Die deutsche Bundesliga ist zurück!
Am Freitag wird die 16. Runde mit dem Topspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund (ab 20:30 Uhr im LIVE-Ticker >>>) eröffnet.
In der Hinrunde drückten erneut mehrere ÖFB-Legionäre ihren Klubs den Stempel auf. Manche erfüllten die Erwartungen, andere übertrafen sie deutlich – während es für einige eher schleppend verlief.
Pünktlich zum Rückrundenstart hat sich 90minuten jene 22 der insgesamt 29 Österreicher in der deutschen Bundesliga näher angesehen, die bei ihren Vereinen eine Rolle spielen – und ihre Ausgangslage für die zweite Saisonhälfte bewertet.
Konrad Laimer (FC Bayern München)
Er machte nicht nur dort weiter, wo er 2024/25 aufgehört hatte. Konny Laimer steigerte sich im zweiten Jahr unter Kompany so sehr, dass er von vielen als der unterschätzteste Bayern-Spieler bezeichnet wurde.
Und wenn ein Spieler oft genug als unterbewertet eingeschätzt wird, ist er irgendwann richtig eingeordnet. Was das heißt? Österreichs bester Fußballer 2025 und einer der besten Außenverteidiger weltweit.
Es führt kein Weg daran vorbei, dass Laimer auch in der Rückrunde zur ersten Garde des FCB gehören wird. Egal ob links oder rechts, wenn es wirklich wichtig wird, baut Kompany auf den "Alpen-Zidane". Daran wird auch die Rückkehr von Davies und Ito nichts ändern.
Marcel Sabitzer (Borussia Dortmund)
Für den ÖFB-Dauerbrenner verlief die Hinrunde in Dortmund eher durchwachsen. Marcel Sabitzer stand nur in acht der 15 Ligaspiele in der Startformation und konnte mit Ausnahme einer Torvorlage in der ersten Runde auch nur einen Scorer beisteuern.
Der 31-Jährige ist im 3-4-3-System von Niko Kovac auf der Doppel-8 eingeplant. Während jedoch Felix Nmecha klar gesetzt ist, muss Sabitzer immer wieder mit Jobe Bellingham rotieren. Immerhin hat mit Pascal Groß vor wenigen Tagen ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler den BVB verlassen.
In der Rückrunde wird der 95-fache ÖFB-Teamspieler weiterhin auf seine Einsätze kommen und eine wichtige Rolle bei den "Schwarz-Gelben" spielen. Vor allem seine Qualitäten gegen den Ball machen ihn zu einem wichtigen Part im Spielsystem.
Christoph Baumgartner (RB Leipzig)
Wer hätte vor der Saison erwartet, dass Christoph Baumgartner sich zum absoluten Leistungsträger bei RB Leipzig entwickelt? Vermutlich wenige.
Der 26-Jährige profitierte sowohl vom Xavi-Abgang als auch vom neuen 4-3-3-System von Ole Werner. Mit sechs Toren und sechs Vorlagen ist der ÖFB-Kicker der torgefährlichste Spieler im Kader der "Roten Bullen".
Daran möchte "Baumi" selbstverständlich auch in der Rückrunde anknüpfen. Der Offensivspieler wird weiter performen und könnte RB Leipzig nach einem Jahr Pause zurück in die UEFA Champions League schießen.
Nicolas Seiwald (RB Leipzig)
Aller guten Dinge sind drei - nach zuletzt zwei durchwachsenen Jahren ist Nicolas Seiwald bei RB Leipzig voll angekommen.
Der ÖFB-Dauerbrenner bekam von Trainer Ole Werner auf der Sechs das Vertrauen und zahlte dies mit absoluten Top-Leistungen zurück. Seiwald ist einer der besten Ballfänger der Liga, hat eine Passquote von fast 90 Prozent und ist selten aus der Ruhe zu bringen.
Macht er so weiter, führt auch in der Rückrunde kein Weg am 24-Jährigen vorbei. Und vielleicht gelingt ihm dann auch noch sein Premierentreffer für die "Roten Bullen".
Xaver Schlager (RB Leipzig)
Die Hinrunde verlief für den Mittelfeld-Motor mit einigen Auf und Abs. Zu Beginn gesetzt, dann bremste ihn sowohl eine Muskelverletzung als auch ein furios aufspielender Assan Ouedraogo aus. Nach dessen Verletzung Ende November hatte er seinen Stammplatz aber wieder zurück.
Wenn alle im Mittelfeld fit sind, wird sich Schlager in der Rückrunde aber wohl hinter dem Trio Seiwald/Ouedraogo/Baumgartner einordnen und damit auch mehr mit der Bank vorliebnehmen müssen.
Zudem ist da noch das Thema Vertragssituation. Der 28-Jährige kann aktuell frei mit anderen Teams sprechen, sein Vertrag endet im Sommer. Leipzig will verlängern, Schlager zögert und Juventus Turin soll dran sein. Es wartet also ein spannendes Halbjahr auf den Linzer.
Alexander Prass (TSG 1899 Hoffenheim)
Vom Abstiegskandidaten zum Europacup-Anwärter innerhalb eines halben Jahres. Die TSG Hoffenheim hat unter Cheftrainer Christian Ilzer einen echten Wandel vollzogen, Alexander Prass hatte daran jedoch vergleichsweise wenig Anteil.
Der 24-Jährige kam nie über die Rolle des Backups hinaus und stand auch nur zwei Mal in der Startformation. Weil aber aktuell sein Konkurrent im linken Mittelfeld, Bazoumana Toure, mit der Elfenbeinküste beim Afrika-Cup weilt, ist Prass zum Rückrundenstart wohl gesetzt.
Sobald Toure jedoch wieder da ist, gehört die Position wieder ihm. Der talentierte 19-Jährige hat in der Hinrunde voll überzeugt und zwei Tore sowie fünf Vorlagen beigesteuert. Damit bleibt für den Österreicher weiter nur die Rolle des Jokers.
Leopold Querfeld (Union Berlin)
Kopfballstärke, Klärungsaktionen, weite Bälle - all das gehört zu den absoluten Stärken des jungen Innenverteidigers, der sich in seiner zweiten Saison bei Union weiter verbessert.
Querfeld hat sich in der Dreierkette festgespielt. Und zwar im Zentrum, auf der wohl schwierigsten Position. Dass er bisher keine Minute verpasst hat, kommt nicht von ungefähr. Geht die Entwicklung so weiter (Marktwert-Sprung in 2025 von 5 auf 18 Mio. Euro), könnte es Querfelds letzte Saison in Berlin sein. Gesetzt wird er bis dahin mit Sicherheit bleiben.
Christopher Trimmel (Union Berlin)
Der ewige Trimmel. Auch in seiner zwölften Saison bei Union büßt der Kapitän nichts an Wichtigkeit ein. Im Gegenteil. Zwölf von 14 möglichen Spielen stand der 38-Jährige in der Startelf.
Das wird sich auch in der Rückrunde nicht ändern. Chefcoach Baumgart setzt auf seinen Captain, der auch im höheren Fußballer-Alter mit knapp 33 km/h geblitzt wurde - und damit schneller war, als ein gewisser Lennart Karl. Dazu bringt er weiterhin Flanken- und Standard-Qualitäten mit.
Philipp Lienhart (SC Freiburg)
Der mittlerweile 29-Jährige ist seit Jahren eine absolute Konstante in der Abwehr des SC Freiburg. Auch in dieser Saison führte, sofern er fit war, kein Weg an Lienhart vorbei.
Vor allem mit Ball ist der Österreicher sehr wichtig für das Spiel der Schuster-Elf. Einzig seine Torgefährlichkeit könnte der Innenverteidiger wiederfinden. Traf er 2020/21 noch vier Mal und 2021/22 fünf Mal in der Liga, kam in den darauffolgenden drei Jahren nur noch je ein Ligator hinzu. Aber das ist jammern auf hohem Niveau.
An seinem Stammplatz in der Viererabwehr neben Matthias Ginter ändert das nichts.
Junior Adamu (SC Freiburg)
Stürmer-Tore und der SC Freiburg - das ist so eine Sache. Da konnte auch Junior Adamu mit einem Saisontor wenig dazu beisteuern. Die Nummer eins im Sturm was Einsätze betrifft, ist Lucas Höle. Was Tore betrifft, ist es Joker Derry Scherhant mit drei Ligatreffern.
Adamu selbst kam vor allem im Herbst zwischen Runde vier und zehn zu vielen Einsätzen, langfristig empfehlen konnte er sich dort aber auch nicht. Es folgten elf Ligaminuten seit der Länderspielpause Mitte November. Dafür war der 24-Jährige in der Europa League Stürmer Nummer eins und stand in allen sechs Spielen in der Startformation.
In der Rückrunde wird sich dahingehend wenig verändern. Adamu wird wohl weiter viel zwischen Bank und Startelf pendeln.
Romano Schmid (SV Werder Bremen)
Was wäre Bremen denn nur ohne Romano Schmid? Der kleingewachsene Mittelfeldmann spielt auch diese Saison mit die meisten Chancen der Bundesliga heraus.
Bei den Scorern (zwei Tore, vier Vorlagen) hinkt er etwas hinterher, ist nichtsdestotrotz die treibende Kraft in der Werder-Offensive. Und trotzdem: Hält Schmid seinen Schnitt an Torbeteiligungen, spielt er seine beste Saison an der Weser (vier Tore, sieben Vorlagen). Das ist ihm allemal zuzutrauen. Die Spielzeiten, um das möglich zu machen, wird er auf alle Fälle erhalten.
Marco Friedl (SV Werder Bremen)
Egal ob zentral oder auf der unbeliebten Linksverteidiger-Position, auf den Werder-Kapitän ist Verlass. Friedl ist fester Bestandteil der Achse von Horst Steffens Truppe, welcher eine eher schwierige Rückrunde bevorsteht.
Gerade dann wird Friedls Routine von 171 Bundesliga-Spielen zum Tragen kommen. Vielleicht kann er nach seinem ersten Bundesliga-Tor seit eineinhalb Jahren ja sogar mit weiteren Treffern nachlegen...
Marco Grüll (SV Werder Bremen)
Denn wie auch die Tor-Ausbeute von "Grüllo" (zwei Tore, ein Assist) zeigt, glänzen die Werder-Stürmer nur selten.
Den Salzburger aber nur an seinen Toren zu messen, wäre falsch. Immerhin hat sich Grüll in Bremen festgespielt und überzeugt durch seine Positions-Flexibilität, spielte als Stürmer, Rechtsaußen und sogar Wingback. Das wird ihm auch in der Rückrunde zugute kommen.
Maximilian Wöber (SV Werder Bremen)
Wahnsinn, wie viel Verletzungspech kann ein Spieler denn überhaupt haben? Nicht mehr als ein Pflichtspiel bestritt Wöber seit seinem Wechsel an die Weser.
Danach bremste ihn eine Oberschenkelverletzung aus. Es wäre schon ein großer Erfolg, wenn der Verteidiger bis zum Saisonende fit bleiben würde. Ein Stammplatz wirkt derzeit eher außer Reichweite.
Florian Kainz (1. FC Köln)
Der ehemalige Kapitän des 1. FC Köln war in der Hinrunde nur Ergänzungsspieler, stand zwei Mal in der Startformation und erzielte einen Treffer.
Auch in der Rückrunde wird sich daran wenig ändern, zu groß ist die Konkurrenz auf den offensiven Positionen für den mittlerweile 33-Jährigen. Nichtsdestotrotz wird Kainz zumindest von der Bank auf seine Einsatzminuten kommen.
Kevin Stöger (Borussia Mönchengladbach)
Die Vorzeichen standen gut, doch nach der Hinrunde ist die Bilanz einmal mehr enttäuschend. Stöger kam in zwölf Spielen - die meisten davon als Joker - auf keinen Scorer in der Bundesliga.
Auch Coach Polanski setzt nicht so richtig auf den Routinier, der trotzdem beim Verein bleiben und kämpfen will. Die Chance, diesen Kampf gegen Neuhaus und Co. zu gewinnen, ist aber gering. Nach der Rückrunde könnte das unglückliche Kapitel Gladbach für Stöger verfrüht enden.
Patrick Wimmer (VfL Wolfsburg)
Der Start war wenig verheißungsvoll, das Ende dafür umso besser. Seit dem Trainerwechsel zu Daniel Bauer ist beim 24-Jährigen der Knoten geplatzt. In den letzten drei Ligaspielen erzielte Wimmer drei Tore und lieferte zwei Vorlagen.
Kann er diese Form auch in die Rückrunde mitnehmen, wird er wieder einer der wichtigsten Spieler des VfL Wolfsburg werden und sich damit für die WM im Sommer warmschießen. Denn ein Wimmer in Topform würde Österreich ohne Frage weiterhelfen.
Michael Gregoritsch (FC Augsburg)
Michael Gregoritsch ist zurück bei seiner alten Liebe. Für keinen anderen Verein hat der ÖFB-Stürmer mehr Spiele absolviert (129) und auch mehr Tore erzielt (31).
In Bröndby stimmten die Einsatzzeiten nicht mehr, beim FC Ausgburg erhofft sich der 31-Jährige nun Besserung - auch in Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft.
Weil die Konkurrenz im Angriff beim FCA zudem durchaus überschaubar ist, wird "Gregerl" zu seinen Einsätzen kommen. Hot-Take: Der Stürmer wird die Saison als bester Torschütze der Augsburger beenden.
David Nemeth (FC St. Pauli)
Der 24-jährige Innenverteidiger blickt auf eine für ihn persönlich völlig verkorkste Hinrunde zurück. Nachdem er in der ersten Pokalrunde Mitte August noch 120 Minuten durchspielte, musste er seitdem aufgrund von muskulären Problemen in der linken Adduktorensehne zuschauen.
Ein Ende der Leidenszeit ist weiterhin nicht in Sicht. Zudem verpflichtete St. Pauli im Winter mit dem japanischen Nationalspieler Tomoya Ando einen weiteren Konkurrenten. Aber bei Nemeth geht es ohnehin in erster Linie einmal darum, wieder 100 Prozent fit zu werden und sich dann über das Training für mehr zu empfehlen.
Mathias Honsak (1. FC Heidenheim)
Keine Torbeteiligung und wieder kein unumstrittener Starter. Die bisherige Saison lief für den (mittlerweile ehemaligen) Big-Game-Player der Heidenheimer überschaubar.
Persönlich könnte es für Honsak also fast nur besser laufen. Zu den erweiterten Stammspielern wird er jedenfalls gehören - und sollte Heidenheim tatsächlich wieder die Klasse halten, ist die Saison so oder so ein Erfolg.
Phillipp Mwene (1. FSV Mainz 05)
Wie die gesamte Mainz-Mannschaft ist auch Mwene diese Saison am absteigenden Ast. Zwar nicht, was die Einsätze angeht, aber durchaus hinsichtlich der Leistungen. Dazu kommt eine Muskelverletzung, weswegen Mwene noch nicht unter Neo-Coach Fischer auflief.
Früher oder später wird der Rechtsfuß wohl wieder in die Startelf rutschen. Auch wenn die Konkurrenten (u.a. Veratschnig) nicht zu unterschätzen und die Fragezeichen aufgrund des Trainerwechsels gegeben sind.
Nikolas Veratschnig (1. FSV Mainz 05)
Peu à peu kommt der schnellste Österreicher der deutschen Bundesliga (Platz neun, 35,67 km/h) zu mehr Einsatzzeiten. Schon jetzt steht der Flügel bei mehr Startelf-Einsätzen (5, inkl. Conference League) als in der Vorsaison (2).
Aber kann sich Veratschnig mehr Minuten erwarten? Einerseits spricht dafür, dass Neo-Chefcoach Fischer bei seinem Debüt auf den ÖFB-Kicker setzte. Andererseits kam mit Silas wohl direkte Konkurrenz auf der rechten Wingback-Position.
Florian Gabriel
Jonas Pamperl