26 Pflichtspiele für Sturm und 19 für Sturm II absolviert hat, wirkt es auf dem Feld so, als würde er schon ewig spielen.

"Luca ist ein unglaublich verlässlicher Spieler. Er schafft es, schon sehr stabil und sehr erfahren zu sein, trotz seines jungen Alters", hebt Ingolitsch die Reife seines Schützlings hervor.

Aufgrund seiner totalen Verlässlichkeit und Seriösität hat er auch sehr vielen routinierteren Spielern einiges voraus.

Fabio Ingolitsch über Luca Weinhandl.

Das zeichnet Weinhandl aus

Was Weinhandl von vielen anderen Talenten unterscheidet, lässt sich nicht allein an seinem Marktwert ablesen.

Michael Parensen beschreibt ihn als Spieler mit "sehr großer Cleverness mit dem Ball und auch ohne Ball". Weinhandl wisse, in welche Räume er sich bewegen müsse, und treffe häufig die richtige Entscheidung.

Dazu kommt seine körperliche Entwicklung. Rund 1,90 Meter groß, athletisch und in der Lage, auch über 90 Minuten intensive Wege zu gehen.

"Er ist ein Arbeiter, hat aber auch die feine Klinge", sagt Ingolitsch.

Für Parensen ist gerade diese Kombination außergewöhnlich. Weinhandl könne "unglaublich intensiv spielen" und habe bei den intensiven Läufen "fast immer die besten Werte im Team".

Was unterscheidet ihn von anderen?

Das erklärt auch, warum Sturm ihn nicht nur als großes Versprechen für die Zukunft sieht. Weinhandl ist bereits jetzt ein Spieler, der im Spielsystem schwer zu ersetzen ist.

"Ich hatte das große Privileg, dass ich schon mit vielen herausragenden Talenten wie Dominik Szoboszlai, Karim Adeyemi oder den Österreichern Seiwald, Prass und Co. zusammenarbeiten durfte. Ich traue Luca auf jeden Fall viel zu", sagt Ingolitsch.

Doch was unterscheidet den Youngster von vielen anderen Spielern? "Aufgrund seiner totalen Verlässlichkeit und Seriösität hat er auch sehr vielen routinierteren Spielern einiges voraus", so der Trainer.

Interesse aus der Premier League

Luca Weinhandl bei seinem Debüt im De Kuip.
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Luca Weinhandl bei seinem Debüt im De Kuip.

Mit der rasanten Entwicklung wächst auch das internationale Interesse an Weinhandl. Bereits im vergangenen Sommer gab es loses Interesse, mittlerweile sollen sich diverse Klubs aus England (Arsenal, Newcastle, Brighton) mit dem Shootingstar beschäftigen.

Sturm will sein Juwel bis Sommer gerne in Graz halten. Darüber hinaus könnte es aufgrund des großen Interesses schwer werden.

"Ich gehe schon davon aus, dass er aufgrund seiner Entwicklung einen großen Markt für die Zukunft hat. Da werden wir uns sicher auch irgendwann damit beschäftigen müssen", schließt Parensen einen möglichen Abgang in Zukunft nicht aus.

In welchen Summen sich eine mögliche Ablöse bewegen könnte, lässt der Sportchef aber offen: "Das liegt auch daran, was der Spieler will und welche Klubs am Ende Bedarf auf dieser Position haben."

Aktueller Rekordabgang der Grazer ist Rasmus Höjlund, der im Sommer 2023 rund 21 Millionen Euro in die Kassen spülte. Ob Weinhandl diese Marke irgendwann übertrifft, ist offen.

Noch ist er schließlich nicht einmal volljährig.

Was noch besser werden muss

Vielleicht ist genau das der Punkt, der bei all den Zahlen leicht untergeht.

15 Millionen Euro Marktwert. Europa-League-Debüt mit 17. U21-Teamspieler. Bei internationalen Klubs auf der Beobachtungsliste.

Aber wenn Weinhandl am Freitag nach einem Europacup-Spiel wieder in die Schule geht, ist er dort nicht der Fußballprofi, sondern einfach Schüler.

Seine Entwicklung selbst beurteilt er entsprechend nüchtern: "Ich bin schon zufrieden mit meiner Entwicklung, dennoch bin ich noch nicht am Ende und ich kann mich noch in einigen Bereichen verbessern."

Konkret geht es dabei laut Parensen vor allem um "die Entscheidungsfindung im engen Raum oder mal Richtung Torabschluss zu gehen".

Es gibt also bei all dem Hype auch noch was zu lernen.

Das wichtige Umfeld

Dass Weinhandl trotz des schnellen Aufstiegs auf dem Boden bleibt, ist für Ingolitsch kein Zufall. Er verweist auf dessen soziales und familiäres Umfeld.

"Ich hoffe, dass er das weiter so macht und sich durch das ganze mediale Drumherum nicht beirren lässt." Denn genau dieses Drumherum wird in den kommenden Jahren vermutlich nicht weniger werden.

Der Junge, der als Kind zu Sturm wollte, lebt aktuell seinen Traum als Profi auf internationalem Niveau.

Für einen 17-Jährigen ist das außergewöhnlich. Für Weinhandl offenbar nur der nächste Schritt.

UEFA Europa League: AFC Bournemouth - SK Sturm Graz, Donnerstag, ab 21:00 Uhr im LIVE-Ticker >>>

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